
Die deutsche Film- und Fernsehproduzentin Regina Ziegler ist am Sonntag, 1. November 2026, im Alter von 82 Jahren in Berlin gestorben. Ein Sprecher der Ziegler Film GmbH bestätigte ihren Tod gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Mit ihrem Produktionsunternehmen und zahlreichen erfolgreichen Kino- und Fernsehprojekten gehörte Ziegler über Jahrzehnte zu den prägenden Persönlichkeiten der deutschen Filmwirtschaft. Zu ihrem Lebenswerk zählen mehr als 500 Produktionen, darunter die ARD-Serie „Weissensee“ und zahlreiche ausgezeichnete Kinofilme.
Regina Ziegler wurde am 8. März 1944 in Quedlinburg geboren. Nach ihrem Schulabschluss ging sie nach Berlin und begann zunächst ein Jurastudium, das sie nach kurzer Zeit abbrach. Anschließend arbeitete sie beim damaligen Sender Freies Berlin als Produktionsassistentin und sammelte dort erste Erfahrungen in der Film- und Fernsehbranche.
Im April 1973 gründete sie mit 29 Jahren ihre eigene Produktionsfirma. Ihr erstes Projekt war der Kinofilm „Ich dachte, ich wäre tot“, mit dem Regisseur Wolf Gremm sein Spielfilmdebüt gab. Gremm wurde später auch ihr Ehemann. Der Film legte den Grundstein für eine außergewöhnlich lange Karriere in einer Branche, in der Frauen damals nur selten Produktionsunternehmen führten.
Aus der kleinen Firma entwickelte sich mit Ziegler Film eines der bedeutenden unabhängigen Produktionshäuser Deutschlands. Später übernahm ihre Tochter Tanja Ziegler ebenfalls Verantwortung in der Unternehmensführung. Gemeinsam standen sie hinter mehr als 500 Kino- und Fernsehfilmen, Dokumentationen und Serien.
Besonders bekannt wurde Regina Ziegler durch ihre Verbindung von anspruchsvollem Autorenkino mit erfolgreicher Fernsehunterhaltung. Sie arbeitete unter anderem mit Rainer Werner Fassbinder und Volker Schlöndorff zusammen. Zu ihren Produktionen gehören der Kinofilm „Rückkehr nach Montauk“, die ARD-Serie „Weissensee“ sowie die ZDF-Formate „Familie Bundschuh“ und „Kommissarin Heller“.
Auch die Udo-Jürgens-Verfilmung „Der Mann mit dem Fagott“ und die Musicalverfilmung „Ich war noch niemals in New York“ entstanden unter ihrer Mitwirkung. Ihr Werk umfasste historische Stoffe, Literaturverfilmungen, Kriminalgeschichten und Familienunterhaltung.
Noch 2025 gehörte Ziegler zum Produktionsteam des Films „In Liebe, Eure Hilde“ von Regisseur Andreas Dresen. Das Drama über die Widerstandskämpferin Hilde Coppi wurde beim Deutschen Filmpreis als bester Spielfilm in Bronze ausgezeichnet. Gemeinsam mit Claudia Steffen und Christoph Friedel erhielt Ziegler dafür die Auszeichnung als Produzentin.
Die Bedeutung von Regina Ziegler reichte weit über Deutschland hinaus. Bereits 2006 widmete ihr das Museum of Modern Art in New York eine Retrospektive. Ihre Produktionen erhielten zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen, darunter Grimme-Preise und einen International Emmy.
2016 wurde Ziegler beim Deutschen Filmpreis mit dem Ehrenpreis für herausragende Verdienste um den deutschen Film ausgezeichnet. Zwei Jahre später erhielt sie den Carl Laemmle Produzentenpreis für ihr Lebenswerk. Im Jahr 2024 wurde sie außerdem mit dem Deutschen Gründerpreis für ihr unternehmerisches Lebenswerk geehrt.
Mit ihrer 2017 veröffentlichten Autobiografie „Geht nicht gibt’s nicht“ blickte sie auf ihren Weg von den schwierigen Anfängen bis an die Spitze der deutschen Filmproduktion zurück.
Auch jenseits ihres 80. Geburtstags blieb Regina Ziegler beruflich aktiv. Noch im Oktober 2026 nahm sie an der internationalen Fernsehmesse MIPCOM in Cannes teil und beschäftigte sich weiterhin mit den Projekten ihrer Produktionsfirma.
Mit ihrem Tod verliert die deutsche Film- und Fernsehbranche eine Produzentin, die über mehr als fünf Jahrzehnte hinweg die Entwicklung des Kinos und des Fernsehens mitgestaltete. Ihr Lebenswerk steht sowohl für erfolgreiche Publikumsunterhaltung als auch für anspruchsvolle Filmkunst. Zugleich gehörte sie zu jener Generation von Unternehmerinnen, die sich in einer lange männlich dominierten Filmwirtschaft eine führende Position erarbeiteten.
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