
Ahaus. Die geplanten Castor-Transporte mit hochradioaktivem Atommüll sorgen im Münsterland erneut für wachsenden Protest. Anlass ist eine Beschwerde des BUND NRW gegen eine Transportgenehmigung sowie die Ankündigung mehrerer Demonstrationen in Ahaus und Bottrop. Anti-Atom-Initiativen sehen darin einen entscheidenden Moment, um politischen Druck aufzubauen und die Transporte noch zu verhindern.
Aus Sicht der beteiligten Bürgerinitiativen markiert die Beschwerde des BUND NRW beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg einen Wendepunkt im jahrelangen Streit um die Castor-Transporte. Konkret richtet sich das juristische Vorgehen gegen den Sofortvollzug einer Genehmigung, die bis zu 152 Transporte mit hochradioaktivem Atommüll vom Forschungszentrum Jülich in das Zwischenlager Ahaus ermöglichen würde.
Die Initiativen kritisieren, dass damit hochgefährliches Material quer durch Nordrhein-Westfalen transportiert werden soll, ohne dass eine dauerhafte Lösung für die Endlagerung existiert. Nach ihrer Darstellung handelt es sich um eine reine Verlagerung des Problems, von einem Zwischenlager in ein anderes. Die laufende Beschwerde verschaffe nun Zeit, um eine politische Lösung zwischen Bund und Land erneut auf die Agenda zu setzen.
Parallel zum Gerichtsverfahren verlagert sich der Protest auf die Straße. Für Sonntag ist eine Kundgebung vor dem Rathaus in Ahaus angekündigt, wenige Tage später soll eine Demonstration am Autobahn-Rasthof Bottrop-Süd folgen. Beide Orte liegen entlang der Strecke, die für die Castor-Transporte vorgesehen ist oder als realistisch gilt.
Bottrop nehmen die Initiativen dabei bewusst in den Blick. Die Stadt liegt etwa auf halber Strecke zwischen Jülich und Ahaus und ist zugleich durch eine große Autobahnbaustelle geprägt. Nach Einschätzung der Protestgruppen entsteht dort ein sicherheitstechnisch besonders sensibler Abschnitt, an dem sich die Risiken der Transporte exemplarisch zeigen lassen sollen.
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Ein zentraler Vorwurf der Anti-Atom-Initiativen richtet sich gegen die Informationspolitik von Bund und Land. Anwohnerinnen und Anwohner entlang der Autobahnen seien bislang nicht aktiv über mögliche Castor-Transporte informiert worden. Die Proteste verstehen sich daher auch als Versuch, Öffentlichkeit herzustellen und auf mögliche Gefahren aufmerksam zu machen.
In ihrer Argumentation verweisen die Gruppen auf den schlechten Zustand vieler Autobahnabschnitte, auf Brücken, die bereits heute stark belastet sind, sowie auf zusätzliche Risiken durch Unfälle oder externe Einwirkungen. Auch das Zwischenlager Ahaus wird von ihnen nicht als dauerhafte Lösung betrachtet. Solange kein Endlager zur Verfügung steht, sehen die Initiativen in jedem Transport eine zusätzliche Belastung für die Sicherheit.
Die Proteste richten sich ausdrücklich auch an die Landespolitik. Vertreter des Aktionsbündnisses Münsterland gegen Atomanlagen fordern, dass Nordrhein-Westfalen eine aktivere Rolle einnimmt und sich für eine Weiterlagerung des Atommülls am Standort Jülich einsetzt. In diesem Zusammenhang verweisen sie auf frühere Aussagen von Ministerpräsident Hendrik Wüst, der sich kritisch zu Castor-Transporten geäußert hatte.
Nach Auffassung der Initiativen reicht es nicht aus, diese Haltung verbal zu teilen. Sie erwarten konkrete politische Schritte, um die Transporte durch NRW zu verhindern. Die laufende Beschwerde des BUND NRW wird dabei als seltene Gelegenheit gesehen, den Konflikt neu zu verhandeln.
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