
Die US-Notenbank Fed hat ihren Leitzins am Mittwoch, 28. Oktober 2026, unverändert gelassen. Die Zinsspanne liegt weiterhin bei 3,75 bis 4,00 Prozent. Die Entscheidung fiel mit zehn zu zwei Stimmen. Trotz der Zinspause bleibt die Inflation ein zentrales Problem für die amerikanischen Währungshüter. An den Finanzmärkten wird bereits mit einer weiteren Zinserhöhung im Dezember gerechnet.
Im geldpolitischen Ausschuss der Federal Reserve (FOMC) fand der Beschluss keine einstimmige Unterstützung. Fed-Gouverneurin Lisa Cook und die Präsidentin der regionalen Notenbank von Cleveland, Beth Hammack, stimmten gegen die Beibehaltung des bisherigen Zinsniveaus.
Beide sprachen sich stattdessen für eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte aus. Die übrigen zehn Mitglieder unterstützten die Zinspause.
Noch im September hatte die Fed ihren Leitzins um einen Viertelprozentpunkt angehoben. Damals war die Entscheidung einstimmig gefallen. Die neuerlichen Gegenstimmen verdeutlichen, dass innerhalb des Gremiums unterschiedliche Einschätzungen zum Zeitpunkt weiterer Zinsschritte bestehen.
In ihrer aktuellen Erklärung bezeichnet die Notenbank das Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten als kräftig. Im September hatte sie die Entwicklung noch zurückhaltender bewertet.
Nach Einschätzung der Fed zeigen sich die privaten Konsumausgaben weiterhin widerstandsfähig. Auch die Investitionstätigkeit sei robust. Der Beschäftigungsaufbau halte mit der Entwicklung des Arbeitskräfteangebots Schritt, während sich die Arbeitslosenquote kaum verändert habe.
Gleichzeitig liegt die Inflation weiterhin über dem Zielwert von zwei Prozent. Die Notenbank will deshalb zusätzliche Wirtschaftsdaten berücksichtigen, bevor sie über die nächsten geldpolitischen Schritte entscheidet.
Fed-Chef Kevin Warsh erklärte nach der Sitzung, dass die amerikanische Wirtschaft aus seiner Sicht nicht überhitzt sei. Produktivitätsfortschritte könnten ein stärkeres Wachstum ermöglichen, ohne zwangsläufig zusätzliche Inflationsrisiken auszulösen. Zugleich verwies er darauf, dass das bereits erhöhte Zinsniveau die Kreditbedingungen verschärfe.
Die Zinsentscheidung fiel sechs Tage vor den amerikanischen Zwischenwahlen am 3. November. Dabei werden unter anderem sämtliche Sitze im Repräsentantenhaus und rund ein Drittel der Senatssitze neu gewählt.
Warsh erklärte auf der Pressekonferenz, politische Erwägungen hätten bei der Entscheidung keine Rolle gespielt. Innerhalb des Ausschusses sei nicht über die bevorstehenden Wahlen diskutiert worden.
Die Fed steht vor der Aufgabe, die Inflation auf ihren Zielwert zurückzuführen, ohne die wirtschaftliche Entwicklung und den Arbeitsmarkt unnötig stark zu belasten.
An den amerikanischen Finanzmärkten sorgte die Entscheidung zunächst für vergleichsweise geringe Bewegungen. Die unveränderte Zinsspanne hatte den Erwartungen der meisten Marktteilnehmer entsprochen.
Die wichtigsten US-Aktienindizes beendeten den Handel am Mittwoch mit leichten Gewinnen. Der Dow Jones stieg nach Reuters-Schlusskursdaten um 0,19 Prozent. Der marktbreite S&P 500 legte um 0,28 Prozent zu, der technologielastige Nasdaq Composite gewann 0,27 Prozent.
Der US-Dollar verlor nach dem Zinsentscheid zunächst gegenüber wichtigen Währungen an Wert. Im asiatischen Handel am Donnerstag stabilisierte er sich wieder. Zugleich stiegen die Renditen länger laufender amerikanischer Staatsanleihen, während kurzfristige Renditen nachgaben.
Die Entwicklung ist auch für internationale Anleger von Bedeutung. Änderungen der amerikanischen Zinserwartungen beeinflussen den Dollar, die weltweiten Anleihemärkte und die Finanzierungskosten von Unternehmen.
Die nächste reguläre Zinssitzung der Fed ist für den 8. und 9. Dezember 2026 angesetzt. Eine Entscheidung über eine weitere Zinserhöhung ist bislang nicht gefallen.
An den Terminmärkten wird ein weiterer Zinsschritt jedoch als wahrscheinlich eingeschätzt. Laut Reuters lag die aus Marktdaten abgeleitete Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung im Dezember am Donnerstagmorgen bei rund 78 Prozent.
Weitere Hinweise könnten die anstehenden amerikanischen Inflationsdaten und die Zahlen zum Wirtschaftswachstum liefern. Insbesondere die Entwicklung der Verbraucherpreise dürfte für die nächste Entscheidung eine wichtige Rolle spielen.
Damit bleibt die Geldpolitik der größten Volkswirtschaft der Welt von zwei Entwicklungen geprägt: einer widerstandsfähigen Konjunktur und einer Inflation, die weiterhin über dem angestrebten Niveau liegt.
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