Bis zu 2.500 Radfahrer täglich: Münsters Kanalpromenade vor Millionenumbau

Mauritzer Eisenbahnbrücke: Ab November wird die Kanalpromenade gesperrt, 2027 fällt die RB67 zwischen Münster und Telgte monatelang aus.
Symbolbild

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Münster. Mehr Platz für Radfahrer, eine neue Asphaltdecke und moderne Beleuchtung: Auf einem viel genutzten Abschnitt der Kanalpromenade in Münster stehen größere Veränderungen bevor. Zwischen der Wolbecker Straße und der Warendorfer Straße soll der Weg entlang des Dortmund-Ems-Kanals auf 1,8 Kilometern umfassend umgebaut werden. Die Kosten liegen bei rund 1,6 Millionen Euro. Allerdings werden Radfahrer noch einige Jahre auf die Verbesserungen warten müssen. Nach der bisherigen Finanzplanung wird mit einer Fertigstellung im Jahr 2031 gerechnet.

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Ein viel genutzter Radweg soll ein neues Gesicht bekommen

Wer entlang des Dortmund-Ems-Kanals zwischen der Wolbecker Straße und der Warendorfer Straße unterwegs ist, nutzt bislang einen rund drei Meter breiten Weg mit wassergebundener Oberfläche. Das soll sich grundlegend ändern. Die Stadt Münster plant eine Verbreiterung auf vier Meter und eine durchgehende Asphaltierung.

Der Abschnitt gehört zu den wichtigen Verbindungen für den Radverkehr im östlichen Stadtgebiet. Nach Angaben der Stadt sind dort täglich zwischen 1.600 und 2.500 Radfahrer unterwegs. Hinzu kommen Fußgänger und Menschen, die den Kanal zur Erholung nutzen.

Künftig sollen sich alle Nutzer die verbreiterte Fläche teilen. Eine Trennung zwischen Fußgängern und Radfahrern ist nicht vorgesehen. Die Verwaltung begründet das mit dem verfügbaren Platz und dem zusätzlichen Eingriff in die Landschaft, der für einen noch breiteren Weg notwendig wäre.

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Doch bei einer neuen Fahrbahndecke soll es nicht bleiben. Entlang der Strecke sind zusätzliche Sitzgelegenheiten, Abfallbehälter und eine adaptive Beleuchtung vorgesehen. Diese soll ihre Lichtabgabe an den Bedarf anpassen. Auch die Verbindungen zu den angrenzenden Straßen und Wegen werden überarbeitet.

1,6 Millionen Euro für den Ausbau, aber wer bezahlt?

Für die Verbreiterung und Asphaltierung sind rund 1,3 Millionen Euro eingeplant. Weitere 300.000 Euro entfallen auf die Anschlusswege.

Die Stadt Münster möchte den größten Teil der Kosten über Fördermittel finanzieren. Geplant ist ein Antrag bei der Bezirksregierung Münster. Die Verwaltung rechnet mit einer Förderung von 75 Prozent und damit mit Zuschüssen von rund 1,2 Millionen Euro.

Sollte die Finanzierung wie vorgesehen zustande kommen, müsste Münster selbst etwa 400.000 Euro übernehmen. Hinzu kommen langfristige Folgekosten. Die Stadt kalkuliert ab 2032 mit einer jährlichen Nettobelastung von 32.000 Euro.

Warum der Umbau noch mehrere Jahre dauern soll

Der Ausbau der Kanalpromenade hängt unmittelbar mit einem deutlich größeren Bauprojekt zusammen. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes will den Dortmund-Ems-Kanal in der Stadtstrecke verbreitern und vertiefen.

Im Zuge dieser Arbeiten müssen auch mehrere Brücken und technische Bauwerke erneuert werden. Betroffen sind unter anderem die Brücken am Laerer Landweg, Pleistermühlenweg, Prozessionsweg und an der Warendorfer Straße.

Da die Arbeiten am Kanal ohnehin anstehen, soll die Bundesverwaltung auch den Ausbau der Kanalpromenade baulich übernehmen. Die Stadt Münster trägt die zusätzlichen Kosten für den fahrradfreundlichen Ausbau.

Der Beginn der Kanalverbreiterung ist nach Angaben der Bundesverwaltung für 2028 vorgesehen. In der städtischen Folgelastenberechnung wird 2031 als Jahr der Fertigstellung der Radwegeinvestition genannt. Ein verbindlicher Termin für die Freigabe der neuen Kanalpromenade steht allerdings noch nicht fest.

Was der Ausbau für Bäume und Fledermäuse bedeutet

Neben den Verbesserungen für den Radverkehr bringt das Vorhaben auch zusätzliche Eingriffe in die Natur mit sich.

Insgesamt sollen etwa 7.680 Quadratmeter Fläche versiegelt werden. Das sind rund 1.890 Quadratmeter mehr als bei der ursprünglich vorgesehenen unbefestigten Wegefläche im Planfeststellungsverfahren.

Die zusätzlichen Eingriffe sollen über ein bestehendes Ökopunktekonto ausgeglichen werden. Außerdem wird untersucht, ob Bäume erhalten werden können, deren Entfernung im Zuge des Kanalausbaus bereits vorgesehen war.

An zwei Anschlusswegen stehen weitere Bäume, deren Erhalt noch geprüft wird. Falls erforderlich, könnten dort punktuelle Engstellen entstehen, um die Bäume zu schützen.

Besondere Bedeutung hat zudem der Artenschutz. Der Dortmund-Ems-Kanal wird von mehr als zwölf Fledermausarten als Jagdgebiet und Wanderroute genutzt. Deshalb sollen für die geplante Beleuchtung zeitliche Abschaltungen gelten, wie sie bereits auf anderen Abschnitten der Kanalpromenade vorgesehen sind.

Schon bald fällt die erste politische Entscheidung

Die Pläne beschäftigen zunächst am 12. November 2026 die Bezirksvertretung Münster-Ost. Am 25. November soll der Ausschuss für Verkehr und Mobilität über die Planung entscheiden.

Mit einem positiven Beschluss wäre der Umbau allerdings noch nicht endgültig beschlossen. Anschließend muss die detaillierte Ausführungsplanung erstellt werden. Erst danach soll ein gesonderter Baubeschluss folgen.

Der geplante Ausbau zwischen der Wolbecker Straße und der Warendorfer Straße ist zudem nur ein Teil des Gesamtprojekts. Auch der anschließende Abschnitt zwischen der Wolbecker Straße und der Eulerstraße soll künftig umgestaltet werden. Dafür ist allerdings eine eigene politische Entscheidung vorgesehen.

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