Siemens Energy gewinnt weiter

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Siemens-Energy-Aktie hat ihre Erholung am Donnerstag, 29. Oktober 2026, fortgesetzt. Positive Geschäftszahlen wichtiger Branchenunternehmen und optimistische Erwartungen der Bank of America begleiten die Kursentwicklung. Gleichzeitig hat der deutsche Energietechnikkonzern eine neue Zusammenarbeit mit Japan vereinbart. Dort soll der Ausbau schwimmender Offshore-Windparks vorangetrieben werden. Für Anleger rückt zudem der 11. November näher, an dem Siemens Energy seine Jahreszahlen und weitere Informationen zur Geschäftsentwicklung präsentieren will.

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Siemens-Energy-Aktie setzt Erholung fort

An der Frankfurter Börse entwickelte sich die Siemens-Energy-Aktie am Donnerstag erneut positiv. Auf der elektronischen Handelsplattform Xetra notierte das Papier am 29. Oktober um 12.16 Uhr bei 135,42 Euro. Das entsprach einem Anstieg um 1,62 Prozent gegenüber dem Xetra-Schlusskurs von 133,26 Euro am Vortag. Die Kursdaten stammen von FinanzNachrichten.de.

Damit setzte sich die Erholung nach den deutlichen Verlusten der vergangenen Woche fort. Am 22. Oktober hatte die Aktie innerhalb eines Handelstages erheblich an Wert verloren. Zu den diskutierten Belastungsfaktoren gehörten Zweifel an der Wirtschaftlichkeit umfangreicher Investitionen in künstliche Intelligenz und Rechenzentren.

Diese Diskussion betrifft Siemens Energy besonders, weil der Konzern unter anderem Gasturbinen, Transformatoren und Netztechnik für den steigenden Strombedarf liefert. Große Rechenzentren benötigen eine zuverlässige Energieversorgung. Allerdings hängt die Nachfrage nach entsprechender Infrastruktur nicht ausschließlich von der Entwicklung der KI-Branche ab.

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Bank of America erwartet weiteres Wachstum

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt Siemens Energy durch eine aktuelle Einschätzung der Bank of America. Die Analysten bewerten die jüngsten Geschäftszahlen der Wettbewerber GE Vernova und Hitachi positiv und leiten daraus günstige Perspektiven für mehrere Geschäftsbereiche des deutschen Unternehmens ab.

Im Mittelpunkt stehen insbesondere das Geschäft mit Gasturbinen, die Netztechnik und Dienstleistungen für bereits installierte Anlagen. Nach Einschätzung der Bank könnten die Gewinnmargen im Gasgeschäft hoch bleiben. Zudem erwarten die Analysten weitere Verbesserungen bei der Profitabilität der Netzsparte.

Auch die Nachfrage nach neuen Gasturbinen könnte nach ihrer Einschätzung bis 2027 auf hohem Niveau bleiben. Zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten sieht das Institut im Servicegeschäft, in dem Wartung, Ersatzteile und Modernisierungen eine wichtige Rolle spielen.

Die Bank of America rechnet außerdem damit, dass Siemens Energy für das Geschäftsjahr 2030 eine Margenzielsetzung zwischen 21 und 23 Prozent präsentieren könnte. Für das Geschäftsjahr 2027 halten die Analysten einen Ausblick auf einen freien Cashflow von neun bis zehn Milliarden Euro für möglich. Auch jährliche Aktienrückkäufe im Umfang von vier Milliarden Euro gehören zu ihren Erwartungen.

Diese Zahlen sind Analystenprognosen. Sie stellen weder bereits beschlossene Unternehmensziele noch zugesagte Ausschüttungen dar.

GE Vernova und Hitachi liefern starke Zahlen

Die positive Brancheneinschätzung stützt sich auf konkrete Geschäftsergebnisse. Der US-Energietechnikkonzern GE Vernova veröffentlichte am 28. Oktober seine Zahlen für das dritte Quartal 2026. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 27 Prozent auf 12,6 Milliarden US-Dollar.

Besonders deutlich entwickelte sich der Auftragseingang. Er erreichte 29,3 Milliarden Dollar. Der gesamte Auftragsbestand lag zum Quartalsende bei 197 Milliarden Dollar. GE Vernova erhöhte außerdem seine Prognosen für Umsatz, bereinigte operative Marge und freien Cashflow im laufenden Geschäftsjahr.

Auch der japanische Hitachi-Konzern legte am 28. Oktober starke Zahlen vor. Im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres 2026 stieg der Konzernumsatz um 15 Prozent. Im Energiebereich, zu dem Hitachi Energy gehört, erhöhten sich die Erlöse gegenüber dem Vorjahr um 28 Prozent. Der Auftragseingang dieser Sparte wuchs um 47 Prozent.

