
Münsterland/Emscher-Lippe-Region. Ein Praktikum im Ausland wird für Auszubildende aus dem Münsterland und der Emscher-Lippe-Region immer attraktiver. Bereits mehr als 100 junge Menschen haben im Jahr 2026 das Programm „Ab ins Ausland“ der IHK Nord Westfalen genutzt, um internationale Berufserfahrung zu sammeln. Besonders beliebt ist dabei Malta. Doch auch Ziele außerhalb Europas stehen bei den Nachwuchskräften auf dem Programm.
Rund 40 Auszubildende aus dem IHK-Bezirk absolvierten ihr Auslandspraktikum in diesem Jahr auf Malta. Damit liegt der Mittelmeerstaat deutlich vor Portugal mit acht und Schweden mit sechs Teilnehmern. Auch weiter entfernte Ziele sind vertreten: Drei Nachwuchskräfte reisten für ein Praktikum in die USA, jeweils zwei nach Südafrika und Kanada. Weitere Auszubildende sammelten Erfahrungen in China, Indien, Singapur und Australien.
Warum Malta besonders gefragt ist, erklärt Sarah Timmer, Mobilitätsberaterin der IHK Nord Westfalen: „Viele Auszubildende entscheiden sich für Malta, weil sie dort ihre Englischkenntnisse praxisnah verbessern können“. Gleichzeitig biete die Insel mit kurzen Wegen, einer internationalen Atmosphäre und dem mediterranen Umfeld gute Voraussetzungen für den ersten beruflichen Auslandsaufenthalt. Zu den diesjährigen Teilnehmerinnen gehören auch drei angehende Bankkauffrauen der Volksbank Gronau-Ahaus, die gemeinsam vier Wochen auf Malta verbrachten.
Ein Auslandspraktikum für Azubis bietet nach Einschätzung der IHK weit mehr als die Möglichkeit, Sprachkenntnisse zu verbessern. Die jungen Menschen lernen, sich in einem fremden Arbeitsumfeld zurechtzufinden, eigenständig Entscheidungen zu treffen und mit Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammenzuarbeiten. Davon profitieren sowohl die Auszubildenden selbst als auch ihre Ausbildungsbetriebe.
„Sie sind kein Zusatzangebot, sondern ein wichtiger Baustein moderner Berufsbildung“, betont IHK-Mobilitätsberaterin Sarah Timmer. Sie verweist auf die Anforderungen international tätiger Unternehmen: „Unsere Unternehmen stehen im internationalen Wettbewerb und brauchen Fachkräfte, die eigenverantwortlich handeln, flexibel auf neue Situationen reagieren und sich in unterschiedlichen Kulturen sicher bewegen können. Genau diese Kompetenzen erwerben Auszubildende im Ausland ganz unmittelbar.“
Auch für Unternehmen können solche Angebote Vorteile bringen. Betriebe, die ihren Auszubildenden internationale Erfahrungen ermöglichen, können sich im Wettbewerb um qualifizierte Nachwuchskräfte als attraktive Arbeitgeber positionieren.
Wer während seiner Ausbildung ins Ausland gehen möchte, erhält Unterstützung durch die IHK Nord Westfalen. Mobilitätsberaterin Sarah Timmer hilft bei der Planung, informiert über notwendige Formalitäten und mögliche Förderprogramme. Darüber hinaus unterstützt sie bei der Suche nach Praktikumsplätzen innerhalb Europas und vermittelt Kontakte zu potenziellen Unternehmen.
Für Ausbildungsbetriebe bieten die IHK Nord Westfalen und die Handwerkskammer Münster am Dienstag, 8. Dezember 2026, um 10 Uhr eine gemeinsame Onlineveranstaltung an. Unter dem Titel „Mit Auslandsaufenthalten Azubis gewinnen“ geht es darum, wie Unternehmen internationale Praktika in ihre Ausbildung integrieren und damit ihre Attraktivität für Nachwuchskräfte steigern können.
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