
Münster. Aus einem umstrittenen Verkehrsprojekt in Gievenbeck wird eine stadtweite Abstimmung. Die Initiative „Kreisel statt Ampel“ will verhindern, dass der Kreisverkehr an der Von-Esmarch-Straße, Busso-Peus-Straße und Roxeler Straße durch eine Ampelkreuzung ersetzt wird. Bis zum 25. September 2026 benötigt sie dafür 10.013 gültige Unterschriften von Wahlberechtigten aus ganz Münster.
Der Rat hatte am 20. Mai beschlossen, die Planung für eine Ampelkreuzung wieder aufzunehmen. Hintergrund ist die Unfalllage an dem 2002 eröffneten Kreisverkehr, der seit 2018 durchgehend als Unfallhäufungsstelle gilt. Zwischen 2018 und 2025 registrierte die Polizei dort 73 Unfälle mit 42 Verletzten. Sämtliche Verletzten waren mit einem Zweirad unterwegs, die große Mehrheit mit dem Fahrrad.
Unfallkommission, Polizei und ein von der Stadt beauftragter Gutachter halten eine Ampelanlage deshalb für die sicherste Variante. Getrennte Grünphasen könnten verhindern, dass Radfahrende und Fußgänger gleichzeitig mit abbiegenden Autos geführt werden. Die Stadt rechnet mit Kosten von rund 1,9 Millionen Euro und einer Förderung von 60 Prozent.
Die Initiative bestreitet die Sicherheitsprobleme nicht, fordert aber einen baulich verbesserten Kreisverkehr. Rad- und Fußwege könnten weiter von der Kreisfahrbahn entfernt, Ein- und Ausfahrten aufgepflastert und Sichtbeziehungen verbessert werden. Nach ihrer Darstellung bestätigt auch das Gutachten, dass eine solche Lösung ein hohes Sicherheitsniveau erreichen könnte.
Zudem argumentiert die Initiative, eine Ampel würde Radfahrende durch zusätzliche Wartezeiten ausbremsen. Sie gibt außerdem an, die Ampelvariante sei rund 600.000 Euro teurer, versiegele zusätzliche Flächen und mache Baumfällungen notwendig. Dabei handelt es sich um Angaben der Initiative.
Die Unterschriften müssen auf den offiziellen Papierlisten abgegeben werden. Eine reine Online-Unterstützung reicht rechtlich nicht aus. Nach Angaben der Initiative liegen Listen derzeit an 64 Sammelstellen aus.
Kommen mindestens 10.013 gültige Unterschriften zusammen, soll der Rat voraussichtlich am 9. Dezember über das Bürgerbegehren entscheiden. Bleibt er bei der Ampelplanung, folgt ein stadtweiter Bürgerentscheid. Für einen Erfolg müssten mindestens 25.031 Wahlberechtigte für den Erhalt und die Optimierung des Kreisverkehrs stimmen.
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