
Westfalen-Lippe. Die gesundheitliche Belastung von Beschäftigten in Westfalen-Lippe bleibt hoch. Das zeigt der aktuelle Bericht der AOK NordWest für das Jahr 2025. Zwar ist der Krankenstand im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken, von einer echten Entspannung kann jedoch keine Rede sein. Mit 7,0 Prozent liegt er weiterhin deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 6,4 Prozent. Im Schnitt fehlten Beschäftigte 25,5 Tage im Jahr – ein Wert, der die anhaltende Belastung für Unternehmen und Arbeitnehmer gleichermaßen verdeutlicht.
Atemwegserkrankungen waren 2025 der häufigste Grund für Krankschreibungen. Mit einem Anteil von 27,3 Prozent dominieren Erkältungen, Grippe und ähnliche Infekte das Krankheitsgeschehen. Die Entwicklung zeigt, dass Infektwellen inzwischen eine größere Rolle spielen als noch vor einigen Jahren und den Krankenstand spürbar beeinflussen.
Bei den Fehltagen insgesamt verschiebt sich das Bild jedoch. Muskel- und Skeletterkrankungen, etwa Rückenprobleme, verursachen den größten Anteil an den Ausfallzeiten. Hinzu kommen psychische Erkrankungen, die zwar seltener auftreten, aber besonders lange dauern. Gerade diese Kombination sorgt dafür, dass die Gesamtzahl der Fehltage hoch bleibt.
Ein wesentlicher Faktor für den anhaltend hohen Krankenstand sind langfristige Erkrankungen. Fälle mit einer Dauer von mehr als sechs Wochen machten 2025 rund 37,7 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage aus. Diese Entwicklung verstärkt die Auswirkungen auf Betriebe erheblich, da einzelne Ausfälle über längere Zeiträume hinweg kompensiert werden müssen.
Auch im Jahresverlauf zeigen sich deutliche Schwankungen. Besonders hoch lag der Krankenstand im Februar mit 9,2 Prozent, während er im Sommer deutlich niedriger ausfiel, etwa im Juni mit 6,0 Prozent und im August mit 6,1 Prozent. Diese Unterschiede sind typisch für saisonale Infektwellen, die vor allem in den Wintermonaten für zusätzliche Belastung sorgen.
Nicht alle Branchen sind gleichermaßen betroffen. Besonders hohe Krankenstände wurden im Bereich Energie, Wasser und Entsorgung sowie im Verarbeitenden Gewerbe registriert. Deutlich niedriger lagen die Werte hingegen in der Land- und Forstwirtschaft sowie bei Banken und Versicherungen.
Die Datenbasis des Berichts umfasst rund 1,2 Millionen Versicherte in Westfalen-Lippe und gilt damit als belastbarer Indikator für die Region. Allerdings bildet sie ausschließlich AOK-Versicherte ab und nicht alle Beschäftigten. Klar ist dennoch: Der Krankenstand bleibt ein zentrales Thema für Wirtschaft und Arbeitswelt in der Region.
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