
Der Maschinenbaukonzern Heidelberger Druckmaschinen hat seine Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2026/2027 gesenkt. Wie das Unternehmen am Donnerstag, 29. Oktober 2026, um 12 Uhr in einer Ad-hoc-Mitteilung bekannt gab, fällt die erwartete operative Gewinnmarge deutlich niedriger aus als bislang geplant. Als Gründe nennt Heidelberg die schwierigen weltwirtschaftlichen Bedingungen, anhaltenden Kostendruck und Verzögerungen in einem Geschäftsbereich.
Die Heidelberger Druckmaschinen Ergebnisprognose sieht für das laufende Geschäftsjahr nun eine bereinigte EBITDA-Marge zwischen 5,6 und 6,6 Prozent vor. Zuvor hatte das Unternehmen eine spürbare Verbesserung gegenüber dem Vorjahreswert von 6,6 Prozent erwartet.
Damit hat sich die Ertragsaussicht erheblich verschlechtert. Am unteren Ende der neuen Prognosespanne würde die operative Marge um einen Prozentpunkt unter dem Vorjahresniveau liegen. Selbst am oberen Ende wäre lediglich eine Wiederholung des bisherigen Wertes erreicht.
Die EBITDA-Marge beschreibt das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im Verhältnis zum Umsatz. Sie gilt als wichtige Kennzahl für die Ertragskraft eines Industrieunternehmens.
Für die Anpassung nennt Heidelberg mehrere Ursachen. Neben den weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und steigenden beziehungsweise weiterhin hohen Kosten belaste eine ungünstige Zusammensetzung der verkauften Produkte das Ergebnis. Dabei verweist der Konzern insbesondere auf die Entwicklungen im Nahen Osten.
Hinzu kommen Verzögerungen bei Projekten im Segment Technologies. Welche einzelnen Vorhaben betroffen sind und welche finanziellen Auswirkungen sich daraus jeweils ergeben, wurde in der Mitteilung nicht näher aufgeschlüsselt.
An seiner Umsatzprognose hält Heidelberg hingegen fest. Der Konzern erwartet weiterhin Erlöse auf dem Niveau des vergangenen Geschäftsjahres. Damals hatte der Umsatz 2,293 Milliarden Euro betragen.
Zusammen mit der Prognoseanpassung veröffentlichte Heidelberg vorläufige Geschäftszahlen für die erste Hälfte des laufenden Geschäftsjahres.
Der Konzernumsatz sank innerhalb der ersten sechs Monate von 985 Millionen auf 913 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang von rund 7,3 Prozent.
Gleichzeitig entwickelte sich der Auftragseingang positiv. Er erhöhte sich von 1,111 Milliarden auf 1,141 Milliarden Euro. Allein im zweiten Geschäftsquartal gingen Aufträge über 604 Millionen Euro ein, nach 551 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Die bereinigte EBITDA-Marge erreichte im ersten Halbjahr lediglich 3,7 Prozent. Ein Jahr zuvor hatte sie bei 6,4 Prozent gelegen. Im zweiten Quartal verbesserte sich die Marge gegenüber dem ersten Quartal auf 6,4 Prozent.
Unter dem Strich verzeichnete Heidelberg nach sechs Monaten einen Verlust von neun Millionen Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen ein ausgeglichenes Ergebnis ausgewiesen.
Im zweiten Quartal erzielte der Konzern dagegen einen Überschuss von 24 Millionen Euro, nach elf Millionen Euro im Vorjahr. Heidelberg führt diese Verbesserung insbesondere auf einen positiven Ergebniseffekt im Zusammenhang mit dem Erwerb von manroland sheetfed zurück.
Deutlich verschlechtert hat sich der Free Cashflow. Nach sechs Monaten lag er bei minus 125 Millionen Euro gegenüber minus 64 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Als wesentlichen Grund nennt Heidelberg den unterjährigen Aufbau des Nettoumlaufvermögens. Damit waren vorübergehend zusätzliche Mittel im laufenden Geschäft gebunden.
Die Aktie von Heidelberger Druckmaschinen hatte bereits vor Bekanntgabe der neuen Ergebnisprognose schwächer notiert. Auf Xetra lag der Kurs am Donnerstag um 10:47:49 Uhr bei 1,33 Euro und damit rund 0,75 Prozent unter dem Schlusskurs des Vortages.
Dieser Kurs wurde vor der um 12 Uhr veröffentlichten Ad-hoc-Mitteilung festgestellt. Eine verlässlich bezifferbare unmittelbare Kursreaktion auf die Prognosesenkung war bis 12:51 Uhr zunächst nicht bestätigt.
Heidelberger Druckmaschinen gehört zu den international tätigen Herstellern von Drucktechnologie und baut zugleich neue Geschäftsfelder außerhalb des traditionellen Druckmaschinengeschäfts auf. Dazu zählen unter anderem Aktivitäten im Bereich Energiespeicher und Verteidigungstechnologie.
Die nun veröffentlichte Prognoseanpassung betrifft die operative Ertragsplanung des gesamten Konzerns. Die Geschäftsentwicklung bleibt damit trotz gestiegener Auftragseingänge hinter den bisherigen Gewinnerwartungen zurück.
Weitere Einzelheiten zu Umsatz, Kosten und Ergebnisentwicklung will Heidelberg mit den vollständigen Halbjahreszahlen am 12. November 2026 veröffentlichen.
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