Daimler Truck steigert Gewinn deutlich und hält am Sparkurs fest

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Daimler Truck hat im dritten Quartal 2026 deutlich mehr verdient als ein Jahr zuvor. Vor allem die Erholung des nordamerikanischen Lkw-Marktes sorgte für steigende Verkaufszahlen und höhere Gewinne. Der Nutzfahrzeughersteller bestätigte am Freitag, 6. November 2026, seine Jahresprognose. Gleichzeitig bleibt der geplante Abbau von rund 5.000 Stellen in Deutschland Teil des langfristigen Sparprogramms.

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Daimler Truck Quartalszahlen zeigen kräftigen Gewinnanstieg

Zwischen Juli und September 2026 steigerte Daimler Truck sein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 73 Prozent auf 1,124 Milliarden Euro. Im Vorjahresquartal lag dieser Wert bei 648 Millionen Euro. Das unbereinigte operative Ergebnis erhöhte sich von 553 Millionen auf 1,045 Milliarden Euro.

Der Konzernumsatz wuchs um 19 Prozent auf 12,575 Milliarden Euro. Im eigentlichen Industriegeschäft, zu dem die Fahrzeugsparten gehören, stieg der Umsatz um 20 Prozent auf 11,635 Milliarden Euro. Die bereinigte Umsatzrendite verbesserte sich dort von 6,2 auf 9,1 Prozent.

Auch der Nettogewinn entwickelte sich positiv. Der Überschuss aus fortgeführten Geschäftsbereichen erhöhte sich von 407 Millionen auf 702 Millionen Euro. Einschließlich der inzwischen ausgegliederten Geschäftsbereiche hatte der gesamte Konzernüberschuss im Vorjahresquartal bei 458 Millionen Euro gelegen.

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Die Quartalszahlen markieren damit eine deutliche Verbesserung gegenüber dem schwachen Vorjahreszeitraum. Allerdings lag das bereinigte Konzernergebnis in den ersten neun Monaten 2026 mit 2,46 Milliarden Euro weiterhin zehn Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert.

Nordamerika wird zum wichtigsten Wachstumstreiber

Besonders stark entwickelte sich das Geschäft in Nordamerika. Dort verkaufte Daimler Truck im dritten Quartal 45.629 Fahrzeuge und damit 51 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz der Sparte Trucks North America stieg um 43 Prozent auf 5,704 Milliarden Euro.

Noch deutlicher fiel der Ergebnisanstieg aus. Das bereinigte EBIT des Nordamerikageschäfts erhöhte sich von 257 Millionen auf 691 Millionen Euro. Die bereinigte Umsatzrendite kletterte von 6,4 auf 12,1 Prozent.

Die Zahlen spiegeln die Erholung nach einer längeren Phase schwacher Nachfrage wider. Zuvor hatten wirtschaftliche Unsicherheit und Veränderungen der amerikanischen Zollpolitik die Investitionsbereitschaft vieler Transportunternehmen belastet.

Auch der Auftragseingang entwickelte sich positiv. Konzernweit gingen im dritten Quartal Bestellungen für 71.168 Fahrzeuge ein, zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. In Nordamerika wuchs der Auftragseingang um zwölf Prozent.

Mercedes-Benz Trucks wächst langsamer als das US-Geschäft

Im Segment Mercedes-Benz Trucks, das neben Europa weitere internationale Märkte umfasst, legten Absatz und Umsatz ebenfalls zu. Die Zahl der verkauften Fahrzeuge stieg um 13 Prozent auf 40.362 Einheiten. Der Umsatz erhöhte sich um zehn Prozent auf 5,363 Milliarden Euro.

Das bereinigte operative Ergebnis verbesserte sich allerdings nur um sechs Prozent auf 337 Millionen Euro. Gleichzeitig sank die bereinigte Umsatzrendite leicht von 6,5 auf 6,3 Prozent. Die Profitabilität entwickelte sich damit deutlich schwächer als im nordamerikanischen Geschäft.

Rückläufig waren die Zahlen bei Daimler Buses. Der Busabsatz sank um 16 Prozent auf 5.394 Fahrzeuge. Der Umsatz ging um vier Prozent auf 1,343 Milliarden Euro zurück. Mit einem bereinigten EBIT von 123 Millionen Euro blieb die Sparte profitabel, erreichte aber nicht das Ergebnis des Vorjahresquartals von 137 Millionen Euro.

Insgesamt setzte Daimler Truck zwischen Juli und September 91.260 Lastwagen und Busse ab. Das entsprach einem Wachstum von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Prognose für das Gesamtjahr 2026 bleibt unverändert

Trotz der verbesserten Geschäftsentwicklung verzichtet Daimler Truck zunächst auf eine weitere Anhebung seiner Jahresprognose. Der Konzern bestätigte die bereits im August erhöhten Erwartungen.

Für 2026 rechnet das Management weiterhin mit einem bereinigten Konzern-EBIT zwischen 3,6 und 4,1 Milliarden Euro. Der Umsatz im Industriegeschäft soll zwischen 43 und 47 Milliarden Euro liegen. Bei der bereinigten Umsatzrendite erwartet das Unternehmen einen Wert zwischen sieben und neun Prozent.

Der prognostizierte Fahrzeugabsatz liegt bei 340.000 bis 370.000 Einheiten. Für den freien Mittelzufluss im Industriegeschäft erwartet Daimler Truck weiterhin drei bis 3,5 Milliarden Euro.

Im dritten Quartal lag dieser freie Mittelzufluss bei 974 Millionen Euro. Dazu trugen neben dem verbesserten operativen Geschäft auch Erlöse aus dem teilweisen Verkauf der Beteiligung an der japanischen ARCHION Corporation bei. In dieser Gesellschaft wurden im April 2026 die Nutzfahrzeughersteller Mitsubishi Fuso und Hino zusammengeführt.

In Deutschland sollen weiterhin rund 5.000 Stellen wegfallen

Parallel zur wirtschaftlichen Erholung verfolgt Daimler Truck sein Restrukturierungsprogramm Cost Down Europe weiter. Bis spätestens 2030 will der Konzern die jährlichen laufenden Kosten in Europa um mehr als eine Milliarde Euro reduzieren.

Zu den vorgesehenen Maßnahmen gehört der bereits 2025 angekündigte Abbau von rund 5.000 Stellen in Deutschland. Betroffen ist insbesondere die Sparte Mercedes-Benz Trucks. Die Einsparungen sollen unter anderem durch effizientere Produktionsabläufe, niedrigere Verwaltungskosten und Veränderungen der Personalstruktur erreicht werden.

Mit dem Gesamtbetriebsrat wurden Vereinbarungen zur sozialverträglichen Umsetzung geschlossen. Betriebsbedingte Kündigungen sind bei der Daimler Truck AG in Deutschland bis Ende 2034 ausgeschlossen. Der Personalabbau soll deshalb insbesondere durch natürliche Fluktuation, Altersteilzeit und freiwillige Vereinbarungen erfolgen.

Die bessere Ertragslage im dritten Quartal führt damit nicht zu einer Abkehr vom langfristigen Sparprogramm. Daimler Truck sieht die strukturelle Verbesserung seiner europäischen Kostenbasis weiterhin als Voraussetzung für eine höhere Wettbewerbsfähigkeit.

Erholung setzt sich fort, Risiken bleiben bestehen

Die aktuellen Ergebnisse zeigen eine deutliche Verbesserung gegenüber der schwachen Geschäftsentwicklung des Vorjahres. Besonders das Nordamerikageschäft hat wieder erheblich an Bedeutung für die Profitabilität des Konzerns gewonnen.

Dennoch fällt die Entwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche unterschiedlich aus. Während Nordamerika stark zulegt, bleiben die Margen bei Mercedes-Benz Trucks hinter dem Vorjahresniveau zurück. Auch das Busgeschäft verzeichnet weiterhin rückläufige Verkaufszahlen.

Hinzu kommen wirtschaftliche Unsicherheiten durch internationale Handelsregeln, Zölle und die Entwicklung der Transportnachfrage. Die bestätigte Jahresprognose basiert unter anderem auf der Annahme, dass die bestehenden Handelsregelungen zwischen den USA, Mexiko und Kanada weiterhin gelten.

Für Daimler Truck bleibt damit neben der Erholung des Absatzes vor allem die Verbesserung der Profitabilität in den unterschiedlichen Weltregionen eine zentrale Aufgabe.

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