Ostdeutsche Wirtschaft wird zuversichtlicher: Handel sorgt für Auftrieb

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Stimmung unter den Unternehmen in Ostdeutschland verbessert sich weiter. Im Oktober 2026 stieg der Geschäftsklimaindex des ifo Instituts auf 92,2 Punkte, nachdem er im September bei 91,2 Punkten gelegen hatte. Damit verzeichnet das Konjunkturbarometer bereits den sechsten monatlichen Anstieg in Folge. Besonders deutlich fällt die Verbesserung im Handel aus. Im Bauhauptgewerbe hingegen hat sich die Stimmung wieder etwas eingetrübt.

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Das ifo Geschäftsklima Ostdeutschland zeigt damit eine fortgesetzte Aufhellung der wirtschaftlichen Erwartungen. Wie aus den am Freitag, 30. Oktober 2026, veröffentlichten Ergebnissen der ifo-Niederlassung Dresden hervorgeht, bewerteten die Unternehmen sowohl ihre gegenwärtige Geschäftssituation als auch die Perspektiven für die kommenden Monate günstiger als zuvor.

Geschäftsklima steigt seit sechs Monaten kontinuierlich

Die Entwicklung der vergangenen Monate verdeutlicht, wie sich die wirtschaftliche Stimmung in Ostdeutschland verändert hat. Noch im April 2026 hatte der Geschäftsklimaindex bei 86,3 Punkten gelegen. Anschließend stieg der Wert Monat für Monat und erreichte im Oktober mit 92,2 Punkten seinen höchsten Stand innerhalb der vergangenen zwölf Monate.

Die aktuelle Geschäftslage verbesserte sich gegenüber September allerdings nur geringfügig. Der entsprechende Teilindex erhöhte sich von 89,9 auf 90,4 Punkte. Deutlich stärker fiel dagegen der Anstieg der Geschäftserwartungen aus. Hier kletterte der Wert von 92,4 auf 94,1 Punkte.

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Die Unternehmen rechnen somit häufiger mit einer günstigeren Entwicklung ihrer Geschäfte. Allerdings bedeutet eine solche Verbesserung nicht automatisch, dass Produktion, Umsätze oder Investitionen bereits im gleichen Umfang wachsen. Der Index bildet vor allem die Einschätzungen der befragten Unternehmen ab.

Ostdeutscher Handel mit deutlicher Stimmungsverbesserung

Besonders auffällig ist die Entwicklung im Handel. Nachdem sich das Geschäftsklima im September noch verschlechtert hatte, fiel die Beurteilung im Oktober wieder wesentlich günstiger aus.

Sowohl Großhändler als auch Einzelhändler zeigten sich zufriedener mit ihrer aktuellen wirtschaftlichen Situation. Gleichzeitig verbesserten sich die Erwartungen für die kommenden sechs Monate. Im Einzelhandel fiel dieser Stimmungsumschwung ausgeprägter aus als im Großhandel.

Der saisonbereinigte Geschäftsklimasaldo des gesamten ostdeutschen Handels verbesserte sich von minus 25,9 Punkten im September auf minus 19,5 Punkte im Oktober. Trotz des deutlichen Anstiegs blieb der Wert damit negativ.

Das bedeutet, dass die wirtschaftliche Stimmung innerhalb der Branche weiterhin angespannt ist. Der Oktober brachte jedoch eine erkennbare Verbesserung gegenüber dem Vormonat. Ob daraus eine dauerhaft höhere Nachfrage und steigende Umsätze entstehen, lässt sich aus dem Stimmungsindex allein nicht ableiten.

Industrie setzt auf bessere Aussichten

Auch das Verarbeitende Gewerbe in Ostdeutschland verzeichnete eine Verbesserung des Geschäftsklimas. Die Einzelheiten zeigen allerdings ein uneinheitliches Bild.

Während die Industriebetriebe ihre aktuelle Geschäftslage deutlich schlechter einschätzten als noch im September, stiegen ihre Erwartungen für die kommenden Monate erheblich. Die Unternehmen beurteilen ihre gegenwärtige Situation somit zurückhaltender, rechnen zugleich aber mit einer günstigeren weiteren Entwicklung.

Der Geschäftsklimasaldo im Verarbeitenden Gewerbe erhöhte sich von 6,8 auf 8,8 Punkte. Damit setzte sich die positive Entwicklung dieses Teilindikators fort.

Die unterschiedlichen Bewertungen von gegenwärtiger Lage und künftigen Erwartungen machen deutlich, dass die bessere Stimmung nicht in allen Bereichen bereits mit einer verbesserten wirtschaftlichen Situation einhergeht.

Dienstleister optimistischer, Bauwirtschaft schwächer

Im ostdeutschen Dienstleistungssektor verbesserte sich das Geschäftsklima ebenfalls. Die Unternehmen beurteilten ihre laufenden Geschäfte etwas positiver als im September und korrigierten auch ihre Erwartungen nach oben.

Der entsprechende Geschäftsklimasaldo stieg von minus 0,8 auf plus 1,8 Punkte. Damit entwickelte sich die Stimmung bei den Dienstleistungsunternehmen erneut günstiger.

Anders stellte sich die Situation im Bauhauptgewerbe dar. Dort sank der Geschäftsklimasaldo von minus 15,9 auf minus 18,1 Punkte.

Die befragten Bauunternehmen bewerteten sowohl ihre aktuelle wirtschaftliche Lage als auch ihre Aussichten etwas schlechter als im Vormonat. Damit verlief die Entwicklung entgegen dem allgemeinen Aufwärtstrend der ostdeutschen Wirtschaft.

Die Unterschiede zwischen den Branchen verdeutlichen, dass sich die konjunkturelle Stimmung keineswegs überall gleichermaßen verbessert. Während Handel und Industrie optimistischer werden, bleibt die Situation im Bauhauptgewerbe schwieriger.

Ostdeutschland entwickelt sich beim Geschäftsklima dynamischer als der Bundesdurchschnitt

Auch deutschlandweit hatte sich die Stimmung unter den Unternehmen im Oktober verbessert. Nach Angaben des ifo Instituts stieg der bundesweite Geschäftsklimaindex von 89,9 auf 90,2 Punkte. Die bundesweite Veröffentlichung war bereits am 26. Oktober erfolgt.

Mit einem Zuwachs von 1,0 Indexpunkten fiel die monatliche Verbesserung in Ostdeutschland somit deutlicher aus als in Deutschland insgesamt, wo der Index um 0,3 Punkte zulegte.

Zugleich gab es Unterschiede in der Branchenentwicklung. Während sich das Geschäftsklima im ostdeutschen Handel spürbar verbesserte, stagnierte der entsprechende Indikator auf Bundesebene. Im Bauhauptgewerbe war es umgekehrt: Deutschlandweit verbesserte sich die Stimmung, während sie in Ostdeutschland nachließ.

Auch bei der Bewertung der aktuellen Geschäftslage zeigten sich Unterschiede. Während die ostdeutschen Unternehmen ihre Situation insgesamt geringfügig besser einschätzten, verschlechterte sich der bundesweite Lageindikator leicht. Die Geschäftserwartungen stiegen dagegen sowohl im Osten als auch in Deutschland insgesamt.

Was die ifo-Zahlen über die wirtschaftliche Entwicklung aussagen

Der ostdeutsche Geschäftsklimaindex beruht auf rund 1.700 monatlichen Unternehmensmeldungen aus dem Verarbeitenden Gewerbe, dem Dienstleistungssektor, dem Handel und dem Bauhauptgewerbe.

Dabei beurteilen die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage und geben eine Einschätzung zur erwarteten Entwicklung innerhalb der nächsten sechs Monate ab. Aus beiden Komponenten berechnet das ifo Institut den Geschäftsklimaindex. Die Angaben werden saisonbereinigt, um regelmäßig wiederkehrende Schwankungen besser berücksichtigen zu können.

Die veröffentlichten Branchensalden beruhen auf den Unterschieden zwischen positiven und negativen Antworten. Ein steigender Saldo zeigt eine günstigere Stimmung an, ist jedoch nicht mit einer entsprechenden prozentualen Steigerung der Wirtschaftsleistung gleichzusetzen.

Die Oktoberzahlen liefern damit ein weiteres Signal für eine Verbesserung der wirtschaftlichen Zuversicht in Ostdeutschland. Vor allem die steigenden Erwartungen im Handel und in der Industrie tragen zu dieser Entwicklung bei. Dass die Unternehmen ihre aktuelle Situation teilweise weiterhin zurückhaltend beurteilen und das Bauhauptgewerbe schwächer abschneidet, zeigt zugleich die Grenzen der bisherigen Aufhellung.

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