
Wer im Münsterland lebt, hat je nach Wohnort sehr unterschiedlich viel Geld zur Verfügung. Besonders deutlich wird das im Vergleich zwischen Drensteinfurt, Münster und Gronau. Nach einer aktuellen Kaufkraftprognose von MB-Research liegt Drensteinfurt mit 37.794 Euro pro Einwohner klar vor Münster. In der Stadt Münster beträgt die durchschnittliche Kaufkraft demnach 33.719 Euro.
Damit liegt Münster zwar über dem bundesweiten Durchschnitt von 32.009 Euro, erreicht aber nicht das Niveau einiger wohlhabender Kommunen im Umland. Besonders groß ist der Abstand zu Gronau: Dort beträgt die Kaufkraft laut Prognose 26.179 Euro pro Einwohner.
Zwischen Drensteinfurt und Gronau liegen damit rechnerisch 11.615 Euro pro Einwohner und Jahr. Drensteinfurt liegt rund 18 Prozent über dem deutschen Durchschnitt, Münster rund fünf Prozent darüber. Gronau kommt dagegen auf einen Wert, der etwa 18 Prozent unter dem Bundesschnitt liegt. Die Zahlen zeigen, wie unterschiedlich Einkommen und finanzielle Spielräume innerhalb einer vergleichsweise kleinen Region verteilt sind.
Die Kaufkraft gibt nicht an, wie hoch das durchschnittliche Gehalt an einem Ort ist. In die Berechnung fließen unter anderem Einkommen nach Steuern und Sozialabgaben, Renten, Pensionen und verschiedene staatliche Leistungen ein. Die Kennzahl soll damit zeigen, wie viel Geld den Einwohnerinnen und Einwohnern grundsätzlich für Konsum oder Sparen zur Verfügung steht.
Aus den Kaufkraftdaten allein lässt sich nicht ableiten, warum Drensteinfurt so deutlich vor Münster liegt. Eine mögliche Erklärung ist die Struktur des Umlands: Viele Menschen leben in kleineren Städten und Gemeinden rund um Münster, arbeiten aber in wirtschaftlich starken Zentren. Gerade Orte mit guter Verkehrsanbindung und vergleichsweise hohen Einkommen ihrer Einwohner können deshalb bei der Kaufkraft deutlich vor einer Großstadt liegen.
Für Münster zeigt die Prognose dennoch eine vergleichsweise starke Position. Mit 33.719 Euro pro Einwohner liegt die Stadt rund 1.700 Euro über dem Bundesdurchschnitt.
Der Vergleich macht zugleich deutlich, dass hohe Kaufkraft nicht automatisch mit der Größe einer Stadt zusammenhängt. Kleinere Kommunen können durch ihre Bevölkerungsstruktur, hohe Einkommen und ihre Rolle als Wohnorte für Pendler deutlich höhere Werte erreichen.
Auch für den Einzelhandel sind Kaufkraftdaten relevant. Allerdings lässt sich aus einer hohen allgemeinen Kaufkraft nicht automatisch ableiten, dass das Geld auch am jeweiligen Wohnort ausgegeben wird. Gerade im Münsterland dürfte ein Teil der Kaufkraft aus umliegenden Städten und Gemeinden nach Münster fließen. Für diese Frage werden deshalb zusätzlich Kennzahlen wie die einzelhandelsrelevante Kaufkraft und die sogenannte Zentralität betrachtet.
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