Nintendo verkauft deutlich weniger Switch 2 und hält trotzdem an Jahresprognose fest

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Grzegorz Walczak

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Der japanische Videospielkonzern Nintendo hat im zweiten Geschäftsquartal 2026 einen deutlichen Rückgang beim Absatz seiner Spielekonsole Switch 2 verzeichnet. Zwischen Juli und September verkaufte das Unternehmen weltweit 2,67 Millionen Geräte und damit rund 41 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Auch Umsatz und Gewinn blieben hinter den Erwartungen von Analysten zurück. Dennoch bestätigte Nintendo am Donnerstag, 5. November 2026, seine bisherigen Ziele für das bis März 2027 laufende Geschäftsjahr.

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Switch-2-Absatz sinkt innerhalb eines Jahres um 41 Prozent

Die neuen Verkaufszahlen verdeutlichen, dass sich das Geschäft mit der Nintendo Switch 2 nach dem erfolgreichen Marktstart im Juni 2025 erheblich abgeschwächt hat. Im zweiten Geschäftsquartal des Vorjahres waren noch 4,54 Millionen Konsolen verkauft worden. Gegenüber dem unmittelbar vorangegangenen Quartal, in dem Nintendo 3,82 Millionen Geräte abgesetzt hatte, ergibt sich ebenfalls ein Rückgang von rund 30 Prozent.

Im gesamten ersten Geschäftshalbjahr von April bis September 2026 verkaufte Nintendo 6,49 Millionen Switch-2-Konsolen. Ein Jahr zuvor waren es 10,36 Millionen gewesen. Damit lag der Halbjahresabsatz um 37,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Auch die ältere Nintendo Switch verlor an Bedeutung. Von ihr wurden im ersten Halbjahr noch 1,27 Millionen Geräte verkauft, ein Rückgang um 32,7 Prozent.

Die Zahlen erfassen die Verkäufe des Konzerns an Handelspartner sowie direkte Verkäufe an Verbraucher. Sie entsprechen deshalb nicht vollständig den tatsächlichen Abverkäufen im Einzelhandel. Der starke Vorjahreswert fällt zudem in die Anfangsphase der Switch 2 nach ihrer Markteinführung.

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Quartalsumsatz und Gewinn unter den Erwartungen

Die schwächeren Hardwareverkäufe machten sich auch in den Geschäftszahlen bemerkbar. Aus den veröffentlichten Halbjahresergebnissen und den bereits vorliegenden Zahlen für das erste Quartal ergibt sich für den Zeitraum Juli bis September ein Umsatz von rund 448,23 Milliarden Yen. Im entsprechenden Vorjahresquartal waren es 527,20 Milliarden Yen gewesen. Der Rückgang belief sich damit auf knapp 15 Prozent.

Vor der Veröffentlichung hatten 17 von Finanzen.net erfasste Analysten durchschnittlich einen Quartalsumsatz von 464,95 Milliarden Yen erwartet. Nintendo unterschritt diese Schätzung um rund 16,7 Milliarden Yen.

Auch beim Ergebnis blieb der Konzern hinter den Erwartungen zurück. Der auf die Anteilseigner entfallende Quartalsgewinn lag rechnerisch bei rund 73,49 Milliarden Yen, nach 102,90 Milliarden Yen im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang von rund 28,6 Prozent.

Der rechnerische Gewinn je Aktie lag bei ungefähr 63,75 Yen. Sieben Analysten hatten im Durchschnitt 66,16 Yen erwartet. Das operative Ergebnis sank gegenüber dem Vorjahresquartal um rund 16 Prozent auf 73,9 Milliarden Yen. Damit entwickelten sich Umsatz und Ertrag im zweiten Geschäftsquartal schwächer als im gesamten ersten Halbjahr.

Nintendo steigert Halbjahresgewinn trotz sinkender Einnahmen

Für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres ergibt sich ein anderes Bild. Nintendo erzielte von April bis September einen Umsatz von 966 Milliarden Yen. Das waren 12,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Gleichzeitig stieg der operative Gewinn um 49,1 Prozent auf 216,5 Milliarden Yen. Der Nettogewinn erhöhte sich um elf Prozent auf rund 220,9 Milliarden Yen. Verantwortlich dafür waren unter anderem die stärkeren Softwareerlöse und ein höherer Anteil profitablerer Geschäfte am Gesamtumsatz.

Eine zusätzliche Rolle spielte eine Rückerstattung zuvor verbuchter US-Zölle. Nintendo berücksichtigte daraus bereits im ersten Geschäftsquartal eine Entlastung von umgerechnet rund 300 Millionen US-Dollar bei den Umsatzkosten. Die höhere Profitabilität des Halbjahres lässt sich deshalb nicht ausschließlich auf die laufende Entwicklung des Konsolen- und Spielegeschäfts zurückführen.

Der Anteil des Auslandsgeschäfts am Gesamtumsatz lag bei 78,9 Prozent. Besonders die Märkte in Nordamerika und Europa sind damit weiterhin von erheblicher Bedeutung für den Konzern.

