
Münster. Beleidigungen, Drohungen und aggressive Reaktionen gehören für manche Beschäftigte der Stadt Münster zum Arbeitsalltag. Im Jahr 2025 wurden bei städtischen Ämtern und Einrichtungen insgesamt 123 Fälle von Gewalt gegen Mitarbeitende gemeldet. Auch Teams der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (awm) berichten von verbalen und körperlichen Bedrohungen. Mit einer neuen Kampagne wollen die awm nun für mehr Respekt und Rücksicht werben.
Die awm Respekt-Kampagne in Münster steht unter dem Motto „Gemeinsam. Mit Respekt. Für Münster“. Zu sehen und zu hören ist sie unter anderem auf Plakaten im Stadtgebiet, auf Fahrzeugen der Abfallwirtschaft, in Radiospots und in den sozialen Medien. Im Mittelpunkt stehen Situationen, die Beschäftigte aus Abfallabfuhr, Stadtreinigung, Recyclinghöfen und Kundencenter regelmäßig erleben.
Der Impuls für die Kampagne kam nach Angaben der awm aus der Belegschaft selbst. Gesundheitsmanagerin Stefanie Stroth erklärt, die Rückmeldungen der Beschäftigten würden ernst genommen. Ziel sei es, den Teams den Rücken zu stärken und ein deutliches Zeichen gegen verbale und körperliche Gewalt zu setzen.
Wie schnell Konflikte entstehen können, zeigt nach Angaben der awm ein Beispiel aus der Abfallabfuhr. Wenn Müllfahrzeuge Tonnen leeren, müssen Auto- und Radfahrende teilweise kurz warten. Einige Verkehrsteilnehmer reagierten darauf mit Hupen oder Klingeln, vereinzelt komme es auch zu Beschimpfungen.
Die Kampagne stellt allerdings nicht die Eskalation in den Mittelpunkt. Stattdessen zeigen die Motive bewusst positive Lösungen: etwa einen Autofahrer, der geduldig hinter einem Müllfahrzeug wartet, und einen Mitarbeiter, der sich dafür bedankt.
Für die Motive setzt die Abfallwirtschaft auf die eigenen Beschäftigten. Mitarbeitende aus Recyclinghof, Abfallabfuhr, Kundencenter und Stadtreinigung treten als Gesichter der Kampagne auf. Damit sollen Situationen aus dem Arbeitsalltag möglichst unmittelbar dargestellt werden.
Die zentrale Botschaft lautet nach Angaben der awm, dass respektvoller Umgang nur gegenseitig funktionieren könne. Rücksicht und Wertschätzung seien dabei keine Einbahnstraße.






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