
Die Verbraucherpreise in Deutschland steigen wieder schneller. Im September 2026 lag die Inflationsrate bei 3,3 Prozent und damit deutlich über dem Wert des Vormonats. Das Statistische Bundesamt bestätigte am Dienstag, 13. Oktober, seine erste Schätzung. Besonders die gestiegenen Energiepreise belasten die Verbraucher. Bei Lebensmitteln fällt die Teuerung dagegen wesentlich geringer aus.
Die Inflation in Deutschland im September 2026 hat sich weiter beschleunigt. Im August hatte die jährliche Teuerungsrate noch 2,9 Prozent betragen, im Juli waren es 2,8 Prozent. Mit dem Septemberwert von 3,3 Prozent liegt die Inflation erstmals seit Ende 2023 wieder über der Marke von drei Prozent.
Gegenüber August erhöhten sich die Verbraucherpreise nach der vorläufigen Berechnung um 0,6 Prozent. Damit setzte sich der Anstieg des allgemeinen Preisniveaus fort. Für Verbraucher bedeutet dies, dass Waren und Dienstleistungen im Durchschnitt erneut mehr kosten als im Vorjahr.
Der wesentliche Grund für die höhere Inflationsrate ist die Entwicklung der Energiepreise. Nach der vorläufigen Aufschlüsselung verteuerten sich Haushaltsenergie und Kraftstoffe im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 14,9 Prozent. Im August hatte der Anstieg noch 10,5 Prozent betragen, im Juli 8,3 Prozent.
Die höheren Energiekosten stehen insbesondere im Zusammenhang mit den Entwicklungen auf den internationalen Energiemärkten infolge des Krieges im Nahen Osten. Bereits in den vergangenen Monaten waren Kraftstoffe deutlich teurer geworden.
Bei Nahrungsmitteln fiel der Preisanstieg dagegen vergleichsweise moderat aus. Sie kosteten im September nach der ersten Berechnung durchschnittlich 0,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im August hatte der Anstieg lediglich 0,1 Prozent betragen.
Trotz der höheren Gesamtinflation blieb die sogenannte Kerninflation nach den vorläufigen Daten stabil. Ohne die besonders schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel lag sie im September bei 2,4 Prozent und damit genauso hoch wie im August.
Auch die Entwicklung der übrigen Preisgruppen zeigt Unterschiede. Waren verteuerten sich insgesamt um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dienstleistungen wurden dagegen um 2,7 Prozent teurer. Ihre Preissteigerungsrate schwächte sich damit im Vergleich zu den Vormonaten etwas ab.
Die deutliche Differenz zwischen Gesamtinflation und Kerninflation verdeutlicht, wie stark insbesondere die Energiepreise den jüngsten Anstieg beeinflussen.
Mit einer Inflationsrate von 3,3 Prozent liegt Deutschland weiterhin oberhalb des mittelfristigen Inflationsziels der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent.
Auch in anderen Ländern des Euroraums hat sich die Teuerung verstärkt. Nach einer ersten Schätzung der europäischen Statistikbehörde Eurostat erreichte die Inflation im Euroraum im September 3,8 Prozent. Im August waren es 3,2 Prozent gewesen. Auch dort spielten höhere Energiepreise eine wesentliche Rolle.
Die Europäische Zentralbank hatte bereits im September ihre Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Sie verfolgt das Ziel, die Inflation mittelfristig wieder auf zwei Prozent zu begrenzen.
Für private Haushalte bleibt die Entwicklung der Energiepreise besonders bedeutsam. Wie stark die persönliche Belastung ausfällt, hängt unter anderem davon ab, wie viel für Mobilität, Heizung und andere regelmäßig benötigte Waren und Dienstleistungen ausgegeben wird.
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