Liveticker: Friedenspreis für die NATO, Staatsgäste und Proteste in der Innenstadt

Im Liveticker zum Westfälischen Friedenspreis verfolgen wir heute Preisverleihung, Staatsgäste, Proteste und Sperrungen in Münster.
Michael Lucan, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

Teilen:

Münster steht heute ganz im Zeichen des Westfälischen Friedenspreises. Die NATO wird im Historischen Rathaus ausgezeichnet, prominente Gäste werden erwartet und mehrere Proteste begleiten den Tag. Dazu kommen Sperrungen und umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen in der Innenstadt. Wir halten euch in diesem Liveticker hier über die wichtigsten Entwicklungen zum Westfälischen Friedenspreis auf dem Laufenden.

7.12 Uhr: Friedenspreis, Staatsgäste und Proteste – das ist heute geplant

In Münster steht heute einiges an. Im Historischen Rathaus wird am Nachmittag der Westfälische Friedenspreis verliehen. Der Hauptpreis geht an die NATO, Generalsekretär Mark Rutte nimmt ihn stellvertretend entgegen. Bundeskanzler Friedrich Merz hält die Laudatio. Der Jugendpreis geht an „socioMovens – Giving Europe a Soul“.

Schon vorher beginnt das Programm: Ab etwa 10.30 Uhr greifen die Sperrungen am Prinzipalmarkt, gegen Mittag starten erste Proteste. Rutte, Merz und der niederländische Ministerpräsident Rob Jetten werden beim 1. Deutsch-Niederländischen Corps erwartet und treten um 13.50 Uhr gemeinsam vor die Presse. Der Festakt beginnt um 16 Uhr, für 17.30 Uhr ist die Rede von Rutte angekündigt. Parallel finden mehrere Demonstrationen und Kundgebungen in der Innenstadt.

Warum die NATO den Westfälischen Friedenspreis erhält

Der Internationale Preis des Westfälischen Friedens geht 2026 an die NATO als Organisation. Die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe begründet die Entscheidung unter anderem mit der Aufnahme Finnlands und Schwedens in das Bündnis, der Unterstützung der Ukraine, der KFOR-Mission im Kosovo und der Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten. Auch die Rolle von Mark Rutte seit seinem Amtsantritt als NATO-Generalsekretär im Oktober 2024 wird hervorgehoben.

Die Preisgeber vertreten dabei die Position, dass militärische Abschreckung und Friedenssicherung miteinander vereinbar sein können. Genau daran entzündet sich seit Bekanntgabe der Entscheidung Kritik.

Jugendpreis geht an socioMovens

Neben der NATO wird „socioMovens – Giving Europe a Soul“ ausgezeichnet. Das internationale Jugendnetzwerk organisiert seit 2013 soziale Projektwochen und Begegnungen und will gesellschaftliches Engagement sowie europäische Verständigung fördern.

Die Laudatio auf den Jugendpreisträger hält Kardinal Michael Czerny. Haupt- und Jugendpreis sind zusammen mit 100.000 Euro dotiert.

Protest gegen die Auszeichnung der NATO

Mehrere Friedensorganisationen lehnen die Ehrung eines Militärbündnisses ab. Sie setzen stärker auf Abrüstung, Diplomatie, Verhandlungen und zivile Konfliktlösung. Die unterschiedlichen Vorstellungen davon, wie Frieden gesichert werden kann, prägen die Debatte um die diesjährige Preisvergabe.

Der Protest blieb nicht auf Demonstrationsaufrufe beschränkt. Bereits am 25. September wurde im Historischen Rathaus erstmals ein Alternativer Westfälischer Friedenspreis verliehen. Ausgezeichnet wurde Connection e.V. aus Offenbach. Der Verein unterstützt Kriegsdienstverweigerer, Deserteure und Menschen, die sich dem Militärdienst entziehen. Der alternative Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und entstand als Reaktion auf die Entscheidung für die NATO.

Friedenspreis erinnert an das Jahr 1648

Der Internationale Preis des Westfälischen Friedens wird seit 1998 alle zwei Jahre von der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe vergeben. Er erinnert an den Westfälischen Frieden von 1648, der in Münster und Osnabrück ausgehandelt wurde.

Erster Preisträger war Václav Havel. Später wurden unter anderem Helmut Kohl, Kofi Annan, Helmut Schmidt, König Abdullah II. von Jordanien, die baltischen Staaten sowie Emmanuel Macron ausgezeichnet.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu