Hauptbahnhof in Köln gesperrt: Einschränkungen für Reisende aus Münster

Die bessere Zugverbindung Münster–Enschede rückt näher. Ab 2029 ist ein Halbstundentakt geplant – die Elektrifizierung folgt später. Schienenersatzverkehr Münster am 14. August 2025: RB51, RB63 und RB64 betroffen. Ersatzbusse im Einsatz, Dauer unbestimmt. Alle wichtigen Infos für Reisende.
Foto: Thomas

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Münster. Der Köln Hauptbahnhof wird ab Freitagabend ab 21 Uhr für zehn Tage weitgehend geschlossen und erst am 24. November wieder freigegeben. Die Sperrung betrifft den gesamten Regional- und Fernverkehr, der normalerweise die zentrale Drehscheibe am Rhein ansteuert. Für Münsteranerinnen und Münsteraner, die regelmäßig zwischen beiden Städten pendeln oder am Wochenende unterwegs sind, hat diese Entscheidung weitreichende Folgen.

Nach Angaben der Deutschen Bahn werden während der Sperrpause umfangreiche Arbeiten an Gleisen, Signalen und Oberleitungen durchgeführt. Gleichzeitig laufen Vorbereitungen für ein neues elektronisches Stellwerk, das zuletzt durch technische Probleme aufgehalten wurde. Die Bahn hält dennoch am geplanten Zeitraum fest, da große Teile der Bauarbeiten unabhängig vom Stellwerk dringend notwendig sind und das enge Bauzeitfenster keinen Aufschub erlaubt.

Für Münster besonders relevant ist die Umleitung des RE 7. Die Linie fährt während der Sperrung nicht über Köln Hauptbahnhof und auch nicht über Köln Messe/Deutz. Stattdessen wird sie im Rheinland auf eine alternative Route verlegt, die für zusätzliche Fahrzeit sorgt. Im Fernverkehr werden viele Züge, die sonst am Hauptbahnhof halten, bereits vor der Innenstadt abgeleitet. Häufigste Ersatzhalte sind Köln Ehrenfeld und Köln Messe/Deutz, die über bestehende Linien angebunden bleiben.

Reisende aus Münster sollten sich daher vor Fahrtantritt genau über ihre Verbindung informieren. Der Hauptbahnhof ist während der Sperrung nur über die S-Bahn erreichbar. Besonders die Linien S12 und S19 sind voraussichtlich die stabilsten Alternativen, auch wenn punktuelle Nachtarbeiten möglich bleiben. Die Bahn empfiehlt, mehr Zeit einzuplanen und flexible Reisezeiten zu nutzen, da es auf einzelnen Abschnitten zu Verspätungen kommen kann.

Insgesamt trifft die Sperrung einen der wichtigsten Bahnknotenpunkte in NRW. Für viele Münsteranerinnen und Münsteraner verlängern sich Wege und Umstiege, vor allem bei Reisen Richtung Köln Innenstadt. Das betrifft nicht nur den Berufsverkehr, sondern auch Veranstaltungen und Wochenendreisen, für die der Kölner Hauptbahnhof sonst ein zentraler Startpunkt ist.

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Einordnung und Bedeutung der Sperrung für den Verkehr in NRW

Die zehntägige Schließung des Kölner Hauptbahnhofs zeigt erneut, wie sensibel das Bahnnetz in Nordrhein-Westfalen auf einzelne Knotenpunkte reagiert. Der Bahnhof zählt zu den meistbefahrenen Zugangsräumen in Deutschland. Schon kleinere Einschränkungen wirken sich auf zahlreiche Regionen aus, und Münster ist hiervon in besonderem Maße betroffen. Eine Vollsperrung sorgt deshalb schnell für überregionale Auswirkungen im gesamten Bahnverkehr Münster.

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Nach Einschätzung der Bahn dient die Maßnahme der langfristigen Stabilisierung des Betriebs. Das neue Stellwerk soll in den kommenden Jahren für mehr Zuverlässigkeit sorgen und technische Störungen reduzieren. Solange das System aber nicht vollständig einsatzbereit ist, müssen Arbeiten an Leit- und Sicherungstechnik parallel weitergeführt werden. Die Sperrung schafft dafür den notwendigen Raum, um Arbeiten zu bündeln, statt sie über Monate im laufenden Betrieb zu verteilen.

Für NRW insgesamt bedeutet die Sperrpause eine Phase mit deutlich eingeschränkter Mobilität. Neben Münster sind auch zahlreiche Pendlerinnen und Pendler aus dem Ruhrgebiet, dem Bergischen Land und der Region Aachen betroffen. Viele Linien verlieren mit dem Kölner Hauptbahnhof ihren wichtigsten Taktknoten. Die Ausweichbahnhöfe Ehrenfeld und Messe/Deutz können einen Teil des Verkehrs aufnehmen, erreichen aber bei weitem nicht dieselbe Kapazität.

Münster-Reisende spüren dies besonders, wenn sie Anschlüsse Richtung Bonn, Koblenz oder in die Eifel erreichen müssen. Viele Fernzüge halten während der Sperrung nur außerhalb der Innenstadt und bieten verkürzte oder veränderte Laufwege an. Wer seinen Aufenthalt direkt im Zentrum plant, muss zusätzliche Umstiege mit der S-Bahn in Kauf nehmen. Das verlängert die Reisezeit und macht eine genaue Planung notwendig.

Die Bahn rechnet damit, dass der reguläre Betrieb am 24. November wieder startet. Allerdings ist absehbar, dass im kommenden Jahr weitere Sperrungen folgen könnten, sofern das elektronische Stellwerk erneut getestet oder fertiggestellt werden muss. 

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