
Münster. Beim AGRAVIS-Cup in Münster hat sich das Championat von Münster erneut als sportlicher Höhepunkt des Turniers erwiesen. In der Halle Münsterland setzte sich am Samstagnachmittag der Niederländer Gerben Morsink mit seinem Schimmel Corthago Z in einer Springprüfung der Klasse S*** mit Stechen durch. Damit ging der Sieg in einer der wichtigsten Prüfungen des Turniers an einen internationalen Starter, während die Konkurrenz aus Deutschland und dem benachbarten Ausland dicht folgte.
Bereits der Normalparcours verlangte den Reiterinnen und Reitern höchste Konzentration ab. Auf 355 Metern Länge waren elf Hindernisse zu überwinden, die technisch anspruchsvoll gebaut waren und kaum Raum für Fehler ließen. Wie der Veranstalter mitteilt, gelang es nur acht der insgesamt 44 gestarteten Paare, den Parcours ohne Abwurf zu beenden und sich damit für das Stechen zu qualifizieren. Das Championat war zugleich die zweite Qualifikation für den Großen Preis von Münster und besaß damit eine besondere sportliche Bedeutung, was sich auch im hochklassigen Starterfeld widerspiegelte und für viel beachtete Münster Nachrichten sorgte.
Das Teilnehmerfeld war international und prominent besetzt. Unter den Startern befanden sich unter anderem der deutsche Meister, Europameister und Olympiamedaillengewinner Christian Ahlmann, der Vorjahressieger des Championats Hans-Thorben Rüder sowie die beiden jüngsten Sieger im Großen Preis von Münster, Marie Ligges und Philipp Schulze Topphoff. Trotz ihrer Erfahrung und Routine gelang es ihnen nicht, den anspruchsvollen Parcours fehlerfrei zu absolvieren.
Gerade diese frühe Entscheidung machte deutlich, wie konsequent der Parcours gebaut war. Kleine Unkonzentriertheiten führten unmittelbar zu Abwürfen, sodass selbst etablierte Namen früh aus dem Rennen um die vorderen Plätze ausschieden. Die acht fehlerfreien Ritte im Normalparcours unterstrichen daher nicht nur das hohe Niveau der Teilnehmer, sondern auch die selektive Wirkung der Prüfung. Für das Publikum in der Halle Münsterland entwickelte sich daraus ein spannender Wettbewerb, der den internationalen Anspruch des AGRAVIS-Cups eindrucksvoll bestätigte und überregionale Nachrichten aus Münster lieferte.
Der Stechparcours führte über 280 Meter und sieben Hindernisse und verlangte präzise Linienführung sowie ein hohes Grundtempo. Zunächst setzte sich Hendrik Dowe mit einer fehlerfreien Runde an die Spitze, bevor der Belgier Andres Vereecke diese Zeit nochmals unterbot. Auch die Lokalreiterin Katharina von Essen überzeugte mit einer weiteren Nullrunde, blieb jedoch etwas langsamer und reihte sich zunächst hinter der Spitze ein.
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Auffällig war dabei nicht nur das sportliche Risiko, sondern auch die Bandbreite der eingesetzten Pferde. Morsink vertraute auf den neunjährigen Corthago Z, der nach kurzem Zögern zu Beginn des Stechens schnell in den Rhythmus fand und mit engen Wendungen sowie kontrolliertem Tempo überzeugte. Katharina von Essen setzte auf ihre erst achtjährige Stute Lucy La Douce, die beide Umläufe ruhig und fehlerfrei absolvierte und damit ihre Konstanz unter Beweis stellte. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte zudem der fehlerfreie Auftritt von Fabienne Graefe mit dem bereits 17-jährigen Lavignon 2, der zeigte, dass auch erfahrene Pferde im internationalen Spitzenfeld weiterhin konkurrenzfähig sind. Mit einer Zeit von 36,19 Sekunden übernahm Morsink schließlich die Führung, die bis zum Ende des Stechens Bestand hatte, während nachfolgende Angriffe mit erhöhtem Risiko nicht mehr erfolgreich waren.
Nach der Entscheidung machte der Sieger laut Veranstalter deutlich, dass der Stechparcours taktisch anspruchsvoll gewesen sei und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Risiko und Kontrolle erfordert habe. Entscheidend sei gewesen, schnell einen passenden Rhythmus zu finden und die Linien konsequent zu reiten. Auch der zweitplatzierte Vereecke hob demnach die besondere Atmosphäre in der Halle Münsterland hervor, in der erfahrene Pferde ihre Routine ausspielen könnten. Die Drittplatzierte von Essen profitierte von der Zuverlässigkeit ihrer jungen Stute, die sich auch unter dem Druck des Stechens nervenstark zeigte.
Mit Rang zwei knüpfte Vereecke zudem an frühere Erfolge in Münster an. Bereits 2020 hatte er beim AGRAVIS-Cup sowohl das Championat als auch den Großen Preis von Münster gewonnen. Dass er nun erneut auf dem Podium stand, verlieh dem aktuellen Ergebnis zusätzliche historische Tiefe. Das Championat von Münster bestätigte damit erneut seinen Stellenwert als sportlicher Gradmesser im Turnierverlauf. Der Große Preis von Münster, der am Sonntag in der Halle Münsterland ausgetragen wird, bildet den abschließenden Höhepunkt des AGRAVIS-Cups. Weitere Eindrücke aus dem vielfältigen Veranstaltungsleben in Münsters Stadtteilen bietet auch unser Artikel 88. Bauernolympiade in Münster-Albachten.