Fernwärme, Wärmepumpen, weniger Gas: Münster plant die Wärme-Zukunft

Die Stadtwerke Münster planen bis 2028 über 800 Millionen Euro zu investieren, um die Energie- und Wärmewende sowie den Glasfaserausbau voranzutreiben. Investitionsprogramm Stadtwerke Münster
Foto: olasufa

Teilen:

Münster. Gas und Öl dominieren noch immer viele Heizungen in Münster. Doch genau das soll sich grundlegend ändern: Der neue Kommunale Wärmeplan zeigt, wo künftig Fernwärme, Nahwärme oder Wärmepumpen eine Rolle spielen könnten. Bis 2045 soll Münsters Wärmeversorgung weitgehend klimaneutral werden. Der Rat hat dafür nun den offiziellen Fahrplan beschlossen.

Erdgas und Heizöl prägen bisher die Versorgung

Aktuell hängt Münsters Wärmeversorgung noch stark von fossilen Energieträgern ab. Erdgas und Heizöl decken zusammen 70,5 Prozent der Wärmebereitstellung. Fernwärme kommt derzeit auf rund 21 Prozent des Wärmemarktes.

Damit Münster seine Klimaziele erreichen kann, muss diese Struktur schrittweise verändert werden. Der Wärmeplan teilt das Stadtgebiet dafür in verschiedene Versorgungsgebiete ein. Grundlage sind Annahmen zur Entwicklung der Gebäudesanierung, zum künftigen Wärmebedarf und zu möglichen technischen Lösungen.

Fernwärme, Nahwärme und Wärmepumpen im Fokus

Für rund 85 Prozent des heutigen Wärmebedarfs gibt der Kommunale Wärmeplan bereits eine Orientierung. Für etwa 42 Prozent kommen Fern- oder Nahwärmenetze als klimaneutrale Versorgungsoption infrage. Für rund 43 Prozent stehen dezentrale Lösungen im Mittelpunkt, vor allem Erd- und Luftwärmepumpen.

Die übrigen 15 Prozent des Wärmebedarfs liegen in sogenannten Prüfgebieten. Dort ist noch offen, welche Versorgung künftig am besten passt. In einzelnen Stadtteilen soll untersucht werden, ob Nahwärmenetze technisch und wirtschaftlich sinnvoll sind. Auch Neubaugebiete, die bis 2045 entstehen sollen, gehören zu diesen Prüfgebieten.

Wärmebedarf soll bis 2045 sinken

Nach dem Zielszenario des Wärmeplans wird der Wärmebedarf in Münster bis 2045 um rund 16 Prozent zurückgehen. Dazu beitragen sollen Gebäudesanierungen, effizientere Heizsysteme und klimatische Veränderungen.

Wärmepumpen werden in dem Szenario eine besonders wichtige Rolle spielen. Sie könnten künftig rund 65 Prozent des Wärmebedarfs abdecken. Gleichzeitig soll die Fernwärme ausgebaut werden. Ihr Anteil steigt im Zielszenario von derzeit rund 21 Prozent auf 28 Prozent.

Fernwärme muss selbst klimaneutral werden

Der Ausbau der Fernwärme gilt als wichtiger Baustein der Wärmewende, ist aber nicht überall möglich. Geeignete Wärmequellen stehen nicht in jedem Stadtgebiet zur Verfügung. Außerdem muss auch die Fern- und Nahwärme selbst bis spätestens 2045 klimaneutral werden.

Dafür sollen zunehmend erneuerbare Quellen genutzt werden. Genannt werden unter anderem Tiefengeothermie sowie große Wärmepumpen, die Kanal- und Klarwasser nutzen. Die Stadtwerke Münster arbeiten bereits an entsprechenden Projekten. Ergänzend können Nahwärmenetze einzelne Quartiere oder Stadtteile versorgen.

Ergebnisse online im Geoportal abrufbar

Interessierte können die Ergebnisse der Kommunalen Wärmeplanung im Geoportal der Stadt Münster einsehen. Dort wird sichtbar, welche Versorgungsoptionen für einzelne Bereiche der Stadt vorgesehen oder noch zu prüfen sind.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu