Handwerk im Kammerbezirk Münster bleibt stabil: Mehr Gründungen, leichte Zuwächse

Der anhaltende Fachkräftemangel im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region Der Fachkräftemangel im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region bleibt eine der größten Herausforderungen für die lokale Wirtschaft. Trotz intensiver Bemühungen, qualifizierte Arbeitskräfte und Auszubildende zu gewinnen, bleiben viele Stellen unbesetzt. Dieser Zustand erfordert innovative Lösungen und eine enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Bildungseinrichtungen und der Regierung.
James Kovin

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Münster. Der Kammerbezirk Münster zeigt sich zum Jahresende 2025 als robuster Standort für das Handwerk. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und struktureller Herausforderungen ist die Zahl der eingetragenen Betriebe leicht gestiegen. Das geht aus der aktuellen Jahresbilanz der Handwerkskammer Münster hervor.

Leichter Zuwachs trotz hoher Fluktuation

Zum Stichtag Ende 2025 waren im Kammerbezirk insgesamt 30.749 Handwerksbetriebe in der Handwerksrolle verzeichnet. Das entspricht einem Plus von 137 Betrieben gegenüber dem Vorjahr. Hinter dieser moderaten Steigerung steht allerdings eine hohe Dynamik: 3.291 Betriebe wurden neu eingetragen, gleichzeitig gab es 3.154 Abgänge. Der Saldo bleibt positiv, die Bewegung im Bestand aber hoch.

Diese Zahlen verdeutlichen, dass der Standort Münster zwar stabil ist, sich die Struktur des Handwerks jedoch fortlaufend verändert. Gründungen und Geschäftsaufgaben halten sich nahezu die Waage, was auf einen kontinuierlichen Erneuerungsprozess hindeutet.

Zulassungsfreies Handwerk wächst, klassische Bereiche verlieren

Unterschiedlich fällt die Entwicklung innerhalb der einzelnen Gewerbegruppen aus. Zuwächse verzeichnet vor allem das zulassungsfreie Handwerk, also Bereiche, in denen keine Meisterpflicht besteht. Demgegenüber gingen die Betriebszahlen im Vollhandwerk sowie im handwerksähnlichen Gewerbe leicht zurück.

Diese Verschiebung spiegelt einen längerfristigen Trend wider. Während neue Geschäftsmodelle und niedrigere Einstiegshürden Gründungen begünstigen, stehen viele klassische Handwerksbetriebe unter stärkerem Druck – etwa durch Fachkräftemangel, steigende Kosten oder ungeklärte Nachfolgen.

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Existenzgründungen leicht über Vorjahresniveau

Positiv fällt der Blick auf die Gründungsaktivität aus. 2.933 Existenzgründungen wurden 2025 gezählt und damit etwas mehr als im Vorjahr. Das zeigt, dass das Handwerk weiterhin als attraktive Option für Selbstständigkeit wahrgenommen wird, auch im Raum Münster und im Umland.

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Gleichzeitig bleibt die Frage der langfristigen Stabilität entscheidend. Viele Abmeldungen erfolgen nicht aus wirtschaftlicher Not, sondern im Zuge von Betriebsaufgaben, etwa bei altersbedingtem Rückzug.

Nachfolge wird zur zentralen Herausforderung

Ein struktureller Faktor gewinnt weiter an Bedeutung: 43 Prozent der Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber sind älter als 55 Jahre. In den kommenden Jahren wird sich daher verstärkt die Frage stellen, ob und wie Betriebe übergeben werden können. Fehlende Nachfolger könnten sich künftig deutlicher auf die Betriebszahlen auswirken als konjunkturelle Schwankungen.

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