Trockenfutter mit Schwächen

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Nur zwei von 23 getesteten Katzentrockenfuttern haben bei Öko-Test die Bestnote „sehr gut“ erhalten. Insgesamt stuft das Verbrauchermagazin elf Produkte als empfehlenswert ein. Auffällig ist dabei der große Unterschied zwischen einzelnen günstigen und teuren Futtersorten. Während ein preiswertes Produkt aus dem Supermarkt überzeugt, fällt ein Bio-Trockenfutter wegen eines überschrittenen gesetzlichen Höchstgehalts durch.

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Die Ergebnisse stammen aus der November-Ausgabe 2026 von Öko-Test, die am 29. Oktober veröffentlicht wurde. Untersucht wurden ausschließlich Trockenfutter für ausgewachsene Katzen, die als Alleinfuttermittel angeboten werden.

Rewe und Josera erhalten Bestnoten

Zu den beiden Testsiegern gehört der „ja! Knusper-Mix mit Huhn“ von Rewe. Das Produkt erhält die Gesamtnote „sehr gut“. Nach der Bewertung von Öko-Test überzeugen sowohl die Nährstoffzusammensetzung als auch die Angaben zur Fütterung und die Untersuchung auf Schwermetalle.

Besonders auffällig sind die niedrigen Futterkosten. Für eine wenig aktive Katze mit vier Kilogramm Körpergewicht errechnete Öko-Test Tageskosten von sechs Cent. Bei einer aktiveren Katze gleichen Gewichts liegen sie bei acht Cent.

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Ebenfalls mit „sehr gut“ schneidet „Josi Cat Crunchy Chicken“ von Josera ab. Die ernährungsphysiologische Zusammensetzung und die Schwermetalluntersuchung werden auch hier positiv bewertet. Allerdings bemängeln die Tester, dass ein Hinweis zur Berücksichtigung zusätzlicher Snacks bei der täglichen Futtermenge fehlt.

Die errechneten Tageskosten für das Josera-Produkt liegen bei 23 beziehungsweise 31 Cent. Damit ist es deutlich teurer als der ebenfalls sehr gut bewertete Rewe-Artikel.

Bio-Futter fällt wegen Kupfer durch

Das schlechteste der ausdrücklich benannten Ergebnisse betrifft „Liebesgut Bio-Geflügel Trockenfutter“. Das Produkt erhält von Öko-Test die Gesamtnote „ungenügend“.

Ausschlaggebend ist ein im Labor festgestellter Kupfergehalt oberhalb des gesetzlichen EU-Höchstgehalts für entsprechende Alleinfuttermittel. Kupfer ist für Katzen zwar ein notwendiges Spurenelement, die zulässigen Höchstmengen müssen nach den geltenden Vorgaben jedoch eingehalten werden.

Der von Öko-Test hinzugezogene Gutachter geht bei dem festgestellten Gehalt nicht davon aus, dass unmittelbar gesundheitliche Schäden zu erwarten sind. Zugleich verweist das Magazin darauf, dass zur Wirkung einer erhöhten Kupferaufnahme bei Katzen nur begrenzt aussagekräftige wissenschaftliche Untersuchungen vorliegen.

Ebenfalls schlecht schneidet „Pet Bistro Knusper-Mix mit Geflügel und Knabbertaschen“ von Müller ab. Das Trockenfutter erhält die Gesamtnote „mangelhaft“. Die Laboranalyse ergibt einen Jodgehalt unter den herangezogenen Ernährungsempfehlungen. Zusätzlich beanstandet Öko-Test die ungenauen Fütterungshinweise.

Jod ist für die Bildung von Schilddrüsenhormonen notwendig. Zwar ist laut der fachlichen Bewertung nicht unmittelbar mit klinischen Mangelerscheinungen zu rechnen. Bei einer dauerhaften ausschließlichen Fütterung soll ein Alleinfuttermittel die empfohlenen Mindestmengen jedoch zuverlässig erreichen.

Fütterungshinweise führen zu Abzügen

Ein wesentlicher Kritikpunkt betrifft die Informationen auf den Verpackungen. Bei zahlreichen Produkten bemängelt Öko-Test unzureichende Fütterungsempfehlungen. Teilweise unterscheiden die Hersteller nicht ausreichend zwischen Katzen verschiedener Gewichtsklassen und Aktivitätsstufen.

