
Ein Glätteunfall auf der A71 bei Ilmenau hat am Freitagmorgen, 6. November 2026, zwei Menschen verletzt und den Verkehr zeitweise zum Stillstand gebracht. Zwischen den Anschlussstellen Ilmenau-West und Ilmenau-Ost waren in Richtung Sangerhausen drei Fahrzeuge an einer Unfallfolge beteiligt. Die Thüringer Autobahnpolizei führt den ersten Kontrollverlust auf Reifglätte zurück. Gegen 9 Uhr war die Fahrbahn nach einer rund zweistündigen Vollsperrung wieder frei.
Der Unfall begann nach Angaben der Autobahnpolizei gegen 5.55 Uhr. Ein 28-jähriger Mann war mit einem Mercedes-Kleinbus auf der A71 unterwegs. Zwischen Ilmenau-West und Ilmenau-Ost wechselte er vom linken auf den rechten Fahrstreifen. Dabei kam das Fahrzeug auf der reifglatten Straße nach rechts von der Fahrbahn ab. Der Kleinbus fuhr durch eine Böschung und kam schließlich auf dem Standstreifen zum Stehen.
Während dieses Vorgangs wurden mehrere Leitpfosten beschädigt. Die Polizei beschreibt Reifglätte ausdrücklich als Ursache dafür, dass der Kleinbus von der Fahrbahn abkam. Ob weitere Umstände den Kontrollverlust begünstigten, ging aus der Mitteilung nicht hervor. Insbesondere zu Geschwindigkeit und Bereifung der beteiligten Fahrzeuge wurden keine Angaben gemacht.
Wenige Sekunden nach dem ersten Unfall kam es zu einer weiteren Kollision. Ein 52-jähriger Autofahrer fuhr mit einem Dacia auf den auf dem Standstreifen stehenden Kleinbus auf. Der 28-jährige Kleinbusfahrer und der 52-jährige Dacia-Fahrer erlitten dabei leichte Verletzungen. Beide wurden zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht.
Damit war die Unfallfolge noch nicht abgeschlossen. Ein weiterer Mercedes-Pkw fuhr durch die auf der Fahrbahn liegenden Trümmerteile und wurde ebenfalls beschädigt. Nach der offiziellen Darstellung waren somit insgesamt drei Fahrzeuge betroffen. Die Polizei meldete zwei Verletzte. Weitere Verletzte wurden nicht genannt.
Zur Art der Verletzungen und zur Dauer der Krankenhausbehandlung machte die Autobahnpolizei keine näheren Angaben. Auch die Frage, ob sich weitere Insassen in den Fahrzeugen befanden, blieb offen.
Der Unfall führte zu erheblichen Einschränkungen auf der Richtungsfahrbahn nach Sangerhausen. Im Bereich zwischen den Anschlussstellen Ilmenau-West und Ilmenau-Ost war die Autobahn nach Angaben der Polizei etwa zwei Stunden vollständig gesperrt. Fahrzeuge konnten den betroffenen Abschnitt zeitweise nicht passieren.
Für die Freigabe waren Bergungs- und Reinigungsarbeiten erforderlich. Nach deren Abschluss konnte der Verkehr gegen 9 Uhr wieder uneingeschränkt fließen. Eine genaue Uhrzeit für den Beginn der Vollsperrung nennt die Polizei nicht. Die Unfallzeit um 5.55 Uhr und die Freigabe gegen 9 Uhr bedeuten deshalb nicht, dass die Vollsperrung über diesen gesamten Zeitraum bestand.
Angaben zur Länge eines möglichen Rückstaus oder zu einer ausgeschilderten Umleitung liegen nicht vor. Gesichert ist, dass die Beschränkung am Vormittag aufgehoben war. Die Sperrung betraf die Fahrtrichtung Sangerhausen. Eine Sperrung der Gegenfahrbahn wurde nicht mitgeteilt.
Die von der Polizei genannte Reifglätte unterscheidet sich meteorologisch von Glatteis durch gefrierenden Regen. Nach der Begriffsbestimmung des Deutschen Wetterdienstes entsteht Reifglätte, wenn Reif oder Nebelfrost auf einer Verkehrsfläche durch Befahren oder Betreten verdichtet wird. Glatteis hingegen bildet sich, wenn Regen oder Sprühregen auf kalten Oberflächen festfriert.
Damit ist für den Unfall bei Ilmenau kein gefrierender Regen belegt. Die Feststellung der Autobahnpolizei bezieht sich ausdrücklich auf Reifglätte. Welche Temperatur die Fahrbahn zum Unfallzeitpunkt hatte und wie groß die glatte Fläche war, wurde nicht angegeben.
Der Deutsche Wetterdienst beschrieb die Wetterlage in Thüringen am Freitag als neblig und kühl. Für die Nacht zum Samstag und den Samstagmorgen erwartete er gebietsweise leichten Frost bis minus zwei Grad. Außerdem rechnete er regional mit dichtem Nebel, örtlich mit Sichtweiten unter 150 Metern. Diese Vorhersage für die folgende Nacht lässt keine Rückschlüsse auf die genaue Sicht zum Zeitpunkt des Unfalls zu.
Der Vorfall zeigt, dass winterliche Fahrbahnbedingungen auch Anfang November bereits zu Verkehrsunfällen führen können. Der ADAC hatte in seiner Verkehrsprognose für das Wochenende vom 6. bis 8. November ausdrücklich auf herbstliche Witterung hingewiesen. Regen, Nebel, nasses Laub und erster Bodenfrost könnten nach Angaben des Automobilclubs die Straßen rutschig machen und die Sicht beeinträchtigen.
Für solche Bedingungen empfiehlt der ADAC unter anderem einen größeren Sicherheitsabstand und das Vermeiden abrupter Lenk- und Bremsmanöver. In Deutschland gilt zudem eine an die Straßenverhältnisse gebundene Winterreifenpflicht. Sie betrifft auch Fahrten bei Reifglätte. Ob die Bereifung der am Freitagmorgen verunglückten Fahrzeuge eine Rolle spielte, ist nicht bekannt.
Den gesamten Sachschaden an den beteiligten Fahrzeugen und den beschädigten Straßeneinrichtungen bezifferte die Autobahnpolizei auf rund 32.000 Euro. Weitere Angaben zu möglichen verkehrsrechtlichen Folgen machte sie zunächst nicht. Die Strecke war noch am Freitagvormittag wieder vollständig befahrbar.
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