Skyhub insolvent: Flugprojekt in Paderborn endet nach wenigen Monaten

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Foto: Rudy and Peter Skitterians

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Paderborn. Die Skyhub PAD Insolvenz trifft den Flughafen Paderborn/Lippstadt an einer empfindlichen Stelle. Die Verbindung nach München sollte Ostwestfalen-Lippe weiter an das Lufthansa-Drehkreuz anbinden. Nun wird der Flugbetrieb zum 10. Juni eingestellt. Für Reisende mit späteren Buchungen geht es vor allem um Umbuchungen und Erstattungen.

Skyhub PAD Insolvenz beendet München-Flüge ab Paderborn

Beim Amtsgericht Paderborn ist ein Insolvenzantrag für die Flugbetriebsgesellschaft Skyhub PAD gestellt worden. Der operative Einschnitt folgt unmittelbar: Nach aktuellem Stand sollen die Flüge nur noch bis einschließlich Dienstag, 9. Juni, stattfinden. Ab Mittwoch, 10. Juni, endet der Flugbetrieb.

Betroffen ist damit auch die Verbindung zwischen Paderborn/Lippstadt und München. Sie war für den Airport deutlich mehr als eine einzelne innerdeutsche Strecke. Über München konnten Passagiere Anschluss an das internationale Lufthansa-Netz erhalten. Für Geschäftsreisende aus Ostwestfalen-Lippe war die Verbindung deshalb ein wichtiger Baustein, um nicht auf weiter entfernte Flughäfen ausweichen zu müssen.

Skyhub PAD war als regionale Antwort auf den Rückzug der Lufthansa von der Strecke entstanden. Hinter dem Projekt standen Unternehmen und Privatpersonen aus der Region. Die Flüge wurden nicht mit eigenen Maschinen durchgeführt, sondern von der dänischen Fluggesellschaft DAT. Eingesetzt wurde eine ATR 72-600 mit 70 Sitzplätzen. Der Start der Verbindung erfolgte erst am 1. September 2025. Damit endet das Projekt nach weniger als einem Jahr.

Reisende sollen nicht auf bezahlten Tickets sitzen bleiben

Für Kundinnen und Kunden mit Buchungen nach dem 9. Juni ist die Lage besonders relevant. Nach Angaben aus dem Umfeld von Skyhub PAD wird davon ausgegangen, dass die betroffenen Flüge regulär storniert werden und die Reisenden ihr Geld zurückerhalten. Eine abschließende Bewertung hängt jedoch vom weiteren Verfahren, dem jeweiligen Buchungsweg und möglichen Umbuchungen ab.

Fachmedien berichten zudem unter Berufung auf eine Vertriebsinformation der Lufthansa Group, dass automatisierte Umbuchungen anlaufen. Für Passagiere von und nach Paderborn/Lippstadt soll dabei Hannover als Ausweichflughafen vorgesehen sein. Betroffene sollten deshalb ihre Buchungsbestätigung, Hinweise der Airline oder des Reiseportals und mögliche Nachrichten der Lufthansa Group genau prüfen.

Für den Flughafen Paderborn/Lippstadt bedeutet das Ende der Verbindung einen kurzfristigen Verlust im Linienangebot. Die Strecke nach München hatte eine besondere Funktion, weil sie nicht nur Direktreisende bediente, sondern auch Umsteigerinnen und Umsteiger. Ohne diese Anbindung wird die Frage wichtiger, welche realistischen Alternativen es für die Region künftig gibt.

Hohe Kosten und schwächere Nachfrage als Gründe genannt

Skyhub PAD nennt als Gründe für die Einstellung mehrere wirtschaftliche Faktoren. Dazu zählen nach Unternehmensangaben hohe Kosten am Luftfahrtstandort Deutschland, gestiegene Kerosinpreise und Buchungszahlen, die nicht die erwarteten Größenordnungen erreicht hätten. Diese Angaben stammen aus der Darstellung des Unternehmens. Eine unabhängige Prüfung der wirtschaftlichen Details ist im laufenden Verfahren nur eingeschränkt möglich.

Bemerkenswert ist der Zeitpunkt des Scheiterns auch deshalb, weil Skyhub PAD zuvor noch Schritte zur Stärkung des Angebots gemeldet hatte. Dazu gehörte ein Codeshare mit Lufthansa. Dadurch konnten Flüge unter Lufthansa-Flugnummern vermarktet werden. Außerdem war das Streckennetz zuletzt um Verbindungen nach Lübeck und Pécs erweitert worden.

Gerade diese Entwicklung macht den Einschnitt für den Standort deutlich. Innerhalb weniger Monate wandelte sich das Projekt von einer regional getragenen Lösung mit Ausbauplänen zu einem Insolvenzfall. Für die beteiligten Gesellschafter, den Flughafen und die Fluggäste endet damit ein Versuch, eine wichtige Verbindung aus der Region heraus zu sichern.

Flughafen Paderborn bleibt auch politisch umstritten

Unabhängig vom Insolvenzverfahren läuft die landespolitische Debatte über die Bedeutung des Flughafens Paderborn/Lippstadt weiter. Nach dem Willen der CDU-geführten Landesregierung soll der Airport im Landesentwicklungsplan weiterhin als regional bedeutsam eingestuft werden.

Die FDP in Ostwestfalen-Lippe kritisiert diese Einstufung. Aus Sicht der Partei drohen dem Standort dadurch Nachteile im Wettbewerb mit anderen Flughäfen. Genannt werden unter anderem mögliche Folgen für die Ansiedlung von Fluggesellschaften und Investoren, für Verkehrsanbindungen, für Gewerbeflächen und für Fördermittel.

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