Kein Feuerwerk, keine Drohnenshow: Die Stadt Münster zieht bei Silvester die Grenze

Erweiterung der Feuerwerksverbotszonen? Rat prüft Änderungen zu Silvester
Foto: rovenimages.com

Teilen:

Münster. Für Silvester in Münster zeichnet sich eine klare Linie ab: Die Stadtverwaltung spricht sich gegen ein zentrales Feuerwerk aus und rät auch von einer Drohnen- oder Lasershow in zentraler Lage ab. Gleichzeitig sieht sie derzeit keine Grundlage für deutlich größere Feuerwerksverbotszonen. Das geht aus einer neuen Berichtsvorlage hervor, die am 29. September im Ausschuss für Personal, Sicherheit und Ordnung beraten werden soll.

Ausgangspunkt ist ein Antrag der CDU-Ratsfraktion mit dem Titel „Silvester in Münster verantwortungsvoll gestalten“. Die Verwaltung hat die darin enthaltenen Vorschläge geprüft und kommt nun zu einer weitgehend zurückhaltenden Bewertung.

Zentrales Feuerwerk könnte sechsstelligen Betrag kosten

Besonders deutlich fällt die Einschätzung zu einer großen städtischen Feuerwerksshow aus. Aus Sicht des Ordnungsamtes würde eine solche Veranstaltung voraussichtlich mehrere tausend Menschen anziehen und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen notwendig machen.

Genannt werden unter anderem mehr Personal für den Kommunalen Ordnungsdienst und Rettungskräfte, möglicherweise Polizeikräfte, Absperrungen, Verkehrslenkung, private Sicherheitsdienste, Reinigung sowie ein umfassendes Sicherheitskonzept. Die im politischen Antrag angesetzten 15.000 Euro hält die Verwaltung deshalb für deutlich zu niedrig. Abhängig vom Konzept müsse vielmehr mit einem niedrigen bis mittleren sechsstelligen Betrag gerechnet werden.

Hinzu kommt: Die Stadt bezweifelt, dass ein zentrales Feuerwerk tatsächlich dazu führen würde, dass deutlich weniger Menschen selbst Raketen und Böller zünden. Im Gegenteil könnte eine zusätzliche öffentliche Show die Belastung sogar noch erhöhen, wenn privates Feuerwerk gleichzeitig weiter genutzt wird.

Auch Drohnenshow fällt bei der Stadt durch

Eine Drohnenshow wäre zwar grundsätzlich umweltfreundlicher als klassisches Feuerwerk. Nach Einschätzung der Verwaltung löst sie die praktischen Probleme aber nicht.

Je nach Ausgestaltung könne eine solche Show sogar teurer werden als ein Feuerwerk. Außerdem verweist die Stadt auf die unsichere Witterung im Winter. Licht- und gegebenenfalls Toneffekte von Laser- und Drohnenshows könnten im Silvesterumfeld zudem weniger zur Geltung kommen.

Die Verwaltung rät deshalb „aus fachlicher Sicht“ von Laser- und Drohnenshows zu Silvester in zentralen Lagen ab. Wegen der aktuellen Haushaltssperre sieht sie außerdem keinen Spielraum, freiwillige Leistungen in diesem Bereich auszuweiten.

Auch größere Böllerverbotszonen sind nicht einfach möglich

Deutlich wird in der Vorlage auch, wie begrenzt der rechtliche Spielraum der Stadt ist. Ein flächendeckendes oder dauerhaftes Böller- und Feuerwerksverbot könne nicht ohne Weiteres rechtssicher angeordnet werden.

Nach Einschätzung der Verwaltung kommen vor allem räumlich, zeitlich und sachlich begrenzte Verbote infrage – etwa zum Schutz besonders brandempfindlicher Gebäude oder bei einer konkreten Gefahrenlage.

Beim vergangenen Jahreswechsel galten solche Einschränkungen bereits auf dem Domplatz und dem Prinzipalmarkt. Dort waren zwischen 22 Uhr und 4 Uhr sowohl das Abbrennen als auch das Mitführen von Pyrotechnik verboten.

Hafenplatz bleibt ein möglicher Konfliktpunkt

Mehr Aufmerksamkeit dürfte künftig dem Hafenplatz gelten. Dort wurde nach Angaben der Stadt beim vergangenen Jahreswechsel besonders viel Pyrotechnik gezündet. Eine Verbotszone gab es nicht.

Die Stadt hatte bereits in der Vergangenheit geprüft, ob auch für den Hafenplatz und den Bahnhofsvorplatz auf der Westseite Einschränkungen eingeführt werden könnten. Damals wurde dies verworfen, weil die Gefährdungslage nicht als ähnlich gravierend eingeschätzt wurde wie in der Altstadt.

Diese Einschätzung ist allerdings nicht endgültig. Die Verwaltung betont ausdrücklich, dass sich das Verhalten der dort feiernden Menschen verändern könne und die Situation deshalb regelmäßig neu bewertet werden müsse. Der Hafenplatz stehe weiterhin unter besonderer Beobachtung.

Stadt will mehr Spielraum vom Bund

Während Münster bei eigenen Maßnahmen Grenzen sieht, fordert die Verwaltung zugleich Veränderungen auf höherer Ebene. Sie hält den bestehenden bundesrechtlichen Rahmen für zu eng und spricht sich dafür aus, Kommunen künftig mehr Möglichkeiten zu geben.

Nach Auffassung der Stadt reichen die heutigen Regelungen nicht aus, um die Risiken rund um Silvesterfeuerwerk dauerhaft stärker zu begrenzen. Deshalb sollen Reformen unterstützt werden, die Städten und Gemeinden einen größeren Handlungsspielraum ermöglichen.

Die Linie für Münster ist damit vorerst deutlich: keine große städtische Feuerwerksshow, keine Drohnen- oder Lasershow und keine vorschnelle Ausweitung von Verbotszonen. Stattdessen setzt die Verwaltung auf begrenzte Maßnahmen an konkreten Gefahrenstellen – und auf eine mögliche Änderung der Regeln auf Bundesebene.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu