„Keinen Meter den Nazis“ kritisiert AfD-Kontakte des Studierendenwerks in Münster

die AfD im Rat Münster ihren Fraktionsstatus. Das hat deutliche Folgen für Ausschüsse, Finanzierung und Einflussmöglichkeiten.
Symbolbild Oxfordian Kissuth, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

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Münster. Die Debatte um den Umgang der Studierendenwerke in Nordrhein-Westfalen mit der AfD verschärft sich in Münster weiter. Das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ wirft den Studierendenwerken vor, mit den über Jahre geführten Gesprächen zur politischen Normalisierung einer extrem rechten Partei beizutragen. In seiner Stellungnahme formuliert das Bündnis die Kritik scharf: „Eine Normalisierung der AfD darf nicht stattfinden.“ Zugleich erinnert es das Studierendenwerk an seinen sozialen und multikulturellen Auftrag, der aus Sicht der Kritiker mit regelmäßigen Kontakten zu AfD-Vertretern nicht vereinbar ist. Dass die Debatte gerade in Münster besonders intensiv geführt wird, hängt auch damit zusammen, dass der Geschäftsführer des Studierendenwerks Münster zugleich Sprecher der ARGE der Studierendenwerke NRW ist.

Bündnis sieht Widerspruch zum Auftrag der Studierendenwerke

Im Zentrum der Kritik steht der Vorwurf, dass die Studierendenwerke für Wohnraum, Mensen, BAföG und soziale Unterstützung zuständig sind, gleichzeitig aber Gespräche mit einer Partei geführt haben, die aus Sicht des Bündnisses genau diesen Werten widerspricht. Bündnissprecher Carsten Peters wird mit den Worten zitiert: „Welchen Beitrag eine extrem rechte Partei, deren Kerngeschäft Rassismus, Demokratiezerstörung und soziale Ausgrenzung leisten soll, ist nicht nachvollziehbar.“ Die AfD agiere gegen die Prinzipien, denen Studierendenwerke verpflichtet seien, und dürfe deshalb „von allen demokratischen Einrichtungen konsequent gemieden werden“.

ARGE räumt Fehler ein und zieht die Linie deutlich enger

Hintergrund ist die inzwischen bestätigte Praxis der ARGE der Studierendenwerke NRW, seit 2018 auch den wissenschaftspolitischen Sprecher der AfD-Fraktion in jährliche Fachgespräche einbezogen zu haben. In ihrer Stellungnahme vom 7. April 2026 hat die ARGE ihre Linie allerdings spürbar verändert. Dort heißt es: „Wir stehen für Chancengerechtigkeit, Vielfalt und Inklusion.“ Zugleich stellt die Arbeitsgemeinschaft klar: „Es gibt für uns keine Neutralität gegenüber den Werten des Grundgesetzes.“ Besonders bemerkenswert ist, dass die ARGE selbst einräumt, der bisherige Kontakt zur AfD sei vielfach als „Abrücken von unseren Werten und Prinzipien“ verstanden worden. Künftig sollen Gespräche mit AfD-Vertretern nur noch dann stattfinden, wenn sie im parlamentarischen Verfahren „zwingend notwendig“ sind.

In Münster bleibt der politische Druck hoch

Für Münster ist die Angelegenheit deshalb mehr als eine landespolitische Debatte. Sie berührt unmittelbar das örtliche Studierendenwerk und dessen öffentliche Rolle. Das Bündnis belässt es deshalb nicht bei grundsätzlicher Kritik, sondern verbindet sie mit einer klaren Warnung vor institutioneller Gewöhnung. „Die bürgerliche Fassade mancher AfD-Vertreter*innen darf nicht zu Fehlannahmen verleiten“, heißt es in der Stellungnahme weiter,

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