Linde am Hansaring gefällt: Fernwärme-Arbeiten als Hintergrund

Baumfällungen an vier Schulen in Münster: Stadt startet Arbeiten
Symbolbild von Markus Spiske

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Münster. Die Linde am Hansaring ist gefällt worden. Der Baum im Hansaviertel wurde am Freitag, 16. Januar 2026, in den frühen Morgenstunden entfernt. Die Maßnahme erfolgte im Auftrag der Stadtnetze Münster und war behördlich genehmigt. Die Fällung steht im Zusammenhang mit geplanten Arbeiten am Fernwärmenetz. Bereits zuvor hatte es öffentlichen Protest gegen den Eingriff gegeben.

Protest gegen die geplante Fällung

In den Tagen vor der Umsetzung hatte die Initiative Platanenpower öffentlich auf die geplante Fällung hingewiesen und zu Protest aufgerufen. Die Initiative sprach sich gegen den Eingriff aus und forderte, Alternativen zu prüfen sowie Anwohner stärker einzubeziehen. Trotz dieses Protests wurde der Baum gefällt. Die Entscheidung ist damit umgesetzt und nicht mehr rückgängig zu machen.

Fernwärme-Ausbau als Hintergrund

Nach Angaben der Stadtnetze ist die Fällung Teil vorbereitender Arbeiten für den Ausbau des Fernwärmenetzes. Unter dem Hansaring verläuft eine zentrale Trasse, mit der Netzabschnitte verbunden werden sollen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Geplant ist ein geschlossenes Bauverfahren mit Start- und Zielgruben, zwischen denen neue Leitungen eingebracht werden. Nach Darstellung der Stadtnetze lag die Linde im Bereich einer geplanten Startgrube. Alternative Bauvarianten seien geprüft worden. Der Baum habe an dieser Stelle jedoch nicht erhalten werden können, da Wurzelraum und Standsicherheit durch die Bauarbeiten dauerhaft beeinträchtigt würden. Auch die Stadtverwaltung schloss sich dieser Einschätzung an.

Bürgerinformation nach der Umsetzung vorgesehen

Für die Zeit nach der Fällung ist eine Bürgerinformation angekündigt. Nach Angaben der Stadtnetze soll sie Anwohner über den weiteren Ablauf der Arbeiten informieren. Die Veranstaltung dient der Erläuterung bereits genehmigter Maßnahmen.

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Einordnung: Ablauf auch aus anderen Städten bekannt

Der zeitliche Ablauf – Protest gegen eine geplante Maßnahme, Umsetzung und anschließende Information – ist kein Einzelfall. Auch in anderen deutschen Städten kam es in den vergangenen Jahren zu vergleichbaren Konstellationen bei genehmigten Infrastrukturprojekten.

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So wurde etwa in Berlin bereits 2013 im Zusammenhang mit Sanierungsarbeiten dokumentiert, dass Baumfällungen umgesetzt wurden, während öffentliche Diskussionen noch liefen. In Mülheim an der Ruhr verwies die Stadt 2014 darauf, dass Zeitpunkt und Tempo solcher Maßnahmen unter anderem von Bauabläufen, Sicherheitsaspekten und verwaltungsinternen Fristen abhängen.

Auch Umweltverbände wie der NABU Berlin weisen seit Jahren darauf hin, dass Konflikte bei Baumfällungen häufig aus der zeitlichen Abfolge von Entscheidung, Umsetzung und Information entstehen.

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