Nach Gerichtsurteil: Grüne Münster lehnen Castor-Transporte weiter ab

Urteil des Oberverwaltungsgerichts: Atommüll-Transport nach Ahaus erlaubt. Das BASE hat Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus genehmigt. 152 Behälter mit Brennelementen dürfen bis 2027 ins Zwischenlager gebracht werden
Foto: kalhh

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Münster. Nachdem ein Gericht den Weg für die geplanten Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus freigemacht hat, regt sich in Münster politische Kritik. Die Bündnis 90/Die Grünen Münster stellen die Entscheidung nicht juristisch, sondern politisch infrage und sprechen sich weiterhin deutlich gegen die Transporte aus.

Grüne sehen keinen Sicherheitsgewinn durch Transporte

Die Grünen in Münster kritisieren vor allem die Grundannahme hinter den geplanten Transporten. Nach ihrer Einschätzung werde durch die Verlagerung des Atommülls von einem Zwischenlager in ein anderes keine zusätzliche Sicherheit erreicht. Stattdessen entstünden neue Risiken allein durch den Transport selbst. Die Partei macht deutlich, dass es aus ihrer Sicht nicht um eine sicherheitstechnische Notwendigkeit gehe, sondern um politische und finanzielle Prioritäten auf Bundesebene.

Besonders kritisch sehen die Grünen, dass die Transporte nach Ahaus führen sollen, obwohl auch dort die Genehmigung für das Zwischenlager zeitlich begrenzt ist. Was nach Ablauf dieser Genehmigung mit dem Atommüll geschehen soll, sei weiterhin ungeklärt. Die Sorge vor einer weiteren Verschiebung des Problems statt einer langfristigen Lösung wird in der Partei als zentrales Argument gegen die Transporte benannt. Diese Einwände prägen aktuell auch die Münster Nachrichten rund um das Thema Atommüll.

Forderung nach Alternativen und Verbleib des Atommülls in Jülich

Unabhängig vom juristischen Ausgang fordern die Grünen eine politische Neubewertung der bisherigen Strategie. Aus ihrer Sicht bestehe die Möglichkeit, den Atommüll weiterhin in Jülich zu lagern, sofern dort ein neues Zwischenlager errichtet werde. Das bisherige Lager in Jülich verfügt zwar nicht mehr über eine Genehmigung, könnte jedoch durch einen Neubau ersetzt werden. Dadurch ließen sich zusätzliche Transporte vermeiden.

Ein weiteres Argument der Grünen betrifft die technischen Voraussetzungen an den Standorten. In Jülich bestünden Möglichkeiten, beschädigte Castor-Behälter zu überprüfen und instand zu setzen. Diese Option sei am Standort Ahaus nicht gegeben. Vor diesem Hintergrund halten die Grünen den Transport nach Ahaus nicht nur für unnötig, sondern auch für sicherheitspolitisch fragwürdig.

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Mit ihrer Kritik knüpfen die Grünen Münster an die aktuelle Entwicklung nach dem Gerichtsurteil an und machen deutlich, dass die politische Debatte damit keineswegs beendet ist. Vielmehr fordern sie weiterhin eine Lösung, die auf möglichst geringe Risiken und eine langfristig tragfähige Lagerstrategie setzt.

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