
Münster. Mit der Verleihung des Westfälischen Friedenspreises bekommt Münster am 1. Oktober politischen Besuch von höchster Stelle. Bundeskanzler Friedrich Merz kommt ins Historische Rathaus, um die Laudatio auf die NATO zu halten. Schon die Auszeichnung des Militärbündnisses hatte Debatten ausgelöst. Mit dem Auftritt des Kanzlers dürfte der Festakt nun noch stärker in den Fokus von Politik, Öffentlichkeit und Kritikern rücken.
Die Entscheidung ist politisch brisant. Mit der NATO erhält ein Verteidigungsbündnis einen Preis, der historisch an den Westfälischen Frieden von 1648 erinnert. Die Jury begründet die Auszeichnung vor allem mit der sicherheitspolitischen Rolle der NATO in Europa, der Unterstützung der Ukraine, der Aufnahme Finnlands und Schwedens sowie Einsätzen wie der KFOR-Mission im Kosovo.
Gleichzeitig dürfte genau diese Begründung Kritik auslösen. Friedensgruppen sehen die Vergabe an ein Militärbündnis kritisch. Pax Christi etwa wandte sich bereits gegen die Entscheidung.
NATO-Generalsekretär Mark Rutte soll die Auszeichnung am 1. Oktober 2026 im Historischen Rathaus entgegennehmen. Die Jury würdigt ihn als Führungspersönlichkeit in einer Phase geopolitischer Spannungen. Rutte steht seit 2024 an der Spitze des Bündnisses und repräsentiert damit eine NATO, die sich seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sicherheitspolitisch neu positioniert hat.
Neben der NATO wird auch das Netzwerk „socioMovens – Giving Europe a Soul“ ausgezeichnet. Der Jugendpreis würdigt ein internationales Projekt mit Wurzeln in Mittel- und Osteuropa. socioMovens fördert Jugendbegegnungen, soziales Engagement, europäische Verständigung und eine werteorientierte Jugendkultur. Die Laudatio soll Kardinal Michael Czerny halten.
Zum Rahmenprogramm gehört ein öffentlicher Bürgerdialog am 26. Mai 2026 in der Friedenskapelle am Friedenspark. Im Mittelpunkt steht die Frage: „Was braucht Frieden heute?“ Damit wird die Preisvergabe nicht nur als Festakt, sondern auch als Anlass für eine breitere gesellschaftliche Debatte in Münster verstanden.
Der Internationale Preis des Westfälischen Friedens wird von der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe vergeben. Er ist mit insgesamt 100.000 Euro dotiert und wird von rund 120 Unternehmern aus Westfalen und Lippe gestiftet. Zu den jüngeren Preisträgern zählen Emmanuel Macron und Margot Friedländer.
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