
Münster. Die verschobene Baustelle am Schiffahrter Damm sorgt weiter für Kritik aus der Wirtschaft in Münster. Die IHK Nord Westfalen wirft Straßen.NRW vor, Unternehmen nicht ausreichend eingebunden und zu spät informiert zu haben. Besonders betroffen sieht die IHK Betriebe und Beschäftigte im Industriegebiet Hessenweg, die durch die geplante Einbahnstraßenregelung mit erheblichen Einschränkungen rechnen müssen.
Nach Darstellung der IHK wurden die Auswirkungen auf betriebliche Abläufe, Lieferverkehre und Mitarbeitende bei der Baustellenkoordination nicht ausreichend berücksichtigt. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel kritisiert das Vorgehen deutlich: „Dies ist das Gegenteil eines abgestimmten Prozesses.“
Aus Sicht der Kammer hätte eine Maßnahme dieser Größenordnung nicht nur wenige Werktage vor dem geplanten Beginn angekündigt werden dürfen. Die geplante Verkehrsführung hätte für Unternehmen am Schiffahrter Damm und im Umfeld erhebliche organisatorische Folgen gehabt.
Hintergrund ist eine Baumaßnahme von Straßen.NRW zur Anbindung des Schiffahrter Damms an den neuen Abschnitt der Umgehungsstraße Münster in Höhe der Sudmühlenstraße. Ursprünglich sollten die Arbeiten am Montag, 27. April, beginnen. Für die rund viermonatige Bauzeit war vorgesehen, den Schiffahrter Damm in Fahrtrichtung stadtauswärts als Einbahnstraße zu führen.
Nach der Kritik an der kurzfristigen Kommunikation wurde der Baustart zunächst verschoben. Die IHK bewertet diese Verschiebung als ersten richtigen Schritt, fordert nun aber schnelle Gespräche zwischen Straßen.NRW, der Stadt Münster und der betroffenen Wirtschaft.
Die IHK stellt die Notwendigkeit der Baumaßnahme nicht grundsätzlich infrage. Sie verweist jedoch darauf, dass Eingriffe dieser Dauer und Tragweite massive Auswirkungen auf Betriebsabläufe haben können. Lieferprozesse, Pendelwege und Erreichbarkeit müssten deshalb frühzeitig in die Planung einbezogen werden.
Jaeckel fordert eine Lösung, die für alle Seiten tragfähig ist. Gerade angesichts der wirtschaftlich angespannten Lage seien zusätzliche Belastungen für Unternehmen und Beschäftigte nur schwer zumutbar.
Für künftige Baumaßnahmen dieser Größenordnung verlangt die IHK frühzeitige Informations- und Beteiligungsformate für betroffene Unternehmen. Solche Verfahren habe es nach Angaben der Kammer bereits bei anderen Projekten gegeben, etwa bei der Vollsperrung der B481 zwischen Greven und Emsdetten, der Vollsperrung der Bergstraße oder der Großbaustelle an der Weseler Straße.
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