MSD hebt Jahresprognose

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der US-Pharmakonzern Merck & Co. hat im dritten Quartal 2026 einen höheren Umsatz erzielt und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Nach den am Donnerstag, 29. Oktober 2026, veröffentlichten Geschäftszahlen stiegen die Erlöse um fünf Prozent auf 18,1 Milliarden Dollar. Gleichzeitig ging der Gewinn gegenüber dem Vorjahr zurück. Trotzdem erhöhte das Unternehmen seine Prognose für das Gesamtjahr. Wichtigster Umsatzträger bleibt das Krebsmedikament Keytruda, dessen Patentschutz in den USA ab Ende 2028 teilweise ausläuft.

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Umsatz übertrifft Erwartungen deutlich

Die Quartalszahlen von Merck & Co. zeigen für die Monate Juli bis September einen Umsatz von 18,085 Milliarden Dollar. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 17,276 Milliarden Dollar gewesen. Bereinigt um Wechselkurseffekte lag das Wachstum bei vier Prozent.

Analysten hatten laut einer von Reuters veröffentlichten LSEG-Auswertung durchschnittlich mit rund 17,3 Milliarden Dollar gerechnet. Auch beim bereinigten Ergebnis je Aktie übertraf der Konzern die Erwartungen. Es erreichte 2,49 Dollar, während die Prognose bei 2,08 Dollar gelegen hatte.

Der ausgewiesene Nettogewinn sank allerdings um zwölf Prozent von 5,79 auf 5,07 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie nach US-Rechnungslegung verringerte sich von 2,32 auf 2,04 Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag im Vorjahr noch bei 2,58 Dollar.

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Zu den Belastungen gehörten gestiegene Forschungs- und Entwicklungsausgaben sowie höhere Kosten im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit und Umstrukturierungen.

Keytruda bleibt wichtigster Umsatztreiber

Das Krebsmedikament Keytruda ist weiterhin das wirtschaftlich bedeutendste Produkt des Konzerns. Zusammen mit der neueren, unter die Haut verabreichten Variante Keytruda Qlex erzielte es einen Quartalsumsatz von 8,6 Milliarden Dollar. Das entsprach einem Anstieg um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Allein Keytruda Qlex steuerte 830 Millionen Dollar bei. Damit entfiel insgesamt knapp die Hälfte des Konzernumsatzes auf die beiden Darreichungsformen des Krebsmedikaments.

Auch andere Arzneimittel entwickelten sich positiv. Der Impfstoff Gardasil gegen humane Papillomviren erzielte einen Umsatz von knapp zwei Milliarden Dollar und damit 14 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Medikament Winrevair zur Behandlung bestimmter Formen von Lungenhochdruck kam auf 694 Millionen Dollar, ein Wachstum von 93 Prozent.

Allerdings profitierte das Pharmageschäft nach Unternehmensangaben auch von zeitlich vorgezogenen Bestellungen. Deren positiver Umsatzeffekt belief sich auf rund 550 Millionen Dollar.

Jahresprognose trotz Gewinnrückgang angehoben

Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 rechnet Merck & Co. nun mit einem Umsatz zwischen 66,8 und 67,3 Milliarden Dollar. Zuvor hatte die Prognosespanne bei 66,3 bis 67,3 Milliarden Dollar gelegen. Damit wurde die Untergrenze um 500 Millionen Dollar erhöht.

Auch die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie wurde angehoben. Statt der bisher erwarteten 2,66 bis 2,76 Dollar stellt das Unternehmen nun 2,77 bis 2,82 Dollar in Aussicht.

Die vergleichsweise niedrige Jahresgewinnprognose wird erheblich durch einmalige Aufwendungen beeinflusst. In der Berechnung berücksichtigt der Konzern Belastungen von neun Milliarden Dollar im Zusammenhang mit der Übernahme von Cidara Therapeutics und weiteren 5,7 Milliarden Dollar für Terns Pharmaceuticals. Hinzu kommen 400 Millionen Dollar aus einer Lizenzvereinbarung mit SciBrunch Therapeutics.

Diese Sonderbelastungen wirken sich auch auf das bereinigte Jahresergebnis aus und erschweren einen direkten Vergleich mit dem bereinigten Quartalsgewinn.

Keytruda verliert ab 2028 wichtigen Patentschutz

Trotz der positiven Umsatzentwicklung steht Merck & Co. vor einer langfristigen Herausforderung. Das Krebsmedikament Keytruda ist für einen erheblichen Teil der Einnahmen verantwortlich. Der wichtigste US-Patentschutz für den Wirkstoff Pembrolizumab läuft nach Unternehmensangaben im Dezember 2028 aus.

Ab diesem Zeitpunkt könnte es in den Vereinigten Staaten zu Konkurrenz durch sogenannte Biosimilars kommen. Dabei handelt es sich um Nachfolgepräparate biologisch hergestellter Arzneimittel. Weitere US-Patente reichen bis 2029. In Europa erwartet der Konzern den Verlust der wesentlichen Marktexklusivität derzeit für 2031.

Der Patentablauf betrifft damit nicht sämtliche Märkte zum gleichen Zeitpunkt. Für die neuere Variante Keytruda Qlex bestehen zudem eigene Schutzrechte.

Um die Abhängigkeit von Keytruda zu reduzieren, investiert Merck & Co. in neue Medikamente, Zulassungsverfahren und Übernahmen. Zu den aktuellen Entwicklungsprojekten gehört eine gemeinsam mit Moderna erforschte individualisierte Krebsimpfung. Für deren Kombination mit Keytruda veröffentlichte das Unternehmen zuletzt positive Ergebnisse einer Phase-3-Studie bei bestimmten Melanompatienten. Eine reguläre Marktzulassung für diese Behandlung ist damit noch nicht verbunden.

Merck-Aktie legt vorbörslich zu

An der Börse wurden die Quartalszahlen zunächst positiv aufgenommen. Die Aktie von Merck & Co. mit dem Börsenkürzel MRK notierte am Donnerstag, 29. Oktober 2026, um 14.14 Uhr mitteleuropäischer Zeit laut dem Kursdienst CoinGlass im vorbörslichen US-Handel bei 144,37 Dollar. Das entsprach einem Anstieg um 2,44 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Mittwoch von 140,93 Dollar.

Der reguläre Handel an der New Yorker Börse begann an diesem Donnerstag erst um 14.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Die vorbörsliche Kursentwicklung war daher noch kein regulärer Tagesgewinn.

Für die weitere Geschäftsentwicklung wird entscheidend sein, in welchem Umfang neuere Medikamente und Forschungsprojekte den erwarteten Rückgang bei Keytruda nach dem Verlust wichtiger Schutzrechte ausgleichen können.

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