
Münsterland.Der Landesverband Westfalen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat erstmals die 90.000er-Marke überschritten. Zum Jahresende 2025 lag die Mitgliederzahl bei 90.266. Im Verlauf des Jahres kamen 2.407 neue Mitglieder hinzu.
Der Zuwachs passt zu einem Trend, den die DLRG auch bundesweit beschreibt: Vor allem die Nachfrage nach Schwimmkursen sorgt dafür, dass Vereine neue Mitglieder gewinnen.
Bundesweit verzeichnet die DLRG einen Mitgliederrekord: Zum Stichtag 31. Dezember 2025 wurden 642.082 Mitgliedschaften gezählt. Besonders auffällig ist der Anstieg bei Kindern. Erstmals waren mehr als 200.000 Kinder unter zwölf Jahren Mitglied.
Aus Sicht der Organisation hängt das eng mit dem Bedarf an Schwimmkursen zusammen. Viele Eltern suchen gezielt nach Kursplätzen für ihre Kinder, während die verfügbaren Kapazitäten vielerorts begrenzt sind.
Wie konkret der Kursdruck auch vor Ort ist, zeigt ein Blick nach Münster: Dort weist die DLRG darauf hin, dass in einigen Bädern die Nachfrage die Kapazitäten übersteigt. Besonders betroffen sind Anfängerschwimmkurse (ab fünf Jahren) und Kurse für das Jugendschwimmabzeichen in Bronze. Für die Kursvergabe arbeitet die DLRG Münster mit Wartelisten.
Damit wird der Zusammenhang zwischen Schwimmkursen und Mitgliederzuwachs greifbar: Wer einen Kursplatz anstrebt oder im System auf der Warteliste geführt wird, kommt häufig über die Vereinsstrukturen mit der DLRG in Kontakt.
Der Bedarf an Schwimmkursen lässt sich auch durch aktuelle NRW-Daten einordnen. In einer Veröffentlichung aus dem Landtag wird die Lage als seit Jahren kritisch beschrieben: Mehr als die Hälfte der Kinder in Nordrhein-Westfalen erreicht demnach keine sichere Schwimmfähigkeit, rund ein Fünftel kann gar nicht schwimmen. Als sichere Schwimmfähigkeit gilt dabei mindestens das Deutsche Schwimmabzeichen in Bronze beziehungsweise Niveaustufe 4.
In derselben Unterlage wird auch auf soziale Unterschiede verwiesen: Kinder aus einkommensschwächeren Familien sind häufiger betroffen.
Trotz steigender Mitgliederzahlen stößt die DLRG nach eigener Darstellung an Grenzen. Als Hauptproblem nennt die Organisation die Situation vieler Schwimmbäder und die knappen Wasserzeiten. Das erschwert es, zusätzliche Kurse aufzubauen und auch die Rettungsschwimmerausbildung auszuweiten.
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