
Ein Feuer in einer Lagerhalle der Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland (EGW) in Gescher hat am Samstag, 31. Oktober 2026, einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Rund 70 bis 75 Einsatzkräfte waren mehrere Stunden damit beschäftigt, brennende Abfälle zu löschen und eine weitere Ausbreitung der Flammen zu verhindern. Wegen der erheblichen Rauchentwicklung wurde zwischenzeitlich eine Warnmeldung für die Bevölkerung herausgegeben. Verletzte gab es nach den Angaben vom Samstag nicht. Die Brandursache blieb zunächst ungeklärt.
Der Brand auf dem Betriebsgelände in Gescher-Estern wurde am Samstagmorgen entdeckt. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur bemerkte ein Mitarbeiter des Entsorgungsunternehmens das Feuer und alarmierte die Feuerwehr. Gegen 7.30 Uhr gingen die Einsatzkräfte in den Einsatz. Bereits bei ihrem Eintreffen stieg dichter Rauch aus dem betroffenen Bereich auf. Die Einsatzleitung erhöhte daraufhin das Alarmstichwort und löste einen umfassenden Feuerwehreinsatz aus.
In der Lagerhalle brannten gelagerte Abfälle. Während die Deutsche Presse-Agentur von Restmüll sprach, bezeichnete die Borkener Zeitung das brennende Material als Sperrmüll. Die Feuerwehr selbst nennt in ihrem Einsatzbericht Abfallreste, ohne die Zusammensetzung näher zu beschreiben. Die Flammen drohten sich innerhalb der Halle auf weitere Lagerbereiche auszubreiten. Den Einsatzkräften gelang es jedoch, benachbarte Boxen vor dem Feuer zu schützen.
Die Brandbekämpfung stellte die Einsatzkräfte vor eine aufwendige Aufgabe. Um auch tiefer liegende Brandherde zu erreichen, reichte es nicht aus, das Feuer ausschließlich innerhalb der Halle mit Wasser zu bekämpfen. Die Feuerwehr ließ deshalb brennende Abfälle mit einem Radlader und einem Umschlagbagger aus dem Gebäude transportieren.
Das Material wurde auf Lastwagen verladen, ins Außengelände gebracht und dort auseinandergezogen. Anschließend konnten die Einsatzkräfte verbliebene Glutnester gezielt ablöschen. Dieses Vorgehen sollte verhindern, dass sich das Feuer innerhalb der gelagerten Abfallmengen erneut ausbreitete.
Neben der Feuerwehr Gescher waren unter anderem Kräfte aus Stadtlohn, das Technische Hilfswerk aus Ahaus, zusätzliche Atemschutzkräfte und eine Messeinheit beteiligt. Das Deutsche Rote Kreuz aus Stadtlohn unterstützte die Absicherung der Einsatzkräfte. Die Feuerwehr teilte das Gelände in fünf Einsatzabschnitte auf, um Brandbekämpfung, Wasserversorgung, Logistik und Überwachung der Umgebung parallel organisieren zu können.
Insgesamt waren nach der abschließenden Einsatzdokumentation rund 70 Einsatzkräfte mit 20 Fahrzeugen beteiligt. Nach etwa achteinhalb Stunden war der Feuerwehreinsatz beendet.
Die Rauchentwicklung hatte auch Auswirkungen über das Betriebsgelände hinaus. Am Samstagmorgen wurde für den Bereich Gescher-Estern über das Warnsystem NINA eine Information zu einer möglichen Geruchsbelästigung verbreitet. Die Meldung der Kreisleitstelle Borken wurde um 8.23 Uhr herausgegeben.
In der Warnung hieß es, dass durch das Schadensereignis eine Geruchsbelästigung auftrete. Eine Gesundheitsgefahr bestehe nach der damaligen Einschätzung nicht. Die Bevölkerung wurde außerdem gebeten, die Notrufnummern von Feuerwehr und Polizei ausschließlich für Notfälle zu nutzen. Die Warnung wurde noch am Samstag wieder aufgehoben.
Während des Einsatzes kontrollierte eine spezielle Messeinheit fortlaufend die Luft im Umfeld des Betriebsgeländes. Die Überwachung bildete einen eigenen Einsatzabschnitt. Konkrete Messwerte oder Angaben zu einzelnen Stoffkonzentrationen wurden im veröffentlichten Einsatzbericht nicht genannt. Ebenso lagen zunächst keine Hinweise auf gesundheitliche Beeinträchtigungen durch den Rauch vor.
Der Brand bei der EGW in Gescher wirft auch zwei Tage nach dem Feuer Fragen nach seiner Entstehung auf. Nach Angaben von Radio WMW befasst sich inzwischen die Polizei mit der Brandursache. Eine gesonderte öffentliche Bestätigung der Kreispolizeibehörde Borken zu diesen Ermittlungen lag zunächst nicht vor.
Bereits am Samstag hatte die Feuerwehr erklärt, dass die Ursache des Feuers noch nicht feststehe. Ob ein technischer Defekt, eine unbeabsichtigte Entzündung des gelagerten Materials oder ein anderer Auslöser vorlag, war zunächst nicht geklärt. Gesicherte Hinweise auf eine vorsätzliche Brandlegung gab es zunächst nicht.
Auch die Höhe des entstandenen Schadens blieb offen. Konkrete Angaben zu Beschädigungen an der Lagerhalle, technischen Einrichtungen oder weiteren Betriebsteilen lagen zunächst nicht vor. Die Feuerwehr konnte allerdings verhindern, dass das Feuer auf benachbarte Lagerboxen innerhalb der Halle übergriff.
Die Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland betreibt ihren Hauptstandort an der Straße Estern 41 in Gescher. Das Unternehmen übernimmt im Auftrag des Kreises Borken zentrale Aufgaben der öffentlichen Abfallentsorgung und organisiert unter anderem die Behandlung und Weiterleitung verschiedener Abfallarten.
Nach eigenen Angaben lässt die EGW Restabfälle überwiegend in thermischen Behandlungsanlagen im Ruhrgebiet verwerten. Darüber hinaus gehören weitere Bereiche der Abfallwirtschaft zu ihrem Aufgabengebiet. Der Standort Gescher ist damit Teil der Infrastruktur, über die die Entsorgung kommunaler Abfälle organisiert wird.
Welche betrieblichen Folgen der Brand konkret hat, blieb zunächst offen. Insbesondere war nicht bekannt, ob einzelne Bereiche der Entsorgungsanlage vorübergehend nur eingeschränkt genutzt werden können oder zusätzliche Maßnahmen zur Beseitigung der Brandschäden erforderlich sind. Eine konkrete öffentliche Stellungnahme der EGW zu Schadenshöhe und möglichen Einschränkungen lag zunächst nicht vor.
Mit dem Abschluss der Löscharbeiten am Samstag war der unmittelbare Feuerwehreinsatz beendet. Die Entstehung des Brandes und seine wirtschaftlichen Folgen waren damit jedoch noch nicht abschließend geklärt.
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