CDU und Rathaus-Koalition fordern Änderungen am Ausbau der B51

Münster verliert 2025 Einwohner. Hauptgründe sind mehr Fortzüge als Zuzüge und ein Geburtendefizit.
Christian Schnettelker, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

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Münster. Im Streit um den geplanten Ausbau der B51 zeichnet sich im Stadtrat von Münster eine ungewöhnlich breite Einigung ab. Erstmals haben sich die Rathaus-Koalition aus Grünen, SPD und Volt sowie die CDU auf eine gemeinsame Position verständigt. In einer Resolution fordern sie Bund und Land auf, die aktuellen Planungen für den Ausbau der Bundesstraße in wesentlichen Punkten zu überarbeiten. Ein Stopp des Projekts ist damit nicht gemeint. Vielmehr soll die B51 leistungsfähig bleiben, zugleich aber verträglicher für Anwohner, Umwelt, Landwirtschaft und den Verkehr im Münsteraner Osten gestaltet werden.

CDU-Fraktionschef Stefan Weber betont: „Wir wollen die Planung der B 51 konstruktiv verbessern, nicht stoppen.“ Die Straße bleibe eine zentrale Verkehrsachse für Münster und das östliche Münsterland. Ziel sei eine Lösung, die Handorf entlaste und verschiedene Interessen besser zusammenführe.

CDU hält am Ausbau der B51 fest

Für die CDU ist entscheidend, dass der Ausbau nicht grundsätzlich infrage gestellt wird. Die B51/B64 soll nach ihrer Auffassung weiter eine leistungsfähige und sichere Verkehrsachse bleiben. Kritisiert wird nicht das Ziel des Ausbaus, sondern die konkrete Ausgestaltung einzelner Planungselemente.

In der Resolution wird die bisherige Planung von Straßen.NRW in Teilen als überdimensioniert bewertet. Die Stadt soll deshalb gegenüber Land und Bund auf Nachbesserungen drängen. Gefordert werden unter anderem ein geringerer Flächenverbrauch, der Verzicht auf die Einstufung als Kraftfahrstraße, die weitere Nutzung für landwirtschaftliche Fahrzeuge und der Verzicht auf eine zusätzliche parallel verlaufende Ersatzstraße. Auch der Anwohner- und Erschließungsverkehr soll möglichst direkt geführt werden.

Handorf und Münsterland-S-Bahn stehen im Mittelpunkt

Besonders wichtig ist der Knotenpunkt Handorfer Straße / Alter Mühlenweg. Er soll leistungsfähig und verkehrssicher umgebaut werden, ohne das Projekt Münsterland-S-Bahn zu behindern. Aus Sicht des Handorfer Ratsherrn Thomas Werth geht es dabei um eine spürbare Entlastung des überregionalen Verkehrs und der Berufspendler. Zugleich müsse verhindert werden, dass Ausweichverkehr durch Wohngebiete fließt.

Auch der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Walter von Göwels, unterstützt die gemeinsame Erklärung unter der Voraussetzung, dass Münsters Osten mit St. Mauritz und Handorf endlich vom Durchgangsverkehr entlastet wird. Die geplante Münsterland-S-Bahn dürfe durch den Umbau nicht blockiert werden.

Koalition warnt vor überdimensioniertem Verkehrsbau

Die Grünen, SPD und Volt setzen in der Debatte vor allem auf Umwelt-, Klima- und Lärmschutz. Grünen-Fraktionssprecherin Andrea Blome erklärt: „Eine sehr breite demokratische Mehrheit in Münster will kein überdimensioniertes Autobahnkreuz vor den Toren von Handorf.“ In Zeiten von Überhitzung und Artensterben sei es nicht vermittelbar, für die B51 eine komplette Baumallee zu fällen und wertvolle Natur- und Ackerflächen zu versiegeln.

SPD-Fraktionschef Stephan Brinktrine spricht von einem klaren Signal nach Düsseldorf und Berlin. „Münster ist gegen die vorgeschlagene Art des Ausbaus der B51“, sagt er. Wer die Interessen der Menschen vor Ort ernst nehme, könne weder Stillstand noch großflächige Naturzerstörung wollen. Volt fordert zusätzlich eine Stärkung umweltfreundlicher Alternativen: bessere Busverbindungen, eine leistungsfähige Bahnstrecke entlang der Straße sowie mehr Platz und bessere Bedingungen für den Radverkehr im Osten Münsters.

Darum plant Straßen.NRW den Ausbau der B51

Straßen.NRW plant seit mehreren Jahren den vierstreifigen Ausbau der B51 zwischen Münster und Telgte. Die Strecke ist Teil einer wichtigen Ost-West-Verbindung zwischen der A1 und der A2. Der gesamte Abschnitt zwischen Münster und Telgte ist rund sechs Kilometer lang und in zwei Planungsabschnitte aufgeteilt. Der erste Abschnitt reicht von der Warendorfer Straße bis östlich von Handorf. Der Vorentwurf liegt derzeit zur technischen Prüfung bei den Fachministerien von Bund und Land. Für den zweiten Abschnitt Richtung Telgte gibt es aktuell keine Planungsaktivitäten.

Begründet wird der Ausbau mit Sicherheits- und Leistungsproblemen. Dazu zählen zahlreiche Kreuzungen und Zufahrten, teils unbeschrankte Bahnübergänge, Rückstaus und eine Verkehrsbelastung von bis zu 25.000 Fahrzeugen täglich. Für 2030 nennt Straßen.NRW eine Prognose von 35.500 Fahrzeugen auf der Strecke Münster–Telgte.

Zwischen Wirtschaftsinteressen und Bürgerprotest

Unterstützung erhält das Projekt unter anderem von der IHK Nord Westfalen. Sie sieht die B51 als wichtige Verkehrsachse für die regionale Wirtschaft und fordert einen zügigen Fortgang der Planungen. Gleichzeitig gibt es seit Jahren deutlichen Widerstand von Bürgerinitiativen und Umweltverbänden. Kritisiert werden vor allem der hohe Flächenverbrauch, die Baukosten und eine aus Sicht der Gegner zu starke Ausrichtung auf Auto- und Lkw-Verkehr.

Mit der gemeinsamen Resolution versuchen CDU und Rathaus-Koalition nun einen Mittelweg: Der Ausbau soll nicht gestoppt, aber deutlich kleiner, verträglicher und besser auf die Situation in Handorf zugeschnitten werden.

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