
Münster. Nur 250 Meter lagen jeweils zwischen Start und Ziel – doch bei Rudern gegen Krebs Münster ging es am Samstag um deutlich mehr als Sekunden und Platzierungen. 66 Mannschaften traten bei der zweiten Auflage der Benefizregatta im Stadthafen an. Mit den Einnahmen sollen erneut Sport- und Bewegungsangebote für Menschen mit einer Krebserkrankung am St.-Franziskus-Hospital finanziert werden.
Damit blieb die Beteiligung fast auf dem Niveau der Münster-Premiere: 2025 waren 68 Teams gestartet. Die Veranstalter hatten für die diesjährige Ausgabe ursprünglich Kapazitäten für bis zu 80 Boote vorgesehen.
Der Wettkampf war so angelegt, dass nicht bereits vor dem ersten Start zwischen Anfängern und stärkeren Mannschaften unterschieden wurde. Die Vorläufe wurden zunächst per Zufallsprinzip zusammengestellt. Erst ihre Ergebnisse entschieden darüber, in welcher der drei Leistungsklassen ein Team anschließend weiterruderte: Die Erstplatzierten der Vorläufe kamen zu den „Könnern“, die Zweitplatzierten zu den „Versierten“ und die Drittplatzierten zu den „Einsteigern“. Danach ging es über weitere Läufe bis zu den Finals.
Auf der 250 Meter langen Strecke standen drei Bahnen zur Verfügung. Gefahren wurde in Gig-Doppelvierern: Vier Aktive saßen jeweils gemeinsam mit einer Steuerperson im Boot. Auch Menschen ohne Rudererfahrung konnten teilnehmen. Für die Teams waren im Vorfeld bis zu vier Trainingseinheiten vorgesehen.
Am Ende gewann „ZaR – Zusammen am Ruder #3“ die Einsteiger-Kategorie. Bei den Versierten setzte sich „Kardiologie Franziskus“ durch. Den Sieg bei den Könnern holten die „Spine Tigers“. Außerdem nahmen fünf Patiententeams teil, die bei der abschließenden Siegerehrung gemeinsam gewürdigt wurden.
Dass aus der Veranstaltung mehr als ein einmaliger Aktionstag werden soll, zeigt der Blick auf die erste Münsteraner Regatta. Im September 2025 gingen 68 Teams mit insgesamt 272 Rudernden an den Start. Erst Monate später stand fest, wie viel Geld die Premiere tatsächlich eingebracht hatte: 51.939 Euro kamen aus Startgeldern, Spenden und Sponsoring zusammen.
Davon erhielt das St.-Franziskus-Hospital 38.000 Euro für das Projekt „Sport tut gut“. Weitere 5.500 Euro gingen an Projekte des Rudervereins Münster von 1882, 8.439 Euro an die Stiftung Leben mit Krebs.
Wie hoch der Erlös der zweiten Münsteraner Regatta ausfällt, steht bislang noch nicht fest. Eine endgültige Spendensumme wurde von den Veranstaltern am Sonntag noch nicht veröffentlicht.
Der lokale Förderzweck gehört zum Grundprinzip von „Rudern gegen Krebs“. Die Stiftung Leben mit Krebs richtet die Benefizregatten seit 2005 gemeinsam mit Rudervereinen und onkologischen Einrichtungen in verschiedenen deutschen Städten aus. Die Einnahmen sollen jeweils Projekte für Menschen mit Krebs am Veranstaltungsort unterstützen. Für 2026 sind bundesweit zwölf Regatten vorgesehen; Münster war nach dem veröffentlichten Kalender der vorletzte Standort der Saison, bevor am 3. Oktober noch Berlin folgt.
Im Münsteraner Stadthafen waren neben Unternehmen und anderen Gruppen auch Klinikbeschäftigte, Angehörige sowie Patientinnen und Patienten im Boot. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Stiftung Leben mit Krebs gemeinsam mit dem St.-Franziskus-Hospital und dem Ruderverein Münster von 1882. Oberbürgermeister Tilman Fuchs hatte die Schirmherrschaft übernommen.
Zum Programm an Land gehörten unter anderem Mitmachangebote für Kinder und Besucher sowie eine Versteigerung signierter Trikots des SC Preußen Münster. Entscheidend für den längerfristigen Effekt der Regatta wird jedoch erst die noch ausstehende Bilanz sein: Sie zeigt, welche Summe nach dem sportlichen Samstag tatsächlich für die Bewegungsangebote zur Verfügung steht.






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