Softwareverkäufe entwickeln sich deutlich besser

Während die Nachfrage nach neuer Hardware nachließ, entwickelte sich der Absatz von Videospielen positiv. Nintendo verkaufte im ersten Halbjahr 24,49 Millionen Spiele für die Switch 2. Das entspricht einem Zuwachs von 18,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Auch die ältere Switch lieferte weiterhin hohe Verkaufszahlen. Für sie wurden 65,73 Millionen Spiele abgesetzt, 6,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Zu den erfolgreichen Neuerscheinungen gehörten Splatoon Raiders mit 2,42 Millionen verkauften Exemplaren, Fire Emblem: Fortune’s Weave mit 1,34 Millionen und Star Fox mit 1,17 Millionen. Der bereits zuvor erschienene Titel Mario Kart World erreichte bis Ende September einen Gesamtabsatz von 16,48 Millionen Exemplaren.

Besonders stark entwickelte sich das digitale Geschäft. Die Einnahmen aus digitalen Spielen, Zusatzinhalten und weiteren Onlineangeboten erhöhten sich im ersten Halbjahr um 60,5 Prozent auf 249,6 Milliarden Yen. Ihr Anteil am Softwareumsatz erreichte 60,7 Prozent.

Zusätzliche Einnahmen erzielte Nintendo mit der kommerziellen Verwertung seiner bekannten Marken. Der entsprechende Geschäftsbereich steigerte seinen Umsatz um 87,9 Prozent auf 62,7 Milliarden Yen. Dazu trug unter anderem der Animationsfilm The Super Mario Galaxy Movie bei.

Höhere Konsolenpreise und steigende Kosten belasten das Geschäft

Nintendo hatte bereits im Mai 2026 Preiserhöhungen für die Switch 2 angekündigt. Betroffen waren unter anderem Japan, die USA und weitere internationale Märkte. In den Vereinigten Staaten erhöhte sich der reguläre Preis im September von rund 450 auf etwa 500 US-Dollar.

Hintergrund waren nach Angaben des Unternehmens gestiegene Kosten für Speicherchips und andere elektronische Bauteile sowie veränderte Marktbedingungen. Die weltweite Nachfrage nach Speichertechnik wird insbesondere durch den Ausbau von Infrastruktur für künstliche Intelligenz beeinflusst.

Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der Preiserhöhung und dem gesamten Absatzrückgang im zweiten Quartal ist allerdings nicht belegt. Die neuen US-Preise galten erst gegen Ende des Berichtszeitraums. Gleichzeitig fiel der Vergleich mit dem besonders absatzstarken ersten Jahr der neuen Konsole zusammen.

Für das laufende Geschäftsjahr hat Nintendo zusätzliche Belastungen durch Bauteilpreise und Zölle von insgesamt rund 100 Milliarden Yen in seiner Planung berücksichtigt.

Jahresprognose bleibt trotz schwächerer Verkäufe bestehen

Nintendo hält an seiner Prognose für das bis zum 31. März 2027 laufende Geschäftsjahr fest. Der Konzern erwartet weiterhin einen Umsatz von 2,05 Billionen Yen. Das entspräche einem Rückgang von 11,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Beim operativen Gewinn rechnet das Unternehmen mit 370 Milliarden Yen und damit mit einem leichten Anstieg um 2,7 Prozent. Der Nettogewinn soll dagegen um 26,9 Prozent auf 310 Milliarden Yen zurückgehen.

Für die Switch 2 erwartet Nintendo im Gesamtjahr weiterhin einen Absatz von 16,5 Millionen Konsolen. Nach den bislang verkauften 6,49 Millionen Geräten müssten in der zweiten Geschäftsjahreshälfte somit noch rund zehn Millionen Konsolen hinzukommen.

Dabei kommt dem Weihnachtsgeschäft besondere Bedeutung zu. In den Monaten November und Dezember steigen die Verkäufe von Spielekonsolen und Videospielen traditionell deutlich. Nintendo setzt außerdem auf neue Spieleveröffentlichungen und Sondereditionen seiner Hardware, darunter eine zum 40. Jubiläum der Reihe The Legend of Zelda.

Seit ihrem Marktstart im Juni 2025 hat sich die Switch 2 weltweit insgesamt 26,35 Millionen Mal verkauft. Für die Vorgängerkonsole liegt der kumulierte Absatz inzwischen bei 157,20 Millionen Geräten.

Nintendo-Aktie steigt in Tokio, gibt nachbörslich aber nach

An der Börse in Tokio hatte die Nintendo-Aktie den regulären Handel am 5. November mit einem deutlichen Kursgewinn beendet. Das Papier schloss bei 8.880 Yen und damit 6,31 Prozent über dem Vortageswert von 8.353 Yen.

Der reguläre Börsenhandel war allerdings bereits beendet, als Nintendo seine neuen Geschäftszahlen veröffentlichte. Der Kursanstieg lässt sich deshalb nicht als positive Reaktion auf die Quartalsergebnisse werten.

Im anschließenden außerbörslichen Handel zeigte sich ein anderes Bild. Auf einer japanischen alternativen Handelsplattform lag die Aktie am Donnerstag um 17.26 Uhr Ortszeit bei 8.175 Yen und damit knapp acht Prozent unter dem offiziellen Börsenschlusskurs.

Die weitere Entwicklung des Unternehmens hängt wesentlich davon ab, ob Nintendo seine Hardwareverkäufe im wichtigen Weihnachtsquartal steigern kann. Gleichzeitig zeigen die aktuellen Zahlen, dass Softwareverkäufe, digitale Angebote und zusätzliche Markenerlöse für das Konzernergebnis zunehmend an Bedeutung gewinnen.

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