Intel-Aktie bricht nach schwachem Ausblick ein: Starkes Wachstum reicht nicht aus

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der US-Chipkonzern Intel hat im dritten Quartal 2026 deutlich mehr Umsatz erzielt. Dennoch geriet die Intel-Aktie am Donnerstagabend (29. Oktober) nach Veröffentlichung der Geschäftszahlen massiv unter Druck. Auslöser war eine Prognose für das vierte Quartal, die deutlich hinter den Erwartungen der Analysten zurückblieb. Während das Geschäft mit Rechenzentrumsprozessoren kräftig wächst, belasten die schwache Nachfrage nach PC-Chips und Produktionsprobleme den Konzern.

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Intel-Aktie verliert nachbörslich deutlich an Wert

Im nachbörslichen US-Handel fiel die Intel-Aktie laut dem Börsendienst Benzinga um 16,53 Prozent auf 76,85 US-Dollar. Die Angabe stammt aus einer Meldung vom 29. Oktober 2026 um 21:15 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Zuvor hatte die Aktie den regulären Nasdaq-Handel um 21 Uhr bei 92,07 Dollar beendet. Zwischenzeitlich wurden noch stärkere Kursverluste verzeichnet.

Entscheidend für den Kursrückgang war der schwache Ausblick. Intel erwartet im vierten Quartal einen Umsatz zwischen 15 und 16 Milliarden Dollar. Analysten hatten nach Daten des Finanzdienstleisters LSEG im Durchschnitt mit rund 17,07 Milliarden Dollar gerechnet.

Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie bleibt die Prognose hinter den Erwartungen zurück. Intel stellt 25 US-Cent in Aussicht, während Analysten mit etwa 43 Cent gerechnet hatten. Die erwartete bereinigte Bruttomarge liegt bei 38 Prozent.

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Intel steigert Quartalsumsatz um 21 Prozent

Die Ergebnisse des abgelaufenen Quartals fielen dagegen überwiegend positiv aus. Intel steigerte seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 21 Prozent auf rund 16,5 Milliarden Dollar.

Der Nettogewinn nach US-Rechnungslegungsstandards ging allerdings um 18 Prozent auf rund 3,3 Milliarden Dollar zurück. Je Aktie lag der Gewinn bei 60 Cent nach 90 Cent im Vorjahr. Bereinigt um bestimmte Sondereffekte erreichte Intel hingegen 52 Cent je Aktie und übertraf damit die Erwartungen von rund 40 Cent.

Besonders stark entwickelte sich die Sparte für Rechenzentren und künstliche Intelligenz. Ihr Umsatz stieg um 78 Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar. Dagegen verzeichnete der Geschäftsbereich für PC-Prozessoren und physische KI einen Umsatzrückgang von fünf Prozent auf 8,1 Milliarden Dollar.

Schwacher PC-Markt und Produktionsausfälle belasten Intel

Intel-Finanzchef David Zinsner rechnet damit, dass die Schwäche des PC-Marktes mindestens bis in die erste Jahreshälfte 2027 andauern wird. Für das vierte Quartal erwartet das Unternehmen nach seinen Angaben einen deutlichen Rückgang der Erlöse mit PC-Chips.

Zusätzlich belasten Produktionsausfälle in Israel den Konzern. Nach einer Explosion am 14. Oktober in einem Intel-Werk in Kiryat Gat, bei der zwei Beschäftigte ums Leben kamen, war die Produktion rund zwei Wochen unterbrochen.

Zinsner bezifferte die daraus erwarteten Umsatzeinbußen gegenüber Reuters auf jeweils etwa 300 Millionen Dollar im vierten Quartal 2026 und im ersten Quartal 2027. Die Produktion soll schrittweise wieder hochgefahren werden.

Intel setzt auf höhere Produktionskapazitäten

Trotz der kurzfristigen Schwierigkeiten sieht Intel-Chef Lip-Bu Tan weiterhin eine starke Nachfrage nach Prozessoren für Rechenzentren. Besonders bei den Xeon-Serverchips will der Konzern zusätzliche Produktionskapazitäten schaffen.

Parallel investiert Intel in seine Halbleiterfertigung und versucht, das Geschäft als Auftragsfertiger für andere Unternehmen auszubauen. Dabei steht der Konzern unter anderem im Wettbewerb mit dem taiwanischen Chipproduzenten TSMC.

Die Quartalszahlen verdeutlichen damit die unterschiedlichen Entwicklungen innerhalb des Unternehmens: Während das Geschäft mit Rechenzentrumschips erheblich wächst, begrenzen die Schwäche im PC-Markt und Produktionsengpässe die kurzfristigen Umsatz- und Gewinnerwartungen.

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