
Der Online-Supermarkt Flaschenpost erweitert sein Sortiment erheblich. Statt bislang rund 4.000 sollen künftig etwa 8.000 Lebensmittelartikel erhältlich sein. Gleichzeitig setzt das zur Oetker-Gruppe gehörende Unternehmen verstärkt auf günstige Eigenmarken des Handelskonzerns Kaufland und kündigt Preissenkungen in mehreren Warengruppen an. Damit entwickelt sich der ursprünglich auf Getränke spezialisierte Lieferdienst weiter zum Anbieter für den vollständigen Wocheneinkauf.
Die am Dienstag, 3. November 2026, vorgestellte Sortimentserweiterung betrifft zahlreiche Lebensmittelkategorien. Besonders deutlich wächst nach Unternehmensangaben die Auswahl bei Obst, Gemüse und Fleisch. Dort habe sich die Zahl der verfügbaren Produkte jeweils mehr als verdoppelt.
Zusätzliche Artikel gibt es unter anderem bei Fisch, Molkereiprodukten, Eiern und vorbereiteten Mahlzeiten. Dazu gehören beispielsweise Salate und Bowls. Das Unternehmen setzt dabei auf die tägliche Belieferung seiner Lagerstandorte, um auch leicht verderbliche Lebensmittel anbieten zu können.
Das erweiterte Angebot steht nach Angaben von Flaschenpost bundesweit innerhalb des bestehenden Liefergebiets zur Verfügung. Ergänzt wird es weiterhin durch Produkte regionaler Erzeuger.
Ein wesentlicher Bestandteil der Erweiterung ist die Zusammenarbeit mit Kaufland. Der zur Schwarz-Gruppe gehörende Lebensmittelhändler wird langfristiger Lieferant von Flaschenpost.
Kunden können dadurch auch Produkte der Kaufland-Eigenmarken K-Classic und K-Bio Organic bestellen. Dazu zählen Lebensmittel für den täglichen Bedarf, die das bisherige Angebot an preisgünstigen Artikeln ergänzen.
Die Zusammenarbeit hatte allerdings bereits vor der offiziellen Vorstellung begonnen. Schon Mitte Oktober wurden erste Kaufland-Produkte in den Flaschenpost-Shop aufgenommen. Eine Auswertung des Fachportals Supermarktblog zeigte Ende Oktober, dass an verschiedenen Lagerstandorten bereits mehrere Hundert Kaufland-Eigenmarkenartikel gelistet waren.
Die neue Kooperation ermöglicht es Kaufland zugleich, seine Eigenmarken über einen zusätzlichen Vertriebskanal anzubieten.
Neben dem größeren Sortiment sollen Kunden auch von niedrigeren Preisen profitieren. Nach Unternehmensangaben werden Lebensmittel in einzelnen Kategorien, darunter Obst und Gemüse, um mehr als 20 Prozent günstiger.
Die angekündigten Reduzierungen gelten allerdings nicht pauschal für sämtliche Produkte. Wie stark die Preise einzelner Artikel tatsächlich fallen, hängt von der jeweiligen Warengruppe ab.
Auch bedeuten die neuen Kaufland-Eigenmarken nicht automatisch, dass sämtliche Artikel genauso viel kosten wie in den Kaufland-Filialen. Ein Preisvergleich des Supermarktblogs vom Oktober zeigte sowohl übereinstimmende Preise als auch Produkte, die bei Flaschenpost teurer angeboten wurden. Seitdem wurden einzelne Preise angepasst.
Parallel zur Sortimentserweiterung hat Flaschenpost seinen digitalen Einkauf überarbeitet. Website und App erhalten eine neue Darstellung, die insbesondere den Einkauf größerer Lebensmittelmengen vereinfachen soll.
Insgesamt 16 Produktkategorien sollen die Orientierung verbessern. Darüber hinaus hat das Unternehmen nach eigenen Angaben die technische Leistung des Onlineshops optimiert.
Am grundsätzlichen Liefermodell ändert sich nichts. Flaschenpost bietet weiterhin die Lieferung von Lebensmitteln und Getränken bis an die Wohnungstür an. Je nach Liefergebiet und verfügbaren Zeitfenstern können Bestellungen innerhalb von 120 Minuten oder zu einem ausgewählten Wunschtermin zugestellt werden.
Auch die kostenlose Mitnahme von Leergut bleibt Bestandteil des Angebots.
Flaschenpost wurde 2016 gegründet und begann zunächst als Getränkelieferdienst. Ende 2020 übernahm die Oetker-Gruppe das Unternehmen. In den darauffolgenden Jahren wurde das Angebot schrittweise um Lebensmittel und weitere Produkte des täglichen Bedarfs erweitert.
Bereits im Mai 2025 hatte Flaschenpost eine größere Ausweitung seines Liefergebiets angekündigt. Mehr als 500 zusätzliche Postleitzahlengebiete mit über acht Millionen Einwohnern wurden damals in das Versorgungsnetz aufgenommen.
Nach eigenen Angaben erreicht Flaschenpost inzwischen mehr als 40 Prozent der deutschen Haushalte. Das Unternehmen betreibt rund 30 Lagerstandorte und wickelt jährlich etwa zehn Millionen Bestellungen ab.
Die Sortimentserweiterung fällt in eine Phase, in der der Onlinehandel mit Lebensmitteln in Deutschland weiter wächst. Nach Zahlen des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland stieg der Bruttoumsatz mit online bestellten Lebensmitteln im Jahr 2025 um 5,5 Prozent auf rund 4,12 Milliarden Euro.
Gleichzeitig bleibt der digitale Vertrieb von Lebensmitteln im Vergleich zum stationären Einzelhandel ein verhältnismäßig kleiner Markt. Nach Angaben des Handelsverbands Deutschland erreichten Lebensmittel und Drogerieprodukte 2025 zusammen einen Onlineanteil von 4,9 Prozent.
Für die Oetker-Gruppe ist Flaschenpost bereits seit mehreren Jahren Bestandteil des digitalen Handelsgeschäfts. Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Umsatz des Lieferdienstes nach Angaben des Mutterkonzerns erneut. Konkrete Umsatzzahlen für Flaschenpost wurden dabei nicht veröffentlicht. Der gesamte Geschäftsbereich Weitere Interessen, zu dem neben dem Lieferdienst auch IT- und Hotelunternehmen gehören, erzielte 800 Millionen Euro Umsatz.
Mit der jetzt vorgestellten Erweiterung vergrößert Flaschenpost seine Auswahl an Lebensmitteln deutlich. Gleichzeitig erhält Kaufland einen zusätzlichen Absatzweg für seine Eigenmarken im deutschen Online-Lebensmittelhandel.
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