Rheinmetall und MSC planen Ausbau einer Marinewerft am Schwarzen Meer

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Rüstungskonzern Rheinmetall und die Schweizer Reederei MSC wollen gemeinsam die Mangalia-Werft an der rumänischen Schwarzmeerküste übernehmen. Beide Unternehmen haben den Zuschlag für die Industrieanlagen erhalten. Der Kaufpreis liegt bei rund 138 Millionen Euro. Das bestätigte Rheinmetall am Montag, 19. Oktober 2026. Der Standort soll künftig sowohl für den Bau ziviler Schiffe als auch für militärische Projekte genutzt werden.

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Mit der geplanten Übernahme erweitert Rheinmetall seine Aktivitäten im internationalen Marineschiffbau. Die Werft südlich der Hafenstadt Constanța soll unter anderem vier Marineschiffe für die rumänischen Streitkräfte fertigen. Gleichzeitig geriet die Rheinmetall-Aktie am Montag unter Druck, nachdem sie in der vergangenen Woche deutlich zugelegt hatte.

Rheinmetall und MSC zahlen gemeinsam 138 Millionen Euro

Der Zuschlag für die Mangalia-Werft war bereits am 9. Oktober bei einer Auktion erteilt worden. Nach Angaben des rumänischen Insolvenzverwalters CITR setzte sich die Rheinmetall-Gesellschaft Rheinmetall Real Estate România SRL durch. Der vereinbarte Preis liegt bei 138,03 Millionen Euro ohne Mehrwertsteuer. Rheinmetall stellte am Montag klar, dass der Erwerb gemeinsam mit MSC erfolgt und beide Partner den Kaufpreis tragen sollen. Wie sich die Kosten auf die Unternehmen verteilen, wurde nicht mitgeteilt.

Die Transaktion soll nach Unternehmensangaben innerhalb weniger Wochen abgeschlossen werden. Dabei geht es um die industriellen Anlagen der früheren Damen-Werft, nicht um den Erwerb sämtlicher Gesellschaftsanteile. Nach Angaben des Insolvenzverwalters CITR bleibt auch das rund 80 Hektar große Werftgelände im Eigentum des rumänischen Staates. Für dessen Nutzung ist eine entsprechende Vereinbarung erforderlich. Die genauen Bedingungen wurden zunächst nicht veröffentlicht.

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Vier Marineschiffe für Rumänien bereits vorgesehen

Die Mangalia-Werft soll nach den Plänen von Rheinmetall und MSC umfassend modernisiert werden. Vorgesehen sind getrennte Produktionsbereiche für zivile und militärische Schiffbauprojekte. Dazu gehören unterschiedliche Sicherheitszonen und angepasste Fertigungskapazitäten. Der Standort soll sowohl den rumänischen Markt bedienen als auch für internationale Aufträge zur Verfügung stehen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei ein bereits von der rumänischen Regierung vergebener Auftrag über vier Marineschiffe. Geplant sind zwei jeweils 96 Meter lange Hochseepatrouillenschiffe sowie zwei 43 Meter lange Unterstützungsschiffe für Taucheinsätze. Nach Angaben der rumänischen Regierung hat der Auftrag einen Wert von rund 920 Millionen Euro ohne Mehrwertsteuer und soll über das europäische SAFE-Programm finanziert werden. Die Fertigstellung ist bis 2030 vorgesehen.

Für Rumänien hat die Wiederbelebung der Werft auch industriepolitische Bedeutung. Der bisherige Betreiber Damen Shipyards Mangalia war 2024 in ein Insolvenzverfahren geraten. Im April 2026 folgte die Insolvenzabwicklung durch Konkurs, nachdem eine Sanierung gescheitert war. Rund 1.000 Beschäftigte waren nach Angaben rumänischer Stellen von Entlassungen betroffen. Mit der neuen Eigentümerstruktur verbindet die Regierung die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme der Produktion und neue Arbeitsplätze. Konkrete Beschäftigtenzahlen für den künftigen Betrieb wurden zunächst nicht genannt.

Rheinmetall erweitert Marinegeschäft nach NVL-Übernahme

Für Rheinmetall ist Mangalia ein weiterer Schritt beim Ausbau seines Geschäfts mit Marine- und Küstenwachschiffen. Erst zum 1. März 2026 hatte der Konzern die Übernahme von Naval Vessels Lürssen, kurz NVL, abgeschlossen. Damit kamen mehrere deutsche Werftstandorte und umfangreiche Kompetenzen im militärischen Schiffbau zum bisherigen Rüstungsgeschäft hinzu.

Die neue Sparte Naval Systems soll künftig Schiffbau, Elektronik, Sensorik und weitere Verteidigungstechnik miteinander verbinden. Rheinmetall verfolgt damit das Ziel, neben Fahrzeugen, Munition und anderen Rüstungssystemen auch komplette maritime Lösungen anzubieten. Mit dem Standort in Rumänien erweitert das Unternehmen seine industrielle Präsenz in Südosteuropa. Bereits seit 2024 ist Rheinmetall über die Gesellschaft Automecanica im rumänischen Mediaș vertreten.

Der Ausbau erfolgt in einer Phase wachsender europäischer Verteidigungsinvestitionen. Rumänien ist NATO-Mitglied und liegt am westlichen Schwarzen Meer, dessen sicherheitspolitische Bedeutung durch den Krieg in der Ukraine zugenommen hat. Für Rheinmetall eröffnet die Mangalia-Werft zusätzliche Möglichkeiten, Marineschiffe innerhalb Europas zu fertigen und weitere Aufträge im südosteuropäischen Raum zu übernehmen.

Rheinmetall-Aktie verliert am Montag im DAX

An der Börse entwickelte sich die Rheinmetall-Aktie trotz der neuen Unternehmensmeldung schwach. Am Montag, 19. Oktober 2026, notierte das Papier laut den von comdirect veröffentlichten Xetra-Daten um 11:41 Uhr bei 1.062,20 Euro. Gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag von 1.090,20 Euro entsprach das einem Rückgang um 2,57 Prozent. Der DAX lag nach den von EOD Historical Data ausgewerteten Angaben um 11:55 Uhr rund 1,06 Prozent im Minus.

Der Kursrückgang folgte auf eine kräftige Erholung der deutschen Rüstungswerte in der Vorwoche. Allein am Freitag, 16. Oktober, hatte Rheinmetall im Xetra-Handel 6,26 Prozent gewonnen. Die vorherigen Kurssteigerungen waren unter anderem von positiven Branchenerwartungen begleitet worden. Analysten von Morgan Stanley hatten auf mögliche zusätzliche Verteidigungsaufträge aus dem deutschen Bundeshaushalt verwiesen.

Am Montag gaben neben Rheinmetall auch weitere deutsche Rüstungsaktien nach. Die Kursentwicklung stand damit im Zusammenhang mit einer breiteren Abschwächung des Sektors nach dessen jüngster Erholung. Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem Rückgang der Rheinmetall-Aktie und dem Zuschlag für die Mangalia-Werft war zunächst nicht erkennbar. Die weitere Geschäftsentwicklung im Marinesektor hängt unter anderem von der Umsetzung der geplanten Investitionen und der Abwicklung der bereits vergebenen Aufträge ab.

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