Briefe, Fotos, Erinnerungen: Münster sammelt Einwanderungsgeschichte

Stadtarchiv und Stadtmuseum Münster sammeln am 21. Mai persönliche Erinnerungsstücke zur Einwanderungsgeschichte.
Zeitgeschichtliche Dokumente und Objekte wie diese aus dem Nachlass des 2017 verstorbenen Spyros Marinos und dem Hiltruper Centro Español sammeln Stadtarchiv und Stadtmuseum Münster am 21. Mai. ©Stadtarchiv Münster

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Münsters Einwanderungsgeschichte soll sichtbarer werden. Stadtarchiv und Stadtmuseum Münster sammeln deshalb am Donnerstag, 21. Mai 2026, persönliche Dokumente, Fotos und Erinnerungsstücke von Menschen mit Einwanderungsgeschichte. Die Aktion findet im Rahmen des Aktionstags „Zusammenhalt in Vielfalt“ statt.

Gesucht werden Gegenstände und Unterlagen, die vom Ankommen in Münster erzählen. Dazu können Briefe, Tagebücher, Fotografien, persönliche Erinnerungsstücke oder andere zeitgeschichtliche Objekte gehören. Wichtig sind nicht nur die Dinge selbst, sondern auch die Geschichten dahinter. Mitarbeitende von Stadtarchiv und Stadtmuseum erfassen die Hintergründe vor Ort und dokumentieren sie für die Zukunft.

Abgabe am Ludgeriplatz am 21. Mai

Wer Erinnerungsstücke beisteuern möchte, kann diese am 21. Mai von 10 bis 13 Uhr in das Büro des Ausschusses für Chancengleichheit und Integration am Ludgeriplatz 4-6 bringen. Wenn Objekte dauerhaft abgegeben werden, übernehmen Stadtmuseum und Stadtarchiv die fachgerechte Erfassung und Aufbewahrung.

Der Termin fällt auf den Welttag der kulturellen Vielfalt der UNESCO. In Münster leben mehr als 70.000 Menschen mit Einwanderungsgeschichte. Ihre Erfahrungen, Familienwege und persönlichen Perspektiven sollen stärker Teil der Stadtgeschichte werden.

Münster als Ziel von Zuwanderung

Münster ist spätestens seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs Ziel von Zuwanderung. Die Gründe dafür haben sich über die Jahrzehnte verändert. Nach dem Krieg kamen Menschen infolge europäischer Fluchtbewegungen in die Stadt. Seit den 1960er Jahren folgten viele Arbeitsangeboten. In den 1990er Jahren suchten Menschen Schutz vor dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien. In den 2010er Jahren kamen Geflüchtete aus Krisengebieten im Nahen Osten hinzu. Seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine fanden auch viele Ukrainerinnen und Ukrainer Zuflucht.

Diese unterschiedlichen Wege nach Münster prägen die Stadt bis heute. Die gesammelten Erinnerungsstücke sollen helfen, diese Geschichte nicht nur über Zahlen und Akten, sondern über persönliche Lebenswege nachvollziehbar zu machen.

Spyros Marinos prägte Münsters Integrationsgeschichte

Eng verbunden mit der kommunalen Integrationsgeschichte Münsters ist Spyros Marinos. Er kam 1959 als Gastarbeiter aus Griechenland nach Deutschland und setzte sich später maßgeblich für politische Beteiligung von Zugewanderten ein. Auf seine Initiative ging der erste demokratisch gewählte Ausländerbeirat auf kommunaler Ebene zurück, der 1984 in Münster eingerichtet wurde.

Marinos führte den Ausländerbeirat, den späteren Integrationsrat und heutigen Ausschuss für Chancengleichheit und Integration von 1984 bis 2014. Auch Nachlassstücke von ihm gehören zu den Beispielen für Erinnerungsobjekte, die zeigen, wie eng persönliche Biografien mit Stadtgeschichte verbunden sein können.

Aktionstag mit Programm in Münster

Die Sammlung ist Teil des bundesweiten Aktionstags „Zusammenhalt in Vielfalt“, der am 21. Mai 2026 erstmals stattfindet. In Münster koordiniert das Friedensbüro bei Münster Marketing das Programm. Vorgesehen sind unter anderem Theateraufführungen, Lesungen, Filmvorführungen und Workshops.

Viele Angebote sind kostenfrei. Für einzelne Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich. Das vollständige Programm der Stadt Münster ist online abrufbar unter www.stadt-muenster.de/zusammenhalt-in-vielfalt.

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