
Der Modehändler Peek & Cloppenburg steht möglicherweise vor einem weitreichenden Standortwechsel. Seine drei bekannten Weltstadthäuser in Düsseldorf, Berlin und Frankfurt am Main könnten künftig vom spanischen Modekonzern Inditex genutzt werden. Zu dem Unternehmen gehören unter anderem Zara, Bershka und Massimo Dutti. Während über bereits abgeschlossene Mietverträge berichtet wird, bestätigt Peek & Cloppenburg die Veränderungen bislang nicht. Fest steht allerdings, dass die Gebäude umgebaut und künftig anders genutzt werden sollen.
Nach Informationen des Handelsblatts sollen die Mietverträge für die drei Immobilien mit Inditex bereits unterzeichnet worden sein. Die Zeitung beruft sich dabei auf mehrere mit den Vorgängen vertraute Personen. Besonders weit fortgeschritten sollen die Planungen für das Düsseldorfer Stammhaus sein. Dort müsste Peek & Cloppenburg demnach bereits bis Oktober 2027 ausziehen.
Auch die Häuser an der Berliner Tauentzienstraße und an der Frankfurter Zeil könnten an den spanischen Modekonzern übergehen. Welche Marken von Inditex dort tatsächlich einziehen würden, ist nicht bekannt. Ebenso liegen für Berlin und Frankfurt keine verbindlich bestätigten Auszugstermine vor.
Peek & Cloppenburg erklärte auf Anfrage des Handelsblatts, dass diesbezüglich noch nichts entschieden sei. Gegenüber der Neuen Ruhr Zeitung ließ das Unternehmen außerdem mitteilen, dass sich ein Auszug im Oktober 2027 in der genannten Form nicht bestätigen lasse. Inditex äußerte sich zunächst nicht zu den Berichten.
Eine besondere Rolle spielt die Eigentümerstruktur der betroffenen Immobilien. Die drei Weltstadthäuser werden von der Immobiliengesellschaft Midstad verwaltet. Sie ist ebenso wie der Modehändler mit der Unternehmerfamilie um Patrick Cloppenburg verbunden.
Trotz dieser familiären Verbindung handelt es sich um unterschiedliche Unternehmen mit eigenen wirtschaftlichen Aufgaben. Midstad ist für die Entwicklung und Vermarktung der Immobilien zuständig, während Peek & Cloppenburg die Flächen für den Modehandel nutzt.
Midstad äußerte sich gegenüber der Bild-Zeitung nicht zu den einzelnen Vertragsverhältnissen. Eine offizielle Bestätigung der angeblichen Neuvermietungen liegt damit weiterhin nicht vor.
Unabhängig von den möglichen Mietverträgen stehen die drei Gebäude vor Veränderungen. Peek & Cloppenburg bestätigte, dass die Weltstadthäuser künftig für unterschiedliche Nutzungen umgebaut werden sollen. Neben dem Einzelhandel kommen beispielsweise Büroflächen infrage. Die bisherigen Verkaufsflächen sollen dadurch kleiner werden.
Für das Frankfurter Weltstadthaus an der Zeil 71 bis 75 liegen bereits konkrete Entwicklungsvorstellungen vor. Midstad will die Immobilie zu einem Gebäude mit Einzelhandel, Gastronomie, Arbeitsflächen und weiteren Freizeitangeboten umgestalten. Der Umbau soll nach Unternehmensangaben im laufenden Betrieb erfolgen. Künftig sind mehrere Mieter vorgesehen.
Welche Rolle Peek & Cloppenburg nach diesen Veränderungen in den einzelnen Gebäuden spielen wird, ist noch offen.
Vor allem ein möglicher Abschied vom Düsseldorfer Weltstadthaus wäre ein bedeutender Schritt in der Unternehmensgeschichte. Peek & Cloppenburg eröffnete dort 1901 sein erstes Geschäft. Das heutige Gebäude an der Schadowstraße entstand 2001 nach einem Entwurf des amerikanischen Architekten Richard Meier.
Auch die beiden anderen betroffenen Häuser haben eine lange Geschichte. Das Frankfurter Weltstadthaus wurde 1988 eröffnet. Das Berliner Gebäude an der Tauentzienstraße entstand 1995 nach Plänen des Architekten Gottfried Böhm.
Peek & Cloppenburg betonte, dass das Unternehmen weiterhin in allen drei Städten vertreten sein wolle. In Berlin betreibt der Händler nach eigenen Angaben acht Häuser sowie zwei weitere im Umland. In Frankfurt ist das Unternehmen mit fünf Häusern vertreten. Düsseldorf bleibe als Heimatstandort besonders wichtig.
Die möglichen Standortwechsel fallen in eine Phase umfassender Veränderungen beim Modehändler. Bereits 2023 hatte Peek & Cloppenburg Düsseldorf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung durchlaufen und im Herbst desselben Jahres abgeschlossen.
Im September 2025 kündigte das Unternehmen ein neues Transformationsprogramm an. Seit Dezember 2025 verantwortet Geschäftsführerin Constanze Freienstein unter anderem den Vertrieb und die Expansion des Unternehmens in Deutschland.
Im Oktober 2026 erklärte Freienstein gegenüber dem Handelsblatt, dass sämtliche Standorte überprüft würden. Statt großer Modehäuser mit bis zu 16.000 Quadratmetern sollen künftig vor allem kleinere Geschäfte mit 3.000 bis 5.000 Quadratmetern eine größere Rolle spielen. An ausgewählten Standorten seien auch Flächen bis zu 10.000 Quadratmetern vorgesehen.
Damit verändert Peek & Cloppenburg sein bisheriges Filialkonzept. Große Warenhäuser mit umfangreichen Verkaufsflächen verlieren innerhalb der Strategie an Bedeutung. Ob die drei Weltstadthäuser künftig vollständig aufgegeben werden oder der Modehändler dort kleinere Flächen weiter nutzt, ist bislang nicht entschieden.
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