Heiner Wilmer verabschiedet sich in Hildesheim mit klarem Reformsignal

Heiner Wilmer wird neuer Bischof von Münster
Ansprache Bischof Wilmer: Im St.-Paulus-Dom in Münster wandte sich Dr. Heiner Wilmer SCJ erstmals als ernannter Bischof von Münster an die Gläubigen. Foto: Bistum Münster

Teilen:

Hildesheim/Münster. Heiner Wilmer hat seine Amtszeit im Bistum Hildesheim mit einem Gottesdienst im Mariendom beendet und dabei zentrale Reformthemen der katholischen Kirche erneut angesprochen. Der 65-Jährige stellte bei seiner Verabschiedung nicht nur Dankbarkeit für die zurückliegenden Jahre in den Mittelpunkt, sondern machte auch deutlich, welche Fragen ihn weiter beschäftigen werden.

Wilmer nennt Frauen, Zölibat und synodale Strukturen

Bei seinem Abschied aus Hildesheim sprach Wilmer mehrere Themen an, die seit Jahren zu den großen innerkirchlichen Debatten gehören. Dazu zählen die Rolle von Frauen in der Kirche, Fragen des Pflichtzölibats, synodale Strukturen und die Ökumene. Diese Anliegen will er auch künftig in Gespräche auf weltkirchlicher Ebene einbringen.

Damit bleibt Wilmer einer Linie treu, die ihn auch über sein bisheriges Bistum hinaus bekannt gemacht hat. Seit Februar ist der Ordensmann von den Herz-Jesu-Priestern Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. In dieser Funktion gehört er zu den wichtigsten Stimmen der katholischen Kirche in Deutschland.

Seine Aussagen in Hildesheim fielen in eine Phase, in der die Kirche weiter unter hohem Veränderungsdruck steht. Sinkende Mitgliederzahlen, die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt und die Frage nach Beteiligung und Glaubwürdigkeit prägen die Debatte. Wilmer stellte bei seinem Abschied heraus, dass Kirche sich mit dem beschäftigen müsse, was Menschen heute bewege.

Abschied nach fast acht Jahren im Bistum Hildesheim

Wilmer leitete das Bistum Hildesheim seit 2018. Zu der Diözese gehören knapp 500.000 Katholikinnen und Katholiken in einem Gebiet zwischen Harz und Nordsee. Seine Verabschiedung fand am Samstag im Hildesheimer Mariendom statt. Rund 1000 Menschen nahmen nach Angaben aus dem Umfeld des Bistums an dem Gottesdienst teil. Weitere etwa 450 Personen verfolgten die Messe im Livestream.

Nach dem Gottesdienst nutzten zahlreiche Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, sich persönlich von Wilmer zu verabschieden. Auch mehrere symbolische Geschenke wurden überreicht. Darunter waren Erinnerungsdrucke, ein Rosenstock-Setzling und ein Regencape. Der Rosenstock verweist auf das bekannte Wahrzeichen am Hildesheimer Dom.

Der Abschied war zugleich der Abschluss einer fast achtjährigen Amtszeit. Wilmer dankte in Hildesheim Mitarbeitenden, Gläubigen und Engagierten. Seine Worte machten deutlich, dass er die zurückliegenden Jahre als prägende Zeit versteht.

Münster bleibt im Hintergrund des Abschieds präsent

Der nächste Schritt führt Wilmer nach Münster. Dort wird er am 21. Juni als neuer Bischof eingeführt. Für den aktuellen Anlass ist jedoch weniger die bereits bekannte Ernennung entscheidend, sondern der Ton, mit dem Wilmer Hildesheim verlässt. Er verbindet seinen Abschied mit Themen, die auch seine künftige Rolle in der katholischen Kirche prägen dürften.

Gerade seine Doppelfunktion macht seine Aussagen relevant. Wilmer übernimmt nicht nur ein neues Bistum, sondern bleibt zugleich Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Deshalb werden seine Positionen zu Reformfragen auch über Münster hinaus aufmerksam verfolgt.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu