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Fäkalien vor dem Bahnhof: Hauptbahnhof Münster wird zur hygienischen Katastrophe

Jugendlicher löst mit Spielzeugwaffe Polizeieinsatz am Hauptbahnhof Münster aus und muss mit Konsequenzen rechnen. Die Bundespolizei vollstreckt zwei Haftbefehle am Hauptbahnhof Münster. Innerhalb kurzer Zeit wurden zwei gesuchte Männer festgenommen und der Justiz übergeben.
Foto: David Olef

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Die Situation rund um den Hauptbahnhof Münster spitzt sich zu. Zwischen dem Bahnhofsvorplatz und dem ehemaligen Postbankgebäude herrschen laut einem aktuellen Antrag der Ratsfraktionen von Grünen und Volt „nicht mehr tragfähige“ Zustände. Besonders die zunehmende Verschmutzung durch menschliche Exkremente sorgt für Empörung – und dringenden politischen Handlungsbedarf.

Hygienische Missstände im öffentlichen Raum

Die hygienischen Verhältnisse am westlichen Ausgang des Bahnhofs Münster haben sich in den vergangenen Monaten massiv verschlechtert. Nach Angaben der Antragsteller werden der Hamburger Tunnel sowie der Eingangsbereich der Sparda-Bank immer häufiger als öffentliche Toiletten missbraucht. Die Hinterlassenschaften bleiben dabei oft tagelang sichtbar und werden nicht zeitnah entfernt. Das stellt nicht nur ein ästhetisches Problem dar, sondern gefährdet auch die öffentliche Gesundheit.

Anlieger und soziale Einrichtungen massiv betroffen

Besonders betroffen von diesen Zuständen sind der Kinderschutzbund und das Deutsche Rote Kreuz. Beide Organisationen sind im unmittelbaren Umfeld des Bahnhofs tätig und auf eine saubere, sichere Umgebung angewiesen – insbesondere im Hinblick auf die Arbeit mit Kindern und hilfsbedürftigen Menschen. Der aktuelle Zustand beeinträchtigt laut Grünen und Volt nicht nur das Stadtbild, sondern auch die wichtige Arbeit dieser Institutionen.

Politischer Druck wächst – Maßnahmen gefordert

Die Fraktionen von Grünen und Volt fordern nun ein schnelles und entschlossenes Handeln der Stadtverwaltung. In ihrem Antrag schlagen sie vor, Gespräche mit den Eigentümern der betroffenen Gebäude – insbesondere der ehemaligen Postbank und der Sparda-Bank – zu führen. Ziel ist es, eine bessere Beleuchtung im Umfeld zu installieren, etwa durch Bewegungsmelder. Eine gut ausgeleuchtete Umgebung soll laut Antrag präventiv gegen die Nutzung als Toilette wirken.

Kostenlose Wertmarken und neue öffentliche Toilette

Neben der Beleuchtung setzen die Ratsfraktionen auch auf sozial verträgliche Lösungen. So soll die Stadt gemeinsam mit Sozialarbeitern kostenlose Sanifair-Wertmarken an Bedürftige ausgeben. Der Betreiber von Sanifair habe sich laut Grünen und Volt grundsätzlich offen für diese Idee gezeigt. Eine weitere Forderung: der Bau einer neuen öffentlichen Toilette auf der Westseite des Bahnhofs. Dabei soll das gesamte Bahnhofsumfeld im überarbeiteten Toilettenkonzept der Stadt besonders berücksichtigt werden.

Mehr Sauberkeit für mehr Sicherheit

Die Initiatoren des Antrags betonen, dass es nicht um reine Symptombekämpfung gehe. Vielmehr sollen langfristige Lösungen entwickelt werden, die sowohl die Sauberkeit als auch die Sicherheit im Bereich des Bahnhofs verbessern. Denn ein belebter öffentlicher Raum funktioniert nur dann gut, wenn er für alle nutzbar und zumutbar ist – unabhängig von sozialem Status oder Lebenslage.

Stadtverwaltung unter Zugzwang

Mit ihrem Vorstoß setzen Grüne und Volt die Stadtverwaltung unter Zugzwang. Die Missstände sind nicht länger zu ignorieren, auch angesichts der zentralen Lage des Bahnhofs als Visitenkarte der Stadt. Ob und wie schnell die Verwaltung auf den Antrag reagieren wird, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Die Zeit drängt – für Anlieger, Passanten und vor allem für die betroffenen Hilfsorganisationen.

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