Liborius-Figur im Dom Münster trägt wieder den Bischofsstab

Die Liborius-Figur im St.-Paulus-Dom Münster trägt wieder ihren Bischofsstab. Grund ist die Einführung von Bischof Heiner Wilmer.
Die Figur des Heiligen Liborius im St.-Paulus-Dom trägt als Zeichen der Sedisvakanz derzeit keinen Bischofsstab. © Bistum Münster

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Münster. Die Figur des heiligen Liborius im St.-Paulus-Dom hat ihren historischen Bischofsstab zurück. Nach Angaben des Bistums Münster ist dies ein sichtbares Zeichen dafür, dass der Bischofsstuhl wieder besetzt ist. Seit dem Amtsverzicht des emeritierten Bischofs Dr. Felix Genn im März 2025 fehlte der Stab an der Heiligenfigur. Mit der Einführung von Dr. Heiner Wilmer als neuem Bischof von Münster endete die Sedisvakanz im Bistum.

In einer Eucharistiefeier am 29. Juni, dem Hochfest Peter und Paul, wurde der Stab wieder an der Liborius-Figur angebracht. Domküster Maximilian Fölix nahm ihn von Bischof Heiner Wilmer entgegen und setzte ihn an der Statue im Dom ein.

Bischofsstab wurde bei Wilmers Einführung symbolisch überreicht

Bereits im Gottesdienst zur Einführung von Bischof Dr. Heiner Wilmer am 21. Juni hatte dessen Vorgänger Felix Genn den historischen Bischofsstab symbolisch überreicht. Nun ist der Stab wieder an seinem angestammten Platz im St.-Paulus-Dom zu sehen.

Der Brauch macht die Besetzung oder Vakanz des Bischofsstuhls im Dom sichtbar. Immer dann, wenn Münster keinen Bischof hat, wird der Bischofsstab der Liborius-Figur abgenommen. Erst mit einem neuen Bischof erhält die Statue den Stab zurück.

Der Brauch geht auf das 17. Jahrhundert zurück

Die Tradition reicht bis in das 17. Jahrhundert zurück. Die Liborius-Figur im St.-Paulus-Dom ist eine Schenkung des Erzbistums Paderborn. Der heilige Liborius gilt als Patron des Bistums Paderborn.

Hintergrund ist der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648, von dem Paderborn mehrfach schwer betroffen war. Zum Schutz wurden die Reliquien des heiligen Liborius damals nach Münster gebracht. Der Schrein mit den Reliquien wurde im St.-Paulus-Dom aufbewahrt, während in Münster die Verhandlungen zum späteren Westfälischen Frieden stattfanden.

Dank aus Paderborn an Münster

Nach dem Westfälischen Frieden von 1648 kehrten die Reliquien des heiligen Liborius nach Paderborn zurück. Aus Dankbarkeit stifteten die Paderborner später die Statue des heiligen Liborius für den St.-Paulus-Dom in Münster.

Bis heute erinnert die Figur an diese historische Verbindung zwischen Münster und Paderborn. Ihre besondere Eigenheit ist der abnehmbare Bischofsstab. Mit der Rückkehr des Stabes wird nun auch im Dom sichtbar: Das Bistum Münster hat wieder einen amtierenden Bischof.

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