Neue Task-Force: Münster verschärft den Kampf gegen illegal entsorgten Müll

Illegale Müllentsorgung Münster: Die Stadt startet eine Task-Force mit Kontrollen, Bußgeldern und Pilotprojekt in Kinderhaus.
Seit der Einführung des Mängelmelders im August 2023 hat die Zahl der Hinweise auf illegale Abfallablagerungen wie diese in der Schleife in Kinderhaus deutlich zugenommen – auf rund 2.660 im vergangenen Jahr. Hinzu kommen Meldungen per E-Mail und durch den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD). ©awm

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Münster. Matratzen auf Gehwegen, Elektroschrott im Gebüsch oder Sperrmüll an falscher Stelle: Illegale Müllentsorgung bleibt in Münster ein sichtbares Problem. Die Stadt will nun gezielter dagegen vorgehen und richtet dafür eine „Task-Force Müll“ ein. Der Hauptausschuss hat das Vorgehen am Mittwoch, 20. Mai 2026, beschlossen.

Startpunkt ist ein Pilotprojekt in Kinderhaus. Im Fokus steht dort zunächst der Bereich der sogenannten Schleife rund um die Brüningheide und die Josef-Beckmann-Straße. Dort sollen städtische Stellen künftig enger zusammenarbeiten, häufiger kontrollieren und schneller auf wilde Müllablagerungen reagieren.

Mehr Kontrollen an Müll-Hotspots

Die neue Task-Force bündelt bestehende Maßnahmen der Stadt. Beteiligt sind die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster, der Kommunale Ordnungsdienst und das Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit. Gerade öffentliche Grünanlagen sind regelmäßig von achtlos weggeworfenem Müll betroffen.

In den Schwerpunktgebieten sollen Mitarbeitende häufiger unterwegs sein. Vor der Beseitigung illegal abgelegter Abfälle suchen die awm außerdem nach Hinweisen auf mögliche Verursacher. Ziel ist es, nicht nur schneller aufzuräumen, sondern illegale Entsorgung konsequenter zu ahnden.

Zahl der Meldungen deutlich gestiegen

Seit Einführung des städtischen Mängelmelders im August 2023 gehen deutlich mehr Hinweise auf illegale Müllablagerungen ein. Im vergangenen Jahr wurden über den Mängelmelder rund 2.660 Fälle gemeldet. Das entspricht durchschnittlich etwa sieben Meldungen pro Tag. Hinzu kommen Hinweise per E-Mail und Meldungen durch den Kommunalen Ordnungsdienst.

Auch die Zahl der Verfahren ist gestiegen. Im vergangenen Jahr leitete die Stadt 158 Bußgeldverfahren wegen illegaler Müllentsorgung ein. Das waren 40 mehr als im Jahr zuvor. Um den Kontrolldruck weiter zu erhöhen, wollen die awm testweise zwei Stellen, die bisher für Bioabfallkontrollen vorgesehen waren, befristet für Einsätze an Müll-Hotspots einsetzen.

Stadt will weitere Quartiere prüfen

Kinderhaus ist zunächst der Auftakt. Parallel soll die Verwaltung eine priorisierte Liste weiterer Quartiere erstellen, in denen ebenfalls Schwerpunkteinsätze möglich sind. Dabei sollen auch lokale Akteure eingebunden werden. Neben den Bezirksvertretungen spielen insbesondere Wohnungsgesellschaften eine Rolle, da sie für Sauberkeit und Ordnung auf ihren eigenen Flächen verantwortlich sind.

Aufklärung bleibt Teil der Strategie

Neben Kontrolle und Ahndung setzt Münster weiter auf Information. Die awm-Kampagne „Ernsthaft?“ weist darauf hin, wie Abfälle richtig entsorgt werden können. Viele Gegenstände lassen sich kostenlos an den elf Recyclinghöfen in Münster abgeben.

Zur Strategie für mehr Stadtsauberkeit gehören außerdem die Entsorgung von Schrotträdern über die Sperrgutabfuhr, die jährliche Frühjahrsputzaktion „Sauberes Münster“ und Sauberkeitspatenschaften. Zuletzt beteiligten sich rund 16.000 Menschen an der Frühjahrsputzaktion.

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