Lufthansa steigt bei TAP Air Portugal ein und investiert mehr als eine Milliarde Euro

Mittendrin Flughafen Frankfurt – Terminal 3 Testbetrieb mit Komparsen
Mittendrin Flughafen Frankfurt heute um 21:00 Uhr im HR (Foto: Symbolbild)

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Die Lufthansa Group hat ihren Einstieg bei der portugiesischen Fluggesellschaft TAP Air Portugal vertraglich vereinbart. Am Dienstag, 3. November 2026, unterzeichneten Vertreter des deutschen Luftfahrtkonzerns und der portugiesischen Regierung in Lissabon die entsprechenden Dokumente. Lufthansa will zunächst 44,9 Prozent der Anteile für 1,025 Milliarden Euro übernehmen. Der Abschluss des Geschäfts hängt noch von behördlichen Genehmigungen ab.

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Lufthansa kann Beteiligung an TAP auf 49,9 Prozent erhöhen

Die Vertragsunterzeichnung fand am Flughafen Humberto Delgado in Lissabon statt. Mit der Vereinbarung setzt Portugal die bereits im Oktober beschlossene Teilprivatisierung seiner nationalen Fluggesellschaft fort. Die Bundesregierung ist an dem Geschäft nicht beteiligt.

Neben den vereinbarten 44,9 Prozent sind weitere fünf Prozent der TAP-Anteile zunächst für Beschäftigte der portugiesischen Airline vorgesehen. Werden diese Anteile nicht vollständig von den Mitarbeitern erworben, könnte Lufthansa ihre Beteiligung auf bis zu 49,9 Prozent ausweiten.

Der Konzern will den Kaufpreis aus vorhandenen liquiden Mitteln finanzieren. Einschließlich einer möglichen Kaufpreisanpassung für den Zeitraum bis zum Vollzug der Transaktion könnte die Gesamtzahlung auf rund 1,2 Milliarden Euro steigen. Der portugiesische Staat behält in dieser ersten Phase mindestens 50,1 Prozent der Gesellschaft.

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Lissabon soll siebtes Drehkreuz der Lufthansa Group werden

Mit dem Einstieg verfolgt Lufthansa vor allem eine stärkere Position auf den Flugverbindungen zwischen Europa und Lateinamerika. TAP verfügt insbesondere im Verkehr mit Brasilien über ein ausgebautes Streckennetz. Auch Verbindungen nach Nordamerika und in portugiesischsprachige afrikanische Staaten spielen in den Planungen eine wichtige Rolle.

Nach Berechnungen der Lufthansa Group würde ihr gemeinsamer Marktanteil mit TAP im Verkehr zwischen Europa und Lateinamerika von derzeit rund neun auf etwa 20 Prozent steigen. Dabei handelt es sich um eine Unternehmensberechnung für den geplanten Zusammenschluss und nicht um einen bereits erreichten Marktanteil.

Lissabon soll perspektivisch das siebte Drehkreuz des deutschen Konzerns werden. Daneben sollen auch die portugiesischen Regionen rund um Porto, die Algarve sowie Madeira und die Azoren in der weiteren Entwicklung berücksichtigt werden.

Portugal behält zunächst die Mehrheit an TAP

Die portugiesische Regierung hatte Lufthansa bereits am 14. Oktober 2026 als bevorzugten Käufer ausgewählt. In der entscheidenden Phase des Privatisierungsverfahrens hatte sich der deutsche Konzern gegen Air France-KLM durchgesetzt.

Für Portugal ist die Beibehaltung der nationalen Identität von TAP ein wesentlicher Bestandteil der Vereinbarung. Die Fluggesellschaft soll weiterhin unter ihrer bisherigen Marke auftreten und ihren Sitz in Portugal behalten. Auch die Verbindungen zu den portugiesischen Inselregionen und die Entwicklung des Standorts Lissabon gehören zu den zentralen Interessen der Regierung.

Lufthansa strebt langfristig eine weitergehende Beteiligung an TAP an. Eine mögliche spätere Mehrheitsübernahme wäre allerdings Gegenstand eines eigenständigen Verfahrens. Der jetzt unterzeichnete Vertrag betrifft zunächst ausschließlich den Minderheitseinstieg.

EU-Kommission muss dem Lufthansa-Einstieg noch zustimmen

Der vereinbarte Anteilskauf ist noch nicht abgeschlossen. Vor dem tatsächlichen Eigentumsübergang müssen die zuständigen Behörden zustimmen. Dabei kommt insbesondere der Europäischen Kommission eine wichtige Rolle zu.

Die europäischen Wettbewerbshüter müssen prüfen, welche Folgen die Beteiligung für den Wettbewerb im Luftverkehr haben könnte. Der portugiesische Staat bleibt bis zum Vollzug des Geschäfts Mehrheitseigentümer von TAP.

Mit der Vertragsunterzeichnung erhält die europäische Konsolidierung im Luftverkehr einen weiteren konkreten Schritt. Für Lufthansa eröffnet sich damit die Möglichkeit, ihr internationales Streckennetz stärker nach Südamerika auszurichten. Wann die Beteiligung tatsächlich vollzogen werden kann, hängt von den noch ausstehenden Genehmigungsverfahren ab.

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