Auch die deklarierten Nährstoffgehalte stimmen nach den Laboruntersuchungen nicht immer mit den tatsächlich gemessenen Mengen überein. In einzelnen Fällen liegen mehrere Werte außerhalb der zulässigen Toleranzen. Solche Abweichungen führen bei Öko-Test zu deutlichen Abwertungen.

Weitere Kritik gibt es an gesundheitsbezogenen Werbeversprechen. Einige Hersteller schreiben bestimmten Inhaltsstoffen eine entzündungshemmende Wirkung zu. Nach Auffassung der Tester können solche Aussagen den Eindruck erwecken, das Futter könne Krankheiten verhindern oder behandeln.

Auch Aussagen über eine besondere Verträglichkeit getreidefreier Rezepturen oder über Vorteile für Umwelt und Tierschutz werden beanstandet, wenn entsprechende Belege oder nähere Erläuterungen fehlen.

Mängel bei wichtigen Mineralstoffen

Neben Kupfer und Jod spielen weitere Mineralstoffe eine Rolle. Öko-Test stellte bei einzelnen Produkten zu niedrige Kaliumgehalte fest. Auch das Verhältnis von Calcium zu Phosphor entsprach bei einem untersuchten Futter nicht den herangezogenen Ernährungsempfehlungen.

Die Bewertung orientiert sich an Empfehlungen des europäischen Heimtierfutterverbands FEDIAF sowie des US-amerikanischen National Research Council (NRC).

Nach Einschätzung des beauftragten Ernährungsexperten ist aus den festgestellten Abweichungen nicht unmittelbar auf ein Gesundheitsrisiko zu schließen. Entscheidend ist jedoch, ob ein Produkt bei langfristiger ausschließlicher Fütterung eine ausgewogene Versorgung sicherstellt.

Die Untersuchungen auf Blei, Cadmium, Arsen und Quecksilber ergaben nach den veröffentlichten Testauswertungen keine bedenklichen Belastungen.

Katzentrockenfutter im Test

Für die Untersuchung kaufte Öko-Test 23 Produkte in Supermärkten, Discountern, Drogerien, Tierfachgeschäften und im Onlinehandel. Darunter befanden sich zwei Bio-Futter. Berücksichtigt wurden vorwiegend klassische Standardsorten mit Huhn oder Geflügel. Spezialnahrung für Jungtiere, Senioren oder bestimmte Erkrankungen gehörte nicht zur Auswahl.

Ein Speziallabor untersuchte die Zusammensetzung der Futtermittel. Analysiert wurden unter anderem Proteine, Aminosäuren, Fettsäuren, Stärke, Mineralstoffe, Spurenelemente sowie die Vitamine B1 und E. Hinzu kamen Untersuchungen auf Schwermetalle.

Ein Experte eines Universitätsinstituts für Tierernährung bewertete anschließend die Laborergebnisse. Dabei wurde geprüft, ob die enthaltenen Nährstoffe für eine bedarfsgerechte Ernährung ausreichen und ob überhöhte Konzentrationen langfristig problematisch sein könnten.

Zusätzlich kontrollierte Öko-Test die Kennzeichnung der Verpackungen, die Fütterungsempfehlungen sowie gesundheitsbezogene und ökologische Werbeaussagen.

Hoher Preis garantiert keine Bestnote

Die Untersuchung verdeutlicht, dass ein höherer Kaufpreis nicht automatisch mit einer besseren Bewertung verbunden ist.

Für eine wenig aktive, vier Kilogramm schwere Wohnungskatze errechnete Öko-Test je nach Produkt tägliche Futterkosten zwischen sechs und 67 Cent. Bei einer aktiven Katze gleichen Gewichts lagen sie zwischen acht und 89 Cent.

Der günstige Testsieger von Rewe zeigt, dass auch preiswerte Trockenfutter eine ausgewogene Nährstoffzusammensetzung bieten können. Gleichzeitig macht das schwache Abschneiden des Bio-Produkts deutlich, dass eine ökologische Zertifizierung allein keine Aussage darüber erlaubt, ob die Nährstoffgehalte den Anforderungen entsprechen.

Für Katzenhalter sind deshalb neben dem Preis insbesondere die vollständige Nährstoffversorgung, die Fütterungsempfehlungen und die korrekte Kennzeichnung entscheidend. Bei der Fütterung mit Trockenfutter sollte zudem jederzeit frisches Trinkwasser zur Verfügung stehen.

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