Diese Entwicklungen unterstreichen die hohe Nachfrage nach Stromerzeugungsanlagen und Energieinfrastruktur. Für Siemens Energy sind die Ergebnisse der Wettbewerber ein wichtiger Vergleichsmaßstab. Sie erlauben allerdings keine unmittelbare Schlussfolgerung über die künftigen Umsätze oder Gewinnmargen des deutschen Konzerns.

Siemens Energy vereinbart Zusammenarbeit mit Japan

Neben der Entwicklung an den Kapitalmärkten meldete Siemens Energy einen neuen Schritt im internationalen Windenergiegeschäft. Das japanische Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie, kurz METI, und das Unternehmen unterzeichneten am 28. Oktober eine Kooperationsvereinbarung. Die Zusammenarbeit wurde am 29. Oktober international bekannt.

Im Mittelpunkt stehen schwimmende Offshore-Windparks. Anders als herkömmliche Anlagen, deren Fundamente fest mit dem Meeresboden verbunden sind, werden diese Windkraftanlagen auf schwimmenden Konstruktionen installiert und verankert. Die Technologie ermöglicht grundsätzlich den Einsatz in größeren Wassertiefen.

Japan verfügt über ausgedehnte Meeresgebiete, in denen solche Anlagen für den Ausbau erneuerbarer Energien eine Rolle spielen könnten. Die Vereinbarung sieht eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung entsprechender Projekte, beim Aufbau von Lieferketten und bei der Ausbildung von Fachkräften vor.

Ein konkreter Schritt ist die geplante Einrichtung eines strategischen Wartungsstandortes auf der japanischen Insel Hokkaido. Siemens Energy will in der Stadt Eniwa seinen ersten entsprechenden Betriebs- und Wartungsstützpunkt in Asien schaffen. Japanischen Angaben zufolge ist die Einrichtung für Januar 2027 vorgesehen.

Die Kooperation bedeutet jedoch noch keinen verbindlichen Auftrag zum Bau bestimmter Offshore-Windparks. Ein konkretes Investitionsvolumen für entsprechende Projekte wurde zunächst nicht genannt.

Siemens Energy profitiert von breiter Nachfrage

Siemens Energy ist in mehreren Bereichen der Energieversorgung tätig. Neben Gas- und Dampfturbinen gehören Stromübertragung, Netztechnik und industrielle Energielösungen zum Geschäft. Über Siemens Gamesa ist der Konzern außerdem im Windkraftmarkt aktiv.

Bereits im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026, das am 30. Juni endete, hatte Siemens Energy eine deutliche Verbesserung seiner Geschäftszahlen erzielt. Der Umsatz erreichte 11,4 Milliarden Euro. Der Auftragseingang lag bei 17,9 Milliarden Euro und der gesamte Auftragsbestand bei rund 162 Milliarden Euro.

Zudem gelang Siemens Gamesa erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder ein positives Quartalsergebnis. Die Verbesserung ist für den Konzern bedeutsam, nachdem die Windkraftsparte über längere Zeit unter wirtschaftlichen und technischen Herausforderungen gestanden hatte.

Der hohe Auftragsbestand sorgt zwar für eine bessere Planbarkeit künftiger Umsätze. Entscheidend bleibt jedoch, wie wirtschaftlich die Aufträge abgearbeitet werden können. Materialkosten, verfügbare Produktionskapazitäten und die Umsetzung großer Infrastrukturprojekte beeinflussen die Ergebnisse.

Jahreszahlen am 11. November im Mittelpunkt

Der nächste wichtige Termin für Siemens Energy ist der 11. November 2026. An diesem Tag will das Unternehmen seine Zahlen für das am 30. September abgeschlossene Geschäftsjahr 2025/2026 veröffentlichen. Laut Unternehmenskalender ist außerdem eine erweiterte Konferenz zum vierten Quartal vorgesehen.

Besonders relevant sind die weitere Entwicklung des Auftragseingangs, die Profitabilität im Gas- und Netzgeschäft sowie die Fortschritte bei Siemens Gamesa. Auch mögliche neue Mittelfristziele stehen im Fokus der Erwartungen.

Die jüngsten Ergebnisse von GE Vernova und Hitachi sprechen für eine weiterhin hohe Nachfrage in wesentlichen Teilen der internationalen Energietechnikbranche. Gleichzeitig zeigt der vorherige Kursrückgang von Siemens Energy, wie empfindlich die Bewertung auf veränderte Wachstumserwartungen reagieren kann.

Die neue Vereinbarung mit Japan erweitert unterdessen die internationale Perspektive des Windenergiegeschäfts. Welche wirtschaftlichen Beiträge daraus entstehen, hängt von der späteren Umsetzung konkreter Projekte ab.

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