ACS prüft laut Bloomberg mögliche Komplettübernahme von Hochtief

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der spanische Baukonzern ACS beschäftigt sich offenbar mit einer vollständigen Übernahme von Hochtief. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg, die sich auf mit der Angelegenheit vertraute Personen beruft, werden verschiedene Möglichkeiten für die Zukunft des deutschen Bauunternehmens geprüft. Neben dem Erwerb sämtlicher verbliebener Aktien soll auch eine Fusion der beiden Konzerne zur Diskussion stehen. Zudem könnte die US-amerikanische Hochtief-Tochter Turner eigenständig an die Börse gebracht werden. Eine Entscheidung über diese Schritte ist bislang nicht bestätigt.

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ACS erwägt offenbar mehrere Möglichkeiten für Hochtief

Die Überlegungen befinden sich nach den von Bloomberg wiedergegebenen Informationen noch in einem frühen Stadium. Demnach könnte ACS die Anteile der verbliebenen Minderheitsaktionäre übernehmen oder eine Zusammenlegung mit Hochtief anstreben. Auch eine umfassendere Neuordnung der Unternehmensstruktur soll zu den untersuchten Möglichkeiten gehören.

Ob daraus konkrete Verhandlungen oder ein Übernahmeangebot entstehen, ist offen. Angaben zu einem möglichen Kaufpreis, zur Finanzierung oder zu einem verbindlichen Zeitplan liegen nicht vor. Nach der Bloomberg-Wiedergabe von Investing.com lehnten Vertreter von ACS und Hochtief eine Stellungnahme ab. Eine offizielle Bestätigung der Übernahmeüberlegungen gab es zunächst nicht.

ACS hält bereits knapp 78 Prozent der Hochtief-Aktien

Der spanische Infrastrukturkonzern ist bereits seit 2011 Mehrheitseigentümer von Hochtief. Nach dem ACS-Geschäftsbericht für 2025 lag seine Beteiligung zum 31. Dezember 2025 bei 77,77 Prozent des Grundkapitals. Werden die eigenen Aktien von Hochtief herausgerechnet, entsprach dies einem Anteil von 80,32 Prozent.

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Eine Komplettübernahme würde sich deshalb vor allem auf die noch nicht von ACS gehaltenen Aktien beziehen. Hochtief ist weiterhin ein eigenständiges börsennotiertes Unternehmen mit Sitz in Essen. Seit dem 22. Juni 2026 gehört der Baukonzern dem deutschen Leitindex DAX an.

Ob eine mögliche Transaktion zu einem Ende der Börsennotierung führen könnte, war zunächst ebenso unklar wie ihre rechtliche Ausgestaltung. Allein die bestehende Mehrheitsbeteiligung bedeutet noch nicht, dass ACS die verbliebenen Aktionäre ohne Weiteres aus dem Unternehmen ausschließen kann.

Auch ein Börsengang der US-Tochter Turner steht im Raum

Eine weitere nach Bloomberg geprüfte Möglichkeit betrifft Turner Construction. Die vollständig zu Hochtief gehörende US-Baugesellschaft könnte im Zuge einer Neuordnung an einer New Yorker Börse notiert werden. Auch diese Variante ist bislang nicht beschlossen.

Turner gehört zu den wichtigsten Geschäftseinheiten von Hochtief und ist insbesondere im amerikanischen Hochbau tätig. Zu den bedeutenden Wachstumsfeldern zählt der Bau großer Rechenzentren, die unter anderem für Anwendungen künstlicher Intelligenz benötigt werden.

Die jüngsten Geschäftszahlen unterstreichen die wirtschaftliche Bedeutung der Tochter. In den ersten neun Monaten 2026 steigerte Turner sein operatives Vorsteuerergebnis währungsbereinigt um 47 Prozent auf 891 Millionen Euro. Der Umsatz erhöhte sich auf vergleichbarer Basis um 24 Prozent.

Ein eigenständiger Börsengang könnte neue Eigentumsverhältnisse bei Turner schaffen. Welcher Anteil des Unternehmens gegebenenfalls an Investoren abgegeben werden könnte, ist jedoch ebenso offen wie ein möglicher Börsenwert oder ein konkreter Termin.

Hochtief meldet Rekordauftragsbestand von 90 Milliarden Euro

Die Überlegungen werden wenige Tage nach der Veröffentlichung neuer Geschäftszahlen bekannt. Am 5. November teilte Hochtief mit, dass der operative Konzerngewinn in den ersten neun Monaten 2026 um 40 Prozent auf 752 Millionen Euro gestiegen sei.

Der Auftragseingang erreichte 48,6 Milliarden Euro und lag währungsbereinigt 35 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Auftragsbestand erhöhte sich um 29 Prozent auf den Rekordwert von 90 Milliarden Euro. Nach Unternehmensangaben entfielen rund 65 Prozent des Auftragseingangs auf strategische Wachstumsbereiche wie digitale Infrastruktur, Energie und Technologie.

Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte Hochtief seine Prognose eines operativen Konzerngewinns zwischen 1,025 und 1,100 Milliarden Euro. Die Entwicklung des US-Geschäfts und die Nachfrage nach Rechenzentren spielen dabei eine zentrale Rolle.

Hochtief-Aktie reagiert auf Übernahmeüberlegungen

Die Hochtief-Aktie zeigte am Freitag, 6. November 2026, einen wechselhaften Handelsverlauf. Nach Angaben der Kursplattform FinanzNachrichten lag der Xetra-Kurs um 17:05 Uhr bei 341,20 Euro und damit 1,50 Prozent unter dem Schlussstand des Vortages.

Im Anschluss an die Bekanntwerden der Übernahmeüberlegungen berichtete Investing.com über einen deutlichen Kursanstieg im Frankfurter Handel. Die unterschiedlichen Kursangaben beziehen sich auf verschiedene Zeitpunkte. Aus den vorliegenden Momentaufnahmen lässt sich deshalb kein einheitlicher Tagesverlauf ableiten.

Für die Aktionäre ist insbesondere relevant, ob ACS tatsächlich ein Angebot für die noch ausstehenden Aktien vorlegen wird. Bislang sind weder ein Angebotspreis noch verbindliche Bedingungen einer möglichen Transaktion bekannt. Auch über einen eigenständigen Börsengang von Turner wurde noch keine Entscheidung veröffentlicht.

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