Renten-Kaufkraft: In deutschen Großstädten zählt der Wohnort

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Wie viel eine Rente tatsächlich wert ist, unterscheidet sich zwischen deutschen Großstädten erheblich. Eine neue Analyse der Deutschen Kreditbank (DKB) zeigt, dass eine monatliche Rente von 1.000 Euro in Chemnitz rechnerisch einer Kaufkraft von 1.094 Euro entspricht. In München sind es dagegen nur 807 Euro. Grundlage ist jeweils das bundesdurchschnittliche Preisniveau. Die im Oktober 2026 veröffentlichte Untersuchung vergleicht die Rentenkaufkraft in Deutschland anhand der 30 größten Städte. Besonders die unterschiedlichen Wohnkosten beeinflussen, wie weit die Altersbezüge reichen.

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Gelsenkirchen führt den Rentenvergleich an

Im Vergleich der durchschnittlichen Altersrenten liegt Gelsenkirchen an der Spitze. Der für Nordrhein-Westfalen angesetzte Rentenzahlbetrag von 1.614 Euro erreicht dort durch das vergleichsweise niedrige Preisniveau eine rechnerische Kaufkraft von 1.721 Euro.

Dahinter folgen Duisburg mit 1.701 Euro und Wuppertal mit 1.679 Euro. Die Werte beschreiben, was die jeweilige Rente bei bundesweit durchschnittlichen Preisen wert wäre. Es handelt sich nicht um zusätzliche Rentenzahlungen.

Am unteren Ende des Vergleichs steht München. Dort entspricht der angesetzte bayerische Rentenzahlbetrag von 1.550 Euro einer Kaufkraft von lediglich 1.251 Euro. Frankfurt am Main erreicht rund 1.400 Euro, Hamburg 1.432 Euro. Berlin kommt auf 1.452 Euro und belegt Platz 26.

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Gleiche Rente kann 287 Euro Kaufkraftunterschied bedeuten

Noch deutlicher werden die regionalen Preisunterschiede bei einer einheitlichen Modellrente von 1.000 Euro. In Chemnitz erreicht dieser Betrag eine Kaufkraft von 1.094 Euro. In München sind es 807 Euro. Zwischen beiden Städten liegen damit rechnerisch 287 Euro Kaufkraft im Monat.

Auch innerhalb einzelner Bundesländer entstehen große Unterschiede. In Gelsenkirchen und Köln wird für die Berechnung derselbe Rentenzahlbetrag von 1.614 Euro verwendet. Während dieser in Gelsenkirchen einer Kaufkraft von 1.721 Euro entspricht, sind es in Köln 1.471 Euro. Das ergibt eine Differenz von 250 Euro.

In Bayern zeigt sich ein ähnliches Bild. Die rechnerische Kaufkraft der angesetzten Durchschnittsrente liegt in Nürnberg bei 1.487 Euro und in München bei 1.251 Euro. Der Unterschied beträgt 236 Euro.

Hohe Wohnkosten verringern die Kaufkraft

Ein wesentlicher Grund für das Gefälle sind die regional unterschiedlichen Wohnkosten. Nach dem Regionalen Preisindex des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) lag das allgemeine Preisniveau in München 2024 rund 24 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

Besonders ausgeprägt war der Unterschied beim Wohnen. Der entsprechende Kostenindex erreichte in München 179,9 Punkte bei einem Bundesdurchschnitt von 100. In Chemnitz lag er bei 72,6 Punkten.

Neben Mieten werden auch andere Ausgaben berücksichtigt, darunter Lebensmittel, Energie und Dienstleistungen. Die Wohnkosten sind bereits im allgemeinen Preisindex enthalten und werden deshalb bei der Rentenberechnung nicht zusätzlich aufgeschlagen.

Frauen erreichen geringere Rentenkaufkraft

Die DKB hat außerdem die rechnerische Kaufkraft der durchschnittlichen Altersrenten von Frauen und Männern gegenübergestellt. In sämtlichen 30 untersuchten Großstädten liegt der Wert für Frauen unter dem der Männer.

Über alle untersuchten Städte hinweg ergibt sich eine durchschnittliche Differenz von 433 Euro. Den größten Abstand weist Gelsenkirchen mit 533 Euro auf. Dort liegt die berechnete Rentenkaufkraft von Frauen bei 1.418 Euro, die der Männer bei 1.951 Euro.

In Berlin ist die Differenz mit 189 Euro am geringsten. Die Unterschiede beruhen auf den geschlechtsspezifischen durchschnittlichen Rentenzahlbeträgen der jeweiligen Bundesländer und dem regionalen Preisniveau.

Die Rentenhöhe allein entscheidet nicht über den Lebensstandard

Für den Vergleich verwendete die DKB Daten der Deutschen Rentenversicherung zum 31. Dezember 2025. Berücksichtigt wurden Altersrenten nach mindestens 35 Versicherungsjahren. Die durchschnittlichen Rentenzahlbeträge stammen aus den jeweiligen Bundesländern und wurden mit dem regionalen Preisindex für 2024 verrechnet.

Die häufig genannten 1.614 Euro beziehen sich somit auf die ausgewählte Rentengruppe in Nordrhein-Westfalen. Der durchschnittliche Zahlbetrag sämtlicher gesetzlicher Altersrenten in Deutschland lag Ende 2025 nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung bei 1.195 Euro.

Die Untersuchung bildet damit weder alle gesetzlichen Renten noch die tatsächlichen Einkommensverhältnisse einzelner Rentnerinnen und Rentner ab. Auch betriebliche und private Altersvorsorge, Vermögen, Haushaltsgröße und individuelle Wohnkosten können beeinflussen, wie viel Geld im Ruhestand verfügbar ist.

Die Ergebnisse machen dennoch deutlich, dass der finanzielle Wert einer gesetzlichen Rente nicht allein von ihrer nominalen Höhe abhängt. Entscheidend ist auch, welche Lebenshaltungskosten am jeweiligen Wohnort anfallen.

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