Bahn plant Überführung in Sudmühle und Mariendorf: Genehmigung rückt näher

Eine Oberleitungsstörung in Münster sorgt für Einschränkungen im Bahnverkehr. Welche Strecken betroffen sind und wie es weitergeht, erfahren Sie hier.
Foto: Christina & Peter

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Die Zukunft der Bahnübergänge an der Sudmühlenstraße und der Mariendorfer Straße nimmt konkrete Formen an. Die Deutsche Bahn treibt ihr Vorhaben voran, beide niveaugleichen Querungen durch ein neues Kreuzungsbauwerk zu ersetzen. Mit dem Einstieg in das Genehmigungsverfahren rückt die Phase näher, in der die detaillierten Planunterlagen öffentlich einsehbar sein werden.

Hintergrund ist der bundesweite Ausbau des sogenannten 740-Meter-Netzes im Güterverkehr. Ziel ist es, längere Güterzüge mit bis zu 740 Metern Länge flexibler einsetzen zu können. Am Standort Münster-Sudmühle befindet sich ein Überholgleis, das bislang nur rund 720 Meter misst. Um die gewünschte Zuglänge aufnehmen zu können, sind bauliche Anpassungen notwendig. In diesem Zusammenhang sollen die beiden bestehenden Bahnübergänge ersetzt werden.

Technisch veraltet und betrieblich gekoppelt

Nach Angaben der Bahn gelten die Anlagen in Sudmühle und Mariendorf als technisch überaltert. Zudem sind beide Übergänge betrieblich miteinander verbunden, was eine isolierte Modernisierung erschwert. Aus Sicht des Infrastrukturbetreibers bietet eine höhenfreie Lösung langfristig mehr Betriebssicherheit und reduziert Konflikte zwischen Straßen- und Schienenverkehr.

Mit der geplanten Umgestaltung würde der Autoverkehr künftig nicht mehr ebenerdig die Gleise queren. Stattdessen ist ein Brückenbauwerk vorgesehen, das Straße und Schiene voneinander trennt.

Vorzugsvariante: Straßenüberführung

Die Bahn verfolgt derzeit eine Variante mit einer Straßenüberführung. Diese Lösung wird als wirtschaftlichste Option eingeordnet. Für sie wurden Baukosten in Höhe von rund zehn Millionen Euro kalkuliert.

Eine alternative Lösung mit einer Straßenunterführung wurde ebenfalls untersucht. Nach früheren Berechnungen würde diese Variante deutlich höhere Baukosten verursachen, die mit rund 25 Millionen Euro beziffert wurden. Darüber hinaus war im politischen Raum eine zusätzliche Querungsmöglichkeit für den Fuß- und Radverkehr im Bereich Mariendorf im Gespräch. Je nach Ausführung wurden dafür Kosten zwischen etwa sieben und knapp zehn Millionen Euro geschätzt.

Zwischen Stadt und Bahn kam es bislang nicht zu einer gemeinsamen Planungsvereinbarung. Hintergrund waren unterschiedliche Auffassungen über die finanzielle Beteiligung an weitergehenden Varianten.

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Planfeststellungsverfahren bringt Öffentlichkeit ins Spiel

Mit dem Einstieg in das Genehmigungsverfahren beginnt formal das Planfeststellungsverfahren beim Eisenbahn-Bundesamt. In diesem Rahmen werden sämtliche Planunterlagen veröffentlicht. Bürgerinnen und Bürger sowie Träger öffentlicher Belange können die Unterlagen einsehen und Einwendungen erheben.

Bereits bei einer Informationsveranstaltung in Handorf im vergangenen Jahr hatten mehrere hundert Interessierte den Projektstand diskutiert. Die Einreichung der Unterlagen wurde für das laufende Jahr angekündigt. Sobald das Verfahren offiziell startet, werden konkrete Lagepläne, Bauzeichnungen und technische Details öffentlich zugänglich sein.

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