
Münster. Eine Wissenschaftlerin der Universität Münster ist mit dem Forschungspreis der Deutsche Wildtier Stiftung ausgezeichnet worden. Die Biologin Ahana Aurora Fernandez erhält die mit 50.000 Euro dotierte Förderung für ein Projekt, das sich mit der Kommunikation seltener und bedrohter Fledermausarten befasst. Die Preisverleihung findet Mitte Januar in Hamburg statt.
Im Zentrum der ausgezeichneten Forschung steht eine grundlegende Frage der Verhaltensbiologie: Sind die Laute von Fledermäusen angeboren oder werden sie im Laufe des Lebens erlernt und verändert? Fernandez untersucht dafür die akustische Kommunikation über verschiedene Lebensphasen hinweg – von den ersten Lauten der Jungtiere bis zur Balz erwachsener Tiere. Besonderes Augenmerk liegt auf sogenannten Hufeisennasen, die in Deutschland zu den seltensten Fledermausarten zählen.
Konkret richtet sich der Blick auf die Kleine und die Große Hufeisennase. Beide Arten gelten hierzulande als stark gefährdet beziehungsweise vom Aussterben bedroht. Um ihr Sozialverhalten besser zu verstehen, kombiniert das Forschungsteam Videoaufnahmen mit Ultraschallmikrofonen. So lassen sich einzelne Rufe konkreten Situationen zuordnen, etwa der Interaktion zwischen Mutter und Jungtier oder der Kommunikation während der Paarungszeit.
Die gewonnenen Daten sollen nicht nur neue wissenschaftliche Erkenntnisse liefern, sondern auch praktische Konsequenzen für den Artenschutz haben. Ein besseres Verständnis der Kommunikation könnte helfen, Schutzmaßnahmen gezielter auszurichten, etwa bei der Sicherung von Wochenstuben oder wichtigen Balzquartieren. Die Deutsche Wildtier Stiftung vergibt den Forschungspreis im zweijährigen Turnus, um Projekte zu fördern, die einen messbaren Beitrag zum Schutz heimischer Wildtiere leisten.