Streit um den Allwetterzoo: Linke warnt vor Einschnitten beim Personal

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Foto: Andreas Hoja

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Münster. Die Linksfraktion im Rat der Stadt Münster kritisiert den Aufsichtsrat des Allwetterzoos für seinen Beschluss vom 2. Juni 2026. Hintergrund sind geplante Verhandlungen über eine Anpassung des Entgelttarifvertrags für die Zoo-Beschäftigten. Aus Sicht der Linken sollen Mitarbeiter auf Lohnsteigerungen verzichten, um die angespannte Finanzlage des Zoos abzufedern.

Nach den vorliegenden Informationen geht es nicht um eine direkte Kündigung des Tarifvertrags. Vielmehr soll mit ver.di über eine „Flexibilisierung und Anpassung“ der Regelung gesprochen werden, die die Übernahme linearer TVöD-Erhöhungen betrifft. Die Linke sieht darin dennoch einen Angriff auf gewerkschaftlich erkämpfte Standards.

Kritik an Zoo-Finanzen und Tierhaltung

Ratsherr Jacob Bohé verbindet die Tarifdebatte mit grundsätzlicher Kritik an der Zukunft von Zoos. „Zoos werden in einer progressiven Welt in ihrer jetzigen Form nicht dauerhaft bestehen bleiben“, erklärt Bohé. Institutionen, die sich Tierwohl und Tierschutz verpflichtet fühlten, müssten diese Werte vor die eigene Wirtschaftlichkeit stellen.

Die Linke stellt damit auch den Bildungsauftrag des Zoos zur Diskussion. Aus ihrer Sicht müsse offen debattiert werden, ob dieser Auftrag stärker wiege als Fragen des Tierwohls. Bohé fordert, Münster solle „neue, tier- und umweltfreundliche Wege“ einschlagen.

Linke warnt vor Folgen für Beschäftigte und Tiere

Marie Syska, wirtschaftspolitische Sprecherin der Linksfraktion, warnt vor Verunsicherung in der Belegschaft. Der Beruf des Zoopflegers sei ein sozialer Beruf, weil Tiere Beziehungen zu den Menschen aufbauten, die täglich mit ihnen arbeiteten. Kontinuität beim Personal sei deshalb auch für das Tierwohl wichtig.

„Weder am Tierwohl noch am Gehalt der Arbeiter*innen darf angesetzt werden“, sagt Syska. Finanzielle Sorgen, Arbeitsdruck und mögliche wiederkehrende Tarifverhandlungen könnten aus Sicht der Linken nicht nur dem Personal schaden, sondern auch die Außenwirkung des Allwetterzoos belasten.

Allwetterzoo ist auf Zuschüsse angewiesen

Der Allwetterzoo Münster ist keine reine Stadteinrichtung. Der Westfälische Zoologische Garten e.V. hält 54,60 Prozent der Anteile, die Stadt Münster 45,40 Prozent. Geschäftsführerin ist Dr. Simone Schehka. Der Zoo gilt als steuerungsrelevante Beteiligung der Stadt; der aktuelle Managementkontrakt läuft von 2024 bis Ende 2028.

Wirtschaftlich bleibt der Zoo auf öffentliche Unterstützung angewiesen. Im städtischen Haushalt standen 2024 rund 4,1 Millionen Euro für den Zoo, 2022 und 2023 waren es jeweils 4,8 Millionen Euro. Für 2024 wurde ein Jahresfehlbetrag von rund 3,9 Millionen Euro genannt. Gleichzeitig lagen die Besucherzahlen laut Beteiligungsbericht zuletzt bei 751.261 im Jahr 2024.

Zukunft des Zoos bleibt politisches Thema

Die Debatte trifft den Zoo in einer Phase großer Umbau- und Modernisierungspläne. Der Masterplan Allwetterzoo 2030 geht auf einen Ratsbeschluss von 2018 zurück. Damals war von einem Investitionsbedarf von 59 Millionen Euro über zwölf Jahre die Rede. Im April 2026 erhielt der Zoo zudem rund 1,5 Millionen Euro für das Projekt „SKADI“, das Bildung, Erlebnis, Digitalisierung und Naturschutz stärken soll.

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