
Die TSG Hoffenheim steht nach zwei Niederlagen innerhalb weniger Tage vor erheblichen personellen Problemen. Trainer Christian Ilzer sprach nach dem 0:2 bei Werder Bremen am Samstag, 31. Oktober 2026, von zehn verletzten Spielern. Besonders in der Defensive drohen weitere längerfristige Ausfälle. Während der Wadenbeinbruch von Valentin Gendrey offiziell bestätigt ist, gibt es bei Albian Hajdari und Robin Hranáč neue Entwicklungen. Trotzdem zeigt sich Ilzer vor den nächsten Aufgaben in der Europa League und Bundesliga zuversichtlich.
Die Verletzungswelle bei Hoffenheim hat sich nach Informationen des kicker weiter verschärft. Besonders betroffen ist Albian Hajdari. Der Verteidiger hatte zuletzt wegen Fußproblemen gefehlt. Nach Recherchen des Fachmagazins wurde er inzwischen auch am Meniskus operiert. Demnach soll Hajdari bis zum Jahresende ausfallen. Mit einer Rückkehr sei frühestens im Verlauf des Januar 2027 zu rechnen.
Eine offizielle Bestätigung des Vereins für diese neue Diagnose und die genannte Ausfallzeit lag zunächst nicht vor. Bereits zuvor hatte Hajdari nach Kniebeschwerden seine Reise mit der Nationalmannschaft des Kosovo vorzeitig beendet. Anschließend waren Probleme an der Plantarfaszie bekannt geworden.
Zusätzliche Sorgen bereitet Robin Hranáč. Der tschechische Innenverteidiger hatte sich nach kicker-Angaben im Pokalspiel bei Holstein Kiel am Knie verletzt und fehlte anschließend in Bremen. Das Fachmagazin berichtet, dass die Verletzung schwerwiegender sein könnte als zunächst angenommen. Eine abschließende Diagnose werde für Montag, 2. November, erwartet. Ob Hranáč nur kurzfristig oder über einen längeren Zeitraum ausfällt, war zunächst offen.
Damit stehen Ilzer im Abwehrzentrum vorerst nur Ozan Kabak und Kōki Machida als reguläre Innenverteidiger zur Verfügung. Als mögliche Alternativen kommen Bernardo und Mats Rots infrage, die normalerweise auf der linken Abwehrseite eingesetzt werden. Auch Cajetan Lenz hat bereits Erfahrungen im Abwehrzentrum gesammelt. Eine konkrete Umstellung des Defensivsystems ist bislang allerdings nicht angekündigt worden.
Zu den bestätigten schweren Verletzungen gehört die von Valentin Gendrey. Der französische Rechtsverteidiger erlitt am 28. Oktober beim DFB-Pokalspiel gegen Holstein Kiel einen Wadenbeinbruch. Die TSG gab am folgenden Tag bekannt, dass Gendrey langfristig ausfallen werde. Einen genauen Zeitpunkt für die Rückkehr nannte der Verein nicht.
Sportgeschäftsführer Andreas Schicker bezeichnete die Verletzung gegenüber der Öffentlichkeit als schweren Rückschlag für den Spieler und den Klub. Gendrey werde die Unterstützung des Vereins erhalten. Der Verteidiger hatte bereits in der vorangegangenen Saison wegen eines Knöchelbruchs längere Zeit pausieren müssen.
Auch Bambasé Conté fehlt. Der Offensivspieler musste im Pokalspiel in Kiel wegen Beschwerden im Adduktorenbereich vorzeitig ausgewechselt werden. Vor der Begegnung in Bremen erklärte Ilzer laut dpa, dass ein mehrwöchiger Ausfall drohe. Eine verbindliche Prognose zur Dauer der Pause wurde zunächst nicht genannt.
Auf der rechten Abwehrseite war darüber hinaus Vladimír Coufal angeschlagen. Der erfahrene Verteidiger hatte bereits vor dem Pokalspiel über Oberschenkelprobleme geklagt. Nach Gendreys Verletzung musste er in Kiel dennoch eingesetzt werden. Für Bremen stand Coufal schließlich nicht im Spieltagskader. Ob er für die nächsten Begegnungen wieder zur Verfügung steht, war zunächst unklar.
Die Ausfälle beschränken sich nicht auf die Verteidigung. Offensivspieler Patrick Wimmer laboriert an einer Muskelverletzung im hinteren Oberschenkel. Der Verein hatte bereits am 11. Oktober mitgeteilt, dass der österreichische Nationalspieler voraussichtlich bis zur nächsten Länderspielphase im November fehlen werde. Eine frühere Rückkehr wurde bislang nicht bestätigt.
Mittelfeldspieler Nathan De Cat zog sich im Oktober eine Verletzung am linken Außenmeniskus zu. Die TSG hatte zunächst mitgeteilt, dass der belgische Neuzugang bis auf Weiteres nicht zur Verfügung stehe. Ilzer kündigte anschließend einen operativen Eingriff an. Einen konkreten Termin für De Cats sportliche Rückkehr nannte der Trainer nicht.
Zuletzt hatte zudem Max Moerstedt nach einem Zusammenprall mit Leverkusens Loïc Badé über Beschwerden am Kopf geklagt. Ilzer hatte den jungen Angreifer deshalb bereits vor dem Pokalspiel in Kiel als voraussichtlichen Ausfall bezeichnet. Auch gegen Bremen gehörte Moerstedt nicht zum Aufgebot. Eine genaue Ausfallzeit war nicht bekannt.
Neben den Verletzungen musste Hoffenheim in Bremen auch auf Alexander Prass verzichten. Der österreichische Nationalspieler war nach seiner Gelb-Roten Karte gegen Bayer Leverkusen gesperrt. Seine Abwesenheit hatte damit keinen medizinischen Hintergrund.
Trainer Christian Ilzer versuchte nach der Niederlage in Bremen, die sportliche Situation von der personellen Belastung zu trennen. Der Österreicher zeigte sich laut dpa enttäuscht über die Ergebnisse, würdigte aber den Einsatz seiner Mannschaft.
„Mir ist nicht bange um meine Mannschaft“, erklärte Ilzer nach Angaben der Nachrichtenagentur. Außerdem betonte er, dass eine Mannschaft an schwierigen Phasen wachsen könne.
Gegenüber dem kicker verwies Ilzer insbesondere auf Defizite bei der Chancenverwertung und beim Treffen der richtigen Entscheidungen. In diesen Bereichen müsse sich seine Mannschaft weiter verbessern. Der Trainer betonte zugleich, dass er mit dem Auftritt seiner Mannschaft und mit dem Bundesligadebüt von Natnael Abraha zufrieden gewesen sei.
Ilzer kritisierte nach kicker-Angaben außerdem die hohe Beanspruchung seiner Nationalspieler. Dabei stellte er auch den zusätzlichen Wettbewerb der Nations League infrage. Eine konkrete Verbindung zwischen einzelnen Verletzungen und den Länderspieleinsätzen wurde damit allerdings nicht nachgewiesen.
Die zahlreichen Ausfälle stellen auch Sportgeschäftsführer Andreas Schicker vor neue Aufgaben. Besonders die Situation in der Innenverteidigung begrenzt die Möglichkeiten für personelle Wechsel und eine gleichmäßige Verteilung der Spielbelastung.
Schicker hatte nach Gendreys Verletzung vor allem die Unterstützung des betroffenen Spielers hervorgehoben. Konkrete Verstärkungen für die Wintertransferperiode waren bis zum 1. November jedoch nicht angekündigt. Ob die sportliche Führung angesichts der jüngsten Verletzungen ihre Kaderplanung anpasst, blieb zunächst offen.
Für Hoffenheim geht es zunächst darum, die verbleibenden Profis durch den eng getakteten Spielplan zu bringen. Gerade auf den defensiven Positionen können zusätzliche Ausfälle die Auswahlmöglichkeiten weiter einschränken.
Wie deutlich die Personalprobleme bereits den sportlichen Alltag beeinflussen, zeigte sich bei der Begegnung gegen Werder Bremen. Der erst 18 Jahre alte Natnael Abraha begann auf der rechten Abwehrseite und absolvierte sein erstes Bundesligaspiel.
Im weiteren Spielverlauf ermöglichte Ilzer vier zusätzlichen Nachwuchsspielern ihren ersten Einsatz in der höchsten deutschen Spielklasse. Yasin Zor, Jykese Fields, Cajetan Lenz und Valentin Lässig wurden in der Schlussphase eingewechselt.
Für Hoffenheim bedeutet dies einerseits zusätzliche Möglichkeiten aus dem eigenen Nachwuchs. Andererseits verfügen die jungen Spieler bislang nur über begrenzte Erfahrung auf Bundesliganiveau. Insbesondere in der Europa League stehen damit weitere anspruchsvolle Aufgaben bevor.
Sportlich hatte sich Hoffenheim vor den jüngsten Rückschlägen stabilisiert. In der Bundesliga gewann die Mannschaft zunächst mit 2:1 bei Borussia Mönchengladbach und anschließend mit 3:0 gegen Bayer Leverkusen. Dazwischen lag ein 3:0-Erfolg gegen Olympique Lyon in der Europa League.
Am 28. Oktober folgte jedoch das Ausscheiden in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Beim Zweitligisten Holstein Kiel stand es nach Verlängerung 1:1, ehe Hoffenheim im Elfmeterschießen unterlag. Drei Tage später verlor die TSG bei Werder Bremen mit 0:2.
In der Bundesligatabelle lag Hoffenheim nach acht absolvierten Begegnungen mit neun Punkten auf Rang elf. Die Mannschaft hat bislang drei Siege und fünf Niederlagen verbucht.
Kapitän Oliver Baumann, der in Bremen sein 400. Bundesligaspiel für Hoffenheim bestritt, sah trotz der Niederlage positive Ansätze. „Wir haben ein gutes Auswärtsspiel gemacht, uns aber nicht belohnt“, sagte der Torhüter laut dpa. Die schwierige personelle Situation habe die Mannschaft zusätzlich belastet.
Für Hoffenheim setzt sich das intensive Programm unmittelbar fort. Am Donnerstag, 5. November, steht die Auswärtspartie in der Europa League beim englischen Erstligisten Crystal Palace an. Am Sonntag, 8. November, empfängt die TSG anschließend den FC Schalke 04 in der Bundesliga.
Bis dahin dürfte insbesondere die abschließende Untersuchung von Robin Hranáč für die weitere Personalplanung entscheidend sein. Auch die Verfügbarkeit von Coufal und die Belastbarkeit der verbliebenen Abwehrspieler werden eine Rolle spielen. Ilzer muss seine Mannschaft damit nicht nur sportlich auf zwei unterschiedliche Wettbewerbe vorbereiten, sondern zugleich auf eine Reihe verletzungsbedingter Einschränkungen reagieren